Arbeiter erklärt männlichem und weiblichem Lehrling die Arbeit © ehrenberg-bilder, stock.adobe.com
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Lehrausbildung mit reduzierter Arbeitszeit

Bei Lehrverträgen und Ausbildungsverträgen können die Vertragspartner aus bestimmten Gründen eine Reduktion der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit vereinbaren.

Die gesetzliche oder kollektivvertragliche Arbeitszeit darf bis auf die Hälfte reduziert werden, wenn auch bei verminderter Arbeitszeit die Erreichung des Ausbildungsziels zu erwarten ist.    

Diese Gründe sind:

  • Kinderbetreuungspflichten – hier kann eine Reduktion der Arbeitszeit maximal bis zum 31.12. des Jahres vereinbart werden, in dem das Kind in die Schule eintritt,
  • gesundheitliche Gründe (eine ärztliche Bestätigung ist beizubringen).

Verlängerungsmöglichkeiten

Lehr- und Ausbildungsverhältnisse können bei Reduktion der Arbeitszeit wegen Kinderbetreuungspflichten und aus gesundheitlichen Gründen verlängert werden.

  • Bei einem Lehrverhältnis darf die Dauer der Lehrzeit um bis zu 2 Jahre verlängert werden.
  • Bei einem Lehrverhältnis mit verlängerter Lehrzeit darf die Gesamtdauer der verlängerten Lehrzeit zusätzlich um bis zu einem Jahr verlängert werden.
  • Bei einem Ausbildungsverhältnis mit Teil­qua­li­fi­zie­rung darf die Ge­samt­dau­er der Ausbildungszeit 4 Jahre nicht übersteigen.

Reduktion der Arbeitszeit wegen Kurzarbeit

Auch aufgrund von Kurzarbeit im Lehrbetrieb kann eine Reduktion der Arbeitszeit zwischen den Vertragspartnern vereinbart werden. Die tägliche und wöchentliche Ausbildungszeit kann in diesem Fall für die Dauer der Beihilfengewährung bis zur Gänze reduziert werden. Im gesamten Kurzarbeitszeitraum muss aber eine Ausbildung bzw Beschäftigung im Ausmaß von mindestens 30% der bisherigen Arbeitszeit erfolgen. Die Ausbildungszeit in den Wochen des Kurzarbeitszeitraums kann daher unterschiedlich eingeteilt werden, z.B. in Wochen mit Null-Stunden und in Wochen mit entsprechend mehr Stunden.

Bis 30.9.2020 war eine Reduktion der Ausbildungszeit bis auf durchschnittlich 10% der bisherigen Arbeitszeit möglich, seit 1.10.2020 ist dies nur mehr in Sonderfällen zulässig.

Seit 1.10.2020 gilt außerdem: Mindestens die Hälfte der ausgefallenen Arbeitszeit muss für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, z.B. für facheinschlägige Kurse, genutzt werden. 

Aufgrund von COVID-19-Maßnahmen können kurzfristig Sonderregelungen gelten. 

Bei einer Arbeitszeitreduktion aufgrund von Kurzarbeit ist keine Verlängerung des Lehr- oder Ausbildungsverhältnisses zulässig. Lehrlinge bekommen während der Kurzarbeit auch 100% ihres Lehrlingseinkommens weiterbezahlt. 

Die Regelungen über die Reduzierung der Arbeitszeit aufgrund von Kurzarbeit im Lehrbetrieb galten ursprünglich nur bis bis 31.3.2021. Die Sozialpartner und die Bundesregierung haben sich jedoch bereits auf eine Verlängerung bis 30.06.2021 geeinigt. 

Kontakt

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