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Teure Nachhilfe im Sommer

Endlich Ferien? Nicht für alle. Viele Familien sind auch im Sommer im Lernstress. „Nicht nur die Kinder müssen einen Teil ihrer Ferien fürs Lernen opfern, auch für die Eltern kostet die Nachhilfe viel Zeit und Geld. Da muss sich etwas ändern“, erklärt Ulrike Gollonitsch, AK Bildungsexpertin. Eine IFES-Befragung im Auftrag der Arbeiterkammer zeigt: Allein im Sommer geben Eltern für private Nachhilfe rund 26 Millionen Euro aus.

40.000 pro Jahr schaffen den Aufstieg nicht

Jedes Jahr sind in Österreich rund 40.000 SchülerInnen nicht zum Aufstieg in die nächste Klasse berechtigt. Rund die Hälfte davon wiederholt die Klasse, ein Drittel wechselt in eine andere Ausbildungsform. An einer IFES-Befragung im Auftrag der AK haben zwischen März und April 2014 österreichweit 3.000 Haushalte mit insgesamt 5.060 Schulkindern teilgenommen. Die Ergebnisse der Befragung:

Nachhilfe belastet das Familienbudget:

  • Rund 56.000 Familien haben im vergangenen Sommer für private Nachhilfe bezahlt, das sind rund 7 Prozent aller Eltern.

  • Im Durchschnitt gaben sie 468 Euro aus.

  • Der Preis für eine Stunde Einzelnachhilfeunterricht bei einem Lerninstitut beträgt im Schnitt 31,78 Euro, die Kosten reichen von 18,00 bis 46,67 Euro.

  • Nachhilfe in Kleingruppen ist mit durchschnittlich 15,69 Euro billiger. Bei Kleingruppen verlangt das günstigste Lerninstitut 6,23 Euro, das teuerste 33,33 Euro.

Schlechtere Chancen für Kinder von WenigverdienerInnen:

"Besonders ungerecht ist, dass sich viele Familien bezahlte professionelle Nachhilfe nicht leisten können“, so Ulrike Gollonitsch.

  • Eltern mit einem Haushalts-Einkommen von über 3.000 Euro geben im Schnitt 642 Euro für die Sommer-Nachhilfe ihrer Kinder aus, solche mit einem Haushalts-Einkommen bis 1.300 Euro nur 293 Euro.

  • Nachhilfekosten sind damit – sofern überhaupt leistbar – insbesondere für finanziell schwächer gestellte Haushalte eine große Belastung, vor allem für AlleinerzieherInnen und Eltern mit nicht-deutscher Muttersprache.

Starke Unterschiede nach Wohnort: 

Rund ein Viertel der Eltern in kleineren Städten bis 5.000 Einwohner zahlen eine private Nachhilfe für ihre Kinder, in größeren Städten bis 300.000 Einwohner sind es mehr als ein Drittel.

Forderung

Damit mehr SchülerInnen das Schuljahr positiv abschließen können, fordert die AK:


  • Einrichtung eines zweckgebundenen Fördertopfes für Förderunterricht in traditioneller Form oder auch für Teamteaching

  • Mehr Geld für Schulen mit vielen Kindern aus  einem bildungsfernem Haushalt, damit alle Kinder die gleichen Chancen bekommen. Die Regierung soll internationale Erfahrungen prüfen und ein Modell für Österreich entwickeln lassen.

  • Ausbau der Ganztagsschulen unter strenger Qualitätskontrolle: Bundesländer, die die dafür bereitgestellten finanziellen Mittel nicht abholen, sollen ihren Anteil an aktive Bundesländer übertragen.

  • Ausbau kostengünstiger Angebote an institutioneller Kinderbetreuung in den Ferien mit Lernhilfe und individueller Förderung

 

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