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TIPP 2: ArbeitnehmerInnenveranlagung ohne Antrag

ArbeitnehmerInnenveranlagung ohne Antrag

Ab 2017 wird es einfacher, zu viel bezahlte Steuern vom Finanzamt zurückzubekommen. Denn für den so genannten Lohnsteuerausgleich ist künftig in bestimmten Fällen kein Antrag mehr notwendig. Wer wenig verdient oder schon in Pension ist, spart sich so auch den Antrag auf Auszahlung der Negativsteuer. Diese wird in der zweiten Jahreshälfte automatisch ausgezahlt. Eingeführt wurde die antragslose Veranlagung mit der letzten Steuerreform, damit vor allem Menschen mit geringem Einkommen oder Mindestpension ihre Steuergutschrift jedenfalls bekommen – und nicht aus Unkenntnis darum umfallen, weil sie bisher keine Arbeitnehmerveranlagung gemacht haben.  

Wer bisher immer einen Antrag gestellt hat, wer Sonderausgaben hat oder wer nicht warten mag, der sollte auch heuer wieder gleich den Antrag stellen.

Wie funktioniert die antragslose Veranlagung genau?

Sie gibt es ab der Veranlagung 2016, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es dürfen keine „Pflichtveranlagungsgründe“ vorliegen, etwa dass gleichzeitig zwei oder mehrere lohnsteuerpflichtige Einkünfte oder ausländische Pensionen bezogen wurden.
  • Bis zum 30. Juni wurde noch keine Arbeitnehmerveranlagung durchgeführt.
  • Auf Grund der Aktenlage ist anzunehmen, dass ausschließlich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit bezogen werden.
  • Bei der antragslosen Veranlagung muss eine Steuergutschrift herauskommen. Das Finanzamt geht auf Grund der Aktenlage davon aus, das diese Gutschrift auch durch weitere Abschreibungen nicht höher wird. Dies wird besonders bei Einkünften unter der Steuergrenze der Fall sein, wo es nur um die Rückerstattung von Sozialversicherungsbeiträgen (Negativsteuer) geht oder wo bereits Sonderausgaben an das Finanzamt übermittelt wurde. Auch bei schwankenden Bezügen (z.B. bei Karenzierungen, Pensionsantritt) kann – ohne weitere Abschreibungen – eine Gutschrift herauskommen.
  • Dem Finanzamt ist die Bankverbindung bekannt. Wenn nicht, wird die Gutschrift nicht auf das Konto des Steuerpflichtigen überwiesen. In diesem Fall muss ein dem Finanzamt die Kontonummer bekannt geben oder ein Rückzahlungsantrag gestellt werden. 
  • Dem Finanzamt liegen die Daten über lohnsteuerpflichtige Einkünfte (also der Jahreslohnzettel) und gegebenenfalls Daten über Sonderausgaben vor.

    Antragslose Veranlagung nach 2 Jahren

    Sind obige Voraussetzungen erfüllt und hat der Arbeitnehmer in seinen Veranlagungen regelmäßig Abschreibungen getätigt, wartet das Finanzamt 2 Jahre mit der Veranlagung, d.h. bis Ende 2019 . Antragslos wird die Gutschrift dann laut Aktenlage ermittelt und ausbezahlt.

    Ab 2018: Sonderausgaben automatisch berücksichtigt 

    Noch „automatischer“ wird die Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2017. Dann berücksichtigt das Finanzamt bei der antragslosen Veranlagung auch

  • Kirchenbeiträge
  • Spenden 
  • Beiträge zur freiwilligen Weiterversicherung bzw. den Nachkauf von Versicherungszeiten.

    Allerdings müssen die Daten von den Organisationen dem Finanzamt übermittelt werden. Daher brauchen diese Organisation Vor- und Zuname sowie das Geburtsdatum. Beachten Sie daher besonders bei Spenden, dass Sie neben Ihrem Namen auch das Geburtsdatum angeben!

    Wurden Ihre Beiträge falsch oder gar nicht an das Finanzamt gemeldet, müssen Sie die Richtigstellung bei der meldepflichtigen Organisation beantragen. Eine Beschwerde an das Finanzamt ist in diesen Fällen nicht zulässig!

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