28.8.2014
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Soziale Absicherung von pflegenden Eltern

Seit dem Vorjahr können sich pflegende Angehörige von behinderten Kindern bis zu zehn Jahre rückwirkend Pensionsversicherungszeiten holen. „Das ist eine ganz wichtige Maßnahmen für die soziale Absicherung von pflegenden Eltern,“ erklärt AK-Vizepräsident Gerhard Michalitsch. Wer keine freiwillige Selbstversicherung beantragt hat, sollte dies unbedingt nachholen, rät die AK. „Kosten entstehen den Betroffenen dadurch keine“, so Michalitsch. 

„Der Sohn wird mit einem schweren Herzfehler geboren. Die Mutter kehrt daher nicht in ihren Beruf zurück, sondern übernimmt jahrelang die Pflege des Kindes“, berichtet AK-Sozialrechtsexpertin Mag.a Brigitte Ohr von einem aktuellen Fall. „Denn oft sind es Mütter, die in der Vergangenheit die meist aufwendige Betreuung der Kinder übernahmen, aber für diese Pflegezeiten keine freiwillige Selbstversicherung beantragt haben.“ Das hätte zur Folge, dass später in der Pension diese Versicherungszeiten fehlen. Mit der seit 2013 bestehenden Regelung können fehlenden Versicherungsmonate für die Pension rückwirkend beantragt werden.

Die nachträgliche Pensionsversicherung belastet die Betroffenen finanziell nicht. „Die Beiträge der Selbstversicherung werden aus den Mitteln des Ausgleichsfonds für Familienbeihilfe getragen, sodass den Angehörigen keine Kosten entstehen“, sagt AK-Sozialrechtsexpertin Mag.a Ohr. „Wer für das behinderte Kind erhöhte Familienbeihilfe bezogen hat, sollte prüfen, ob er oder sie sich zusätzliche Pensionsversicherungszeiten holen kann.“ AK-Vizepräsident Michalitsch: „Die Expertinnen und Experten der AK Burgenland in Eisenstadt und in allen Bezirksstellen beraten und helfen bei Anfragen zu diesem Thema gerne.“

Die Selbstversicherung bei Pflege eines behinderten Kindes ist eine freiwillige Versicherung in der Pensionsversicherung. Bisher konnte die Selbstversicherung nur bis maximal zwölf Monate vor der Antragstellung abgeschlossen werden. Durch eine Gesetzesänderung per 1.1.2013 ist nun unter diesen Voraussetzungen die Selbstversicherung für Zeiten der Pflege eines behinderten Kindes bis zu 10 Jahre rückwirkend möglich (rückwirkend bis 1988, aber maximal 10 Jahre):
• Die Selbstversicherung kann bis längstens zur Vollendung des 40. Lebensjahres des Kindes auf Antrag bei der PVA in Anspruch genommen werden.
• Der Antragsteller muss sich einem im gemeinsamen Haushalt lebenden behinderten Kind widmen bzw. gewidmet haben,
• für das die erhöhte Familienbeihilfe gewährt wird (bzw. wurde) und
• deren Arbeitskraft aus diesem Grund gänzlich beansprucht wird (bzw. wurde).

Eltern, Groß-, Wahl-, Stief- oder Pflegeeltern, die sich der Pflege eines im gemeinsamen Haushalt lebenden behinderten Kindes widmen, können sich auf Antrag in der Pensionsversicherung selbst versichern. Zur Selbstversicherung bei Pflege eines behinderten Kindes ist für denselben Zeitraum immer nur eine Person berechtigt.

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