Sparbuchzinsen im „Tief“

Die Sparbuchzinsen sind im Keller – im Schnitt bekommen SparerInnen für täglich fällige Sparbücher 0,01 Prozent. Wer sein Geld binden möchte, bekommt im Schnitt 0,5 Prozent für fünf Jahre Bindung auf ein Kapitalsparbuch oder als Festgeld. 

Das zeigt ein aktueller AK Zinsentest bei 32 Banken (online und Filialen) anlässlich der Weltsparwoche.  

Sparen - so kommen Sie besser weg: 

Werbung mit höheren Sparbuchzinsen

Einige Banken werben mit höheren Zinssätzen auf täglich fälligen Sparkonten. Achtung, diese Aktionszinssätze gelten für Neukunden und gelten nur auf drei oder vier Monate – nach diesem Zeitraum purzeln die Zinsen regelrecht in den Keller.  Die Santander Consumer Bank bietet Neukunden einen Zinssatz in Höhe von 1,05% pro Jahr – das Spitzenangebot im Zinsvergleich („Online-Tagesgeld“). Diese Sonderkondition gilt allerdings nur für einen Zeitraum von vier Monaten. Danach gelangt – aus heutiger Sicht – eine Verzinsung von 0,2 % p.a. zur Anwendung.

Die Austrian Anadi Bank wirbt mit 1,01 % Startzinsen („Anadi Online Sparen“), gültig für drei Monate. Nach Ablauf dieser Frist, kommen Sparer nur mehr in den Genuss von 0,2 % p.a. Zinsen, sofern sich diese Kondition zB bei weiter fallendem Zinsniveau nicht verändert. Die DADAT Bank (eine Marke des Bankhauses Schelhammer & Schattera) hat in ihrer Neukundenaktion („Das flexible Sparkonto“) einen Zinssatz in Höhe von 0,3 % p.a. für den Zeitraum von 4 Monaten. Nach Ablaufen von 4 Monaten springt der Zinssatz nach derzeitigem Stand auf 0,02 % Zinsen - sofern sich bis dahin keine Änderungen am Geldmarkt ergeben.

Achtung, Spesenfresser

Spesen auf Sparkonten und Sparcards für Kontoführung, die Sparcard (jährliche Kartengebühr) oder einzelne Buchungen können den Zinsertrag zur Gänze auffressen. Zudem verrechnen einzelne Banken Schließungsspesen bei Sparbüchern. Und: Bei Sparbüchern mit Bindungsfrist kann die vorzeitige Auflösung teuer kommen. In diesem Fall werden Vorschusszinsen von 1 Promille pro Monat der nicht eingehaltenen Bindungsdauer vom Zinsertrag abgezogen.

Kredit tilgen statt niedrig verzinstes Sparbuch

Wer einen offenen Kredit hat, der sollte sich überlegen, ob eine Sondertilgung am Kreditkonto nicht besser ist als verfügbares Bares auf ein Sparkonto zu legen. Denn der Zinsertrag eines Sparbuchs bringt deutlich weniger als die Zinsersparnis durch eine Sondertilgung am Kreditkonto. Beispiel: Ein Kapitalsparbuch auf 5 Jahre (Einmalerlag: 7.000 Euro, Zinssatz 0,50 Prozent) bringt einen Zinsertrag von rund 133 Euro. Die Einzahlung von 7.000 Euro auf ein Kreditkonto (offener Saldo zB 25.000 Euro) bringt eine Ersparnis an Kreditzinsen von 955 Euro. Ein „Plus“ von 822 Euro!

Vorsicht beim viel beworbenen „Fondssparen“

Denn Fondssparen hat nichts mit einem Sparbuch zu tun. Es handelt sich vielmehr um ein laufendes Veranlagen in Anteilen von Kapitalanlagefonds (Investmentfonds) mit periodischen Einzahlungen (zum Beispiel 50 Euro pro Monat). Das bedeutet, dass Fondssparerinnen stückchenweise Fondsanteile kaufen. Beim Kauf von Investmentfonds fallen üblicherweise Spesen an: es gibt Kaufspesen (sogenannter Ausgabeaufschlag zwischen 0,5 % und 5 %) und Spesen für das Wertpapierdepot bei der Bank (zumeist zwischen 0,25 % und 0,30 % pro Jahr, Achtung auf jährliche Mindestspesen von bis zu 32 Euro).

Die Banken bewerben die Investmentfonds mit der Ertragskennzahl „Performance“ (Wertsteigerung des Fonds pro Jahr), die im Kundeninformationsdokument (KID) zum Fonds ausgewiesen werden muss. Achtung, die Performance ist nicht fix, sondern ungewiss. Zudem sind in der Performance die Kaufspesen eines Fonds sowie die Depotführungsspesen der Bank nicht abgebildet.

Beispiel

Ein Beispiel zur Illustration: Ein Fonds mit einer 4%-igen Wertsteigerung (Performance) pro Jahr erbringt nach Abzug von Kaufspesen (3 %) und jährlich verrechneten Depotführungsspesen (34 Euro) eine Rendite (nach Kosten) in der Höhe von 3,1 Prozent. Bankkunden, die den Kauf eines Fonds erwägen, sollten sich vom Berater über die Rendite nach Kosten aufklären lassen. Der Kauf von Wertpapieren will gut überlegt sein – denn eine gleichrangige Sicherheit wie bei einer Spareinlage (Einlagensicherung) gibt es nicht. Die Banken haben gesetzlich festgelegte Informations- und Beratungspflichten, für die sie einzustehen haben.

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