26.10.2017
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AK Test: Sparzinsen weiterhin im Keller

Die Zinsen für täglich behebbare Sparbücher und täglich behebbare Online-Sparkonten schrammen knapp an der Null vorbei. Wer sein Geld bindet, kann mit etwas mehr Zinsen rechnen. Achtung, beim Auflösen des Sparbuchs zahlt man mitunter teure Schließungsspesen. Das zeigt ein aktueller AK Sparzinsen-Test bei 37 Filial- und Online-Banken.

Das Sparbuch ist bei den ÖsterreicherInnen noch immer sehr beliebt. Wer Online-Sparkonten bevorzugt, bekommt für täglich fälliges Geld im Durchschnitt 0,15 Prozent. Die besten Zinsen für täglich fälliges Online-Sparen gibt es bei der Kommunalkredit Austria AG mit 1,11 Prozent und bei der Austrian Anadi Bank mit 1,01 Prozent, jedoch ist bei beiden Banken eine Mindestsparsumme von 10.000 Euro nötig, bei der Anadi Bank gilt das nur für NeukundInnen. Bei der DADAT (für NeukundInnen) gibt's ein Prozent bei einer Mindestsparsumme von einem Euro. 

Im Schnitt betragen die Zinsen bei einem täglich fälligen Sparbuch bei den Filialbanken 0,01 Prozent. Konkret:

Das gibt's an Zinsen für täglich fällige Sparbücher bei Filialbanken

Bank Zinssatz Mindestsparsumme
DenizBank0,40%100,00 Euro
Hypo Tirol          0,10%10,00 Euro
Hypo NÖ             0,06%0,00 Euro
Erste Bank          0,02%0,00 Euro
Hypo Vorarlberg     0,02%0,00 Euro
Bank Burgenland     0,01%0,00 Euro
BKS Bank            0,01%0,00 Euro
RLB NÖ Wien         0,01%0,00 Euro
Bank Austria        0,01%0,00 Euro
BAWAG 0,01%1,00 Euro
Austrian Anadi Bank 0,01%6,00 Euro
Oberbank 0,01%1.000,00 Euro

Quelle: www.ak-bankenrechner.at/18.10.2017

„Wer sein Sparbuch schließen möchte, muss mit Spesen rechnen“, warnt AK Konsumentenschützer Christian Prantner. Von zwölf Filialbanken verrechnen fünf Institute dafür keine Spesen: Bank Austria, BAWAG, Deniz Bank, Erste Bank, RLB NÖ Wien. Die anderen sieben Banken verrechnen Schließungsspesen zwischen 3,20 (Bank Burgenland) und sieben Euro (Hypo Tirol).

„Wer sein Geld auf einem Kapitalsparbuch binden möchte, hat etwas mehr an Fixzinsen“, sagt Prantner. Für Kapitalsparbücher/Festgeld auf zwölf Monate gibt’s 0,10 bis 0,96 Prozent Zinsen, für 36 Monate zwischen 0,20 und 1,20 Prozent und für 60 Monate zwischen 0,50 und 1,40 Prozent – in der Regel ist ein Mindestbetrag erforderlich. 

Achtung, Spesen und Strafzinsen können Ertrag auffressen!

Achtung, beim Sparen können Spesenfallen zuschnappen. Der aktuelle AK Sparzinsen-Test zeigt: Gerade bei Sparkonten und Sparcards können die Spesen den Zinsertrag zur Gänze auffressen. Schließungsspesen beim Auflösen des Sparbuchs und „Strafzinsen“ beim vorzeitigen Abheben eines Sparbuchs mit Bindungsfrist können ebenfalls das Ersparte erheblich schmälern. 

„Bei täglich fälligen Sparkonten und Sparcards ist auffällig, dass nur drei von acht Banken keine Spesen verrechnen“, sagt AK Konsumentenschützer Christian Prantner. „Die restlichen fünf Banken verrechnen Kontoführungsspesen zwischen 0,85 und 1,50 Euro pro Quartal.“ Es können etwa auch jährliche Kartengebühren anfallen, oder es werden beispielsweise Spesen für händisch bearbeitete Buchungen verlangt.

Ein Beispiel: Bei einem Sparkonto (täglich fällig) mit einem Zinssatz von 0,05 Prozent beträgt der Zinsertrag bei einem Sparbetrag von 5.000 Euro gerade 1,88 Euro (nach Steuer). Die jährlichen Kontoführungs- und Kartengebühren betragen 10,22 Euro – weit über den Zinsertrag hinaus. Die Bank legt zwar fest, dass die Spesen die Zinsen nicht übersteigen dürfen, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass null Euro Ertrag herauskommt.

TIPP
  • Zinsen checken: Kontrollieren Sie die Verzinsung auf Ihren bestehenden Sparbüchern. Bei Fixzinsen gibt es keinen Verhandlungsspielraum. Bei variablen Zinsen gibt es eine Zinsanpassungsklausel. Fürs Verhandeln gilt: probieren geht über studieren!

  • Bindungsfrist im Auge behalten: Achten Sie auf den Zeitpunkt, wann die vereinbarte Laufzeit Ihres Sparbuches endet. Übersehen Sie diesen Termin, dann bleibt das Angesparte zum täglich fälligen Zinssatz liegen.

  • Zinsen nachtragen: Lassen Sie Ihre Zinsen für das abgelaufene Jahr am Sparbuch nachtragen.

  • Schließungsspesen verhandeln: Sparbuch-Schließungsspesen sind verhandelbar – vor allem, wenn Sie das Geld wiederveranlagen.

  • Mini-Zinsen am Sparbuch oder Kreditzinsen sparen? Wenn Sie Geld auf der Kante und einen Kredit haben, überlegen Sie, ob Sie ihn teilweise oder ganz zurückzahlen. Die Kreditzinsen sind höher als die Zinsen am Sparbuch. Sie sparen dadurch Kreditzinsen.

  • „Strafzinsen“ meiden: Fragen Sie vor Abschluss eines Sparbuches mit einer vereinbarten Bindungsfrist (Kapitalsparbuch, Sparbuch mit Bindung), ob bei vorzeitiger Auflösung Vorschusszinsen anfallen (ein Promille pro Monat der nicht eingehaltenen Bindungsdauer).

  • „Fondssparen“ kein sicheres Sparbuch: Überlegen Sie gut, wenn Sie Wertpapiere kaufen wollen – eine adäquate Sicherheit wie bei einer Spareinlage (Einlagensicherung) gibt es nicht. Beim Fondssparen handelt es sich um Veranlagen in Anteile von Kapitalanlagefonds (Investmentfonds). Dafür fallen im Regelfall Kauf- (Ausgabeaufschlag) und Depotführungsspesen an.

  • AK Bankenrechner zeigt beste Zinsen: Die aktuellen Zinsen und Konditionen finden Sie hier.
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