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Rückgeleitete Überweisungen können teuer kommen

Die IBAN ist nicht korrekt, das Empfängerkonto existiert nicht mehr, der Empfängername ist falsch… Bei Rückbuchungen von Überweisungen verrechnen Banken immer wieder hohe Spesen, wie einige Fälle aus der AK Konsumentenberatung zeigen. Und das, obwohl Rückbuchungen selbst nichts kosten dürfen. Nur für die Mitteilung oder die Wiedererlangung eines verlorengegangenen Geldbetrages darf ein kostenbasiertes Entgelt verlangt werden. 

Ein Beispiel aus der AK Konsumentenberatung

Eine Bank verlangte 30 Euro „Stornospesen“, weil das Empfängerkonto nicht mehr existierte. Aber: Eine Rückbuchung gemäß Zahlungsdienstegesetz darf nichts kosten. Bloß für die Mitteilung der Nichtdurchführung darf ein kostenbasiertes Entgelt verlangt werden, aber den Begriff Stornospesen kennt das Zahlungsdienstegesetz nicht, so das Urteil von den AK Konsumentenschützern.

Von 100 Euro blieben nur 17,01 Euro übrig

Ein anderes Beispiel aus der AK Beratung zeigt: Bei nicht durchgeführten Überweisungen im Nicht-Euro-Raum fielen extrem kostspielige Spesen an. Die Kundin spendete 100 Euro ins Ausland. Abgesehen von den Spesen der Auslandsüberweisung (8,38 Euro an Provision) ging die Überweisung trotz richtigen IBAN und BIC schief. Der Name des Empfängers bei der Empfängerbank war nicht korrekt. Die Überweisung kam retour. Die böse Überraschung: Von den überwiesenen 100 Euro blieben nur 17,01 Euro übrig. Die Kontoinhaberin erhielt eine lückenhafte Aufstellung: „Ausländische Bankspesen in der Höhe von 5,59 Euro“ sowie „Fremde Bankspesen Auftraggeber 32,40 Euro“. Wo war der Rest der Überweisung geblieben?

Erfolgreiche Kundenbeschwerde

Die AK Intervention brachte schließlich eine Aufschlüsselung der gesamten Spesen, die die involvierten Banken abzwackten: 8,38 Euro durch die Hausbank bei Beauftragung der Überweisung, 45 Euro fremde Rückleitungsspesen durch die Empfängerbank, 32,40 Euro Reklamationsspesen sowie 5,59 Euro Eingangsspesen der Hausbank. Somit blieben also von den 108,38 Euro nur 17,01 Euro übrig. In diesem Fall erledigte die Bank die Kundenbeschwerde rasch und schrieb die gesamten Spesen gut.

Wann dürfen Spesen verrechnet werden?

Die Spesen dieser nicht durchgeführten Auslandsüberweisung sind nicht nur extrem hoch, sondern waren nicht klar dargelegt. Für Spesen bei nicht durchgeführten oder fehlgeschlagenen Überweisungen gilt, dass sie nur verrechnet werden dürfen, wenn sie im Kontovertrag im Detail vereinbart wurden und wenn es sich um einen Kundenfehler gehandelt hat, zum Beispiel, wenn das Konto nicht gedeckt war. Gemäß Zahlungsdienstegesetz dürfen Spesen nur für die Mitteilung der Nichtdurchführung oder für die Wiedererlangung eine verlorenen Geldbetrages anfallen, beliebige Bearbeitungsspesen ohne Aufschlüsselung oder wie im konkreten Fall „Eingangsspesen“ dürfte es eigentlich gar nicht geben. Die Höhe der Spesen muss sich am tatsächlichen Aufwand ausrichten. Bei automatisierten Prozessen ist allerdings höchst zweifelhaft, ob die Spesenhöhe dem Aufwand angemessen ist.  

Wie ist das mit SEPA-Überweisungen?

Ab 1. August gilt SEPA, der einheitliche Euro-Zahlungsverkehr mit IBAN und BIC. Die AK verlangt anlässlich der SEPA-Umstellung, dass Banken bei fehlerhaft ausgefüllten Überweisungen vorerst keine Spesen verrechnen. Bei Überweisungen in den Nicht-Euro-Raum (Auslandsüberweisungen), die üblicherweise erheblich teurer sind als Überweisungen innerhalb des Euro-Raumes, sollen die fix anfallenden und möglichen Spesen vor dem Überweisungsauftrag klar aufgeschlüsselt werden. Die Banken sollen KundInnen beim Ausfüllen von SEPA-Überweisungen unter die Arme greifen. Bei Problemen nach Überweisungen soll die Bank rasch und unbürokratisch helfen.  

Wie Banken mit Fehlern umgehen

Eine AK Befragung zu Jahresbeginn bei sieben Banken zeigt: Die meisten gaben an, keine Spesen bei fehlerhaftem Ausfüllen von Überweisungen zu verrechnen – allerdings mit ein paar Einschränkungen. Für die „manuelle Nachbearbeitung“ verrechnet die Bawag ein „vertraglich vereinbartes Entgelt“. Auch können seitens der „Empfängerbank bei Rückleitung Spesen anfallen“, wenn zum Beispiel eine IBAN bei der Empfängerbank nicht existiert. Auch hieß es bei den meisten Banken, dass „bis auf weiteres“ oder derzeit keine Spesen verrechnet werden. 

Wie viel Überweisungen kosten dürfen

Inlandsüberweisungen (Überweisungen innerhalb von Österreich) dürfen nicht mehr kosten als Überweisungen in den Euro-Raum. Die Spesen für Überweisungen sind gesetzlich der Höhe nach nicht geregelt, sondern ergeben sich aus dem individuellen Girokontovertrag oder Kontomodell bei der Hausbank des Kontoinhabers. Bei Konten mit Einzelpreisverrechnung wird dafür eine Zeilen- oder Postengebühr verrechnet. Bei Pauschalverrechnungskonten sind diese Spesen häufig in der Kontoführungspauschale inkludiert.

TIPP
  • Lassen Sie sich vor der Überweisung in Nicht-Euro-Länder die Spesen genau erläutern. Denn Überweisungen außerhalb des Euro-Raumes sind empfindlich teurer.
  • Fallen bei einer nicht durchgeführten Überweisung (oder bei einer Rückleitung) hohe Spesen an, lassen Sie sich diese aufschlüsseln und zum Beispiel anhand Ihres Girokontovertrages erläutern. Bei Beschwerden helfen nicht nur bankeigene Beschwerde- oder Ombudsstellen, sondern auch die Gemeinsame Schlichtungsstelle der Österreichischen Kreditwirtschaft
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