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Scheck in US-Dollar

Schecks verlieren als Zahlungsmittel immer mehr an Bedeutung. Trotzdem kann es vorkommen, dass man statt einer Überweisung noch einen Scheck erhält. Ein Fall aus der AK-Wien Konsumentenberatung:

Frau M ist österreichische Staatsbürgerin und lebt jetzt auch in Wien. Sie hat von einem früheren Arbeitgeber als Teil des Gehalts Aktien erhalten – die Dividende wird in US Dollar ausbezahlt und sie erhält dafür einen Scheck (Währung US Dollar, gezogen auf eine große Bank in den USA). Sie bringt diesen Scheck zu ihrer Bank um ihn auf das eigene Konto gutschreiben zu lassen. Jedoch lehnt die Bank diese Dienstleistung ab.

Welche Dienstleistungen angeboten werden

Die Arbeiterkammer Wien hat sich bei acht Banken mit Filialen in Wien bzw zwei Online-Banken erkundigt (Erhebung im Februar 2017), welche Dienstleistungen im Zusammenhang mit Schecks in fremder Währung angeboten werden.

Die BAWAG, die EasyBank und die Volksbank Wien haben das Inkasso und Clearing von USD-Schecks eingestellt.

Bank Austria, Bank für Tirol und Vorarlberg, Erste Bank, Hypo NÖ, Oberbank und RLB NÖ Wien übernehmen USD-Schecks von eigenen Kunden zur Gutschrift auf das bestehende Kundenkonto. Die Bank Austria verweist auch darauf, dass eine Weitergabe der USD-Schecks nicht möglich ist, da diese von der Korrespondenzbank in den USA nicht mehr akzeptiert wird. Die HYPO NÖ übernimmt Schecks nur ab 500 USD.

Eine ausführliche Information haben wir von der Erste Bank erhalten: Aufgrund amerikanischer Regulierungen und aktueller Maßnahmen der US Aufsichtsbehörde OCC (Office of the Comptroller of the Currency) stellen immer mehr amerikanische Banken das Clearing-Geschäft mit USD-Auslandsschecks ein. Nach Ansicht der OCC sind Auslandsschecks ein Risikogeschäft und nicht Aufsichts-konform. Betroffen sind Schecks, die zahlbar in den USA sind (gezogen auf eine amerikanische Bank). Das USD Scheckgeschäft innerhalb der USA ist davon nicht betroffen. In Erste Bank und Sparkassen werden baw. nur mehr Schecks laut OCC Richtlinie mit Lesezeile (= Lesezone, "micro line") gemäß amerikanischem Bundesgesetz "Check 21 Act" ausschließlich für eigene Kunden abwickelt. Wir raten allen unseren KundInnen (vor allem jenen die Pensionen/Gehälter durch USD-Scheckzahlungen erhalten, aber auch KommerzkundInnen) eindringlich, auf den baldigen Umstieg auf ein anderes Zahlungsverkehrsmittel (Überweisung auf das Kundenkonto) zu drängen! Durch o. a. verstärkten Regulierungen der OCC ist bald damit zu rechnen, dass alle Clearing-Banken von USD-Auslandsschecks demnächst dieses Service einstellen werden und wir dann keine Schecks mehr entgegen nehmen können und dürfen, die auf US-Banken gezogen sind. Daher wird die Strategie verfolgt das Scheckgeschäft in der Erste Bank und Sparkassen stark zu reduzieren und USD-Schecks mittelfristig einzustellen.

Bei der ING DiBa ist die Bearbeitung von Schecks generell ausgeschlossen. Die Kosten für ein Scheck-Inkasso bei einem Fremdinstitut werden zwar übernommen (nach Vorlage des Beleges) – allerdings bieten die anderen gefragten Banken diese Dienstleistung für Fremdkunden nicht an. 

Auch bei anderen Währungen bzw Ländern kann es zu Einschränkungen kommen. So teilte uns die RLB NÖ Wien folgendes mit: Beschränkungen gibt es bei auf italienischen Banken gezogene Schecks (Änderungen im italienischen Scheckgesetz anlässlich der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus Finanzierung):  betragliche Limitierung der Inhaberschecks auf max 4.999,99 Euro. Beträge ab 5.000 Euro dürfen nur mehr mit dem Vermerk nicht übertragbar und mit Angabe des Begünstigten ausgestellt werden.

Die HYPO NÖ nimmt keine Schecks in britischen Pfund (GBP) an.

Tipps für Konsumenten

Anstatt von Schecks sollten Zahlungen am besten direkt mittels Überweisung erfolgen

Für Schecktransaktionen in fremder Währung fallen Spesen an – informieren Sie sich rechtzeitig über die Höhe. Aufgrund von Mindestspesen kann die Scheckeinreichung unverhältnismäßig teuer werden.

Auch für Überweisungen und Gutschriften aus dem EU-Ausland werden die Spesen für den Auslandszahlungsverkehr verrechnet – lassen Sie sich vorher von Ihrer Bank über die kostengünstigste Variante beraten.

Die Banken sind verpflichtet die zur Verrechnung kommenden Spesen in einem Schalteraushang (bei Online-Banken im Internet) zu veröffentlichen. Fragen Sie nach dem Schalteraushang Ihrer Bank.

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