FAQs zu abgesagten Veranstaltungen

Es gibt neue gesetzliche Regeln für Kunst-, Kultur- und Sportveranstaltungen. Das Gesetz gilt für nach dem 13. März 2020 gecancelte private Veranstaltungen, nicht aber für Veranstaltungen des Bundes, der Länder oder Gemeinden. Geregelt wird, dass anstelle der Refundierung des Ticketpreises ein Gutschein ausgegeben werden kann.

Welche Events sind davon betroffen?

Kunst- oder Kulturereignisse, zum Beispiel:

  • Konzertveranstaltungen
  • Opernaufführungen
  • Theateraufführungen
  • Filmvorführungen
  • Performances

Schließung von Kunst- oder Kultureinrichtungen, zum Beispiel:

  • Museen
  • Kulturdenkmäler

Sportereignisse, zum Beispiel:

  • Profi-Tennisturnier
  • Ligafußballspiel
  • aber etwa auch entgeltpflichtige Laufsport-Events für Hobbysportler

In welcher Höhe muss ich den Gutschein akzeptieren, beziehungsweise welchen Betrag kann ich mir auszahlen lassen?

Das Gesetz sieht eine Staffelung nach Höhe des Ticketpreises vor:

  • Bis zu  70 Euro müssen Sie einen Gutschein annehmen.
  • Bis zu  250 Euro bekommen Sie für 70 Euro einen Gutschein, den  darüberliegenden Betrag erhalten Sie in bar (bis max.  180 Euro).
  • Für über 250 Euro liegende Beträge kann das Unternehmen wieder einen Gutschein ausstellen.

Einige Beispiele zur Veranschaulichung:

  • Ticketpreis 70 Euro: Sie bekommen nur einen Gutschein im Wert von 70 Euro.
  • Ticketpreis 90 Euro: Sie bekommen einen 70 Euro Gutschein, den Betrag von 20 Euro können Sie sich auszahlen lassen.
  • Ticketpreis 250 Euro: Sie bekommen einen 70 Euro Gutschein, den Restbetrag von 180 Euro können Sie sich auszahlen lassen.
  • Ticketpreis 300 Euro (und höher): Sie bekommen einen Gutschein im Wert von 70 Euro. Den Betrag von 180 Euro können Sie sich auszahlen lassen, den Restwert von 50 Euro (300 – 70 – 180 = 50) kann das Unternehmen wieder mittels Gutschein abgelten.

Einlösung und Übertragbarkeit: Sie können den Gutschein an jede/n Konsumenten/in übergeben. Sie können (müssen aber nicht) den Gutschein auch für ein anderes Ereignis des Veranstalters oder einen Besuch der Kunst- oder Kultureinrichtung nach Wiedereröffnung verwenden.

Hinweis

Der Veranstalter darf aber keine Veranstaltungen für die Einlösung ausschließen.

Wird der Gutschein nicht bis zum 31.12.2022 eingelöst, haben Sie das Recht auf eine unverzügliche Auszahlung. Beachten Sie bitte, dass Sie dieses Recht beim Vertragspartner einfordern müssen. Wir empfehlen, dies schriftlich (eingeschrieben) unter Angabe der Kontonummer und einer Kopie des Gutscheines dem Vertragspartner mitzuteilen.

Für die Ausstellung, Übersendung oder Einlösung des Gutscheins dürfen Ihnen keine Kosten verrechnet werden.

Ich habe mehrere Tickets auf einmal erworben. Was gilt dann?

Die Regelungen gelten auch für den Fall, wenn Sie in einem Kaufvorgang mehrere Tickets oder Eintrittskarten erworben haben. Beispielsweise kann der Vertragspartner für jedes Ticket bis zu 70 Euro einen Gutschein ausstellen. Ob dies auch für mehrtägige Veranstaltungen (zum Beispiel Musikfestivals) gilt, versucht die Arbeiterkammer gerade im Rahmen von Musterprozessen zu klären.

Was gilt, wenn ich die Tickets über einen Vermittler erworben habe?

Diese Regelungen gelten auch dann, wenn die Tickets über einen Vermittler erworben wurden. Der Veranstalter stellt einen Gutschein aus und hat diesen an den Vermittler zu übergeben. Der Vermittler hat den Gutschein unverzüglich an Sie zu übergeben.

Was gilt bei wiederkehrenden Abonnements?

Sie können anstelle des Gutscheins eine Anrechnung auf das Folgeabo verlangen.

Veranstalter dürfen zunächst auch einen Gutschein über den gesamten Betrag anbieten – daskönnen Sie jedoch ablehnen. Wenn Sie keinen Gutschein über den gesamten Betrag akzeptieren, darf Ihnen der Veranstalter nur einen Gutschein bis 70 Euro ausstellen und Sie können sich den Restbetrag auszahlen lassen (bis zu max. 180 Euro).

Wir empfehlen, dem Unternehmen bereits im Aufforderungsschreiben für die Geltendmachung der Ticketkostenrückerstattung mitzuteilen, dass Sie keinen Gutschein über den gesamten Betrag akzeptieren (einen Musterbrief dazu finden Sie unten).

Nicht anwendbar ist das Gesetz, wenn der Veranstalter eine Gebietskörperschaft (Bund, Länder, Gemeinden) ist, oder ein Rechtsträger, der mehrheitlich im Eigentum des Bundes, Landes oder der Gemeinde steht oder für den gehaftet wird.

Tipp

Kontaktieren Sie schriftlich per Einschreiben (Kopie vom Schreiben und Einschreibbeleg aufheben!) den Veranstalter und fordern Sie die Rückerstattung des Ticketpreises.

Für Ticketpreise bis einschließlich 250 Euro: Teilen Sie dem Unternehmen gleich mit, dass Sie mit Gutscheinen über einen hinausgehenden Wert von 70 Euro nicht einverstanden sind und die Ausbezahlung des Differenzbetrages zum Ticketpreis verlangen.

Wenn Ihr Ticketpreis über 250 Euro liegt, lehnen Sie die gänzliche Refundierung durch Gutscheine ab und verlangen die Ausbezahlung des gesetzlich maximal zustehenden Betrages von 180 Euro.

Musterbrief

Mit diesem Muster­brief können Sie die Rück­er­statt­ung des Ticket­preises an­fordern.

Beachten Sie bitte, dass die Regelungen auch dann gelten, wenn Sie jetzt eine Eintrittskarte oder ein Ticket erwerben. Wird die Veranstaltung im Jahr 2020 abgesagt, würden Sie – großteils – nur einen Gutschein bekommen!

Kontakt

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Konsumentenschutz
Wiener Straße 7
7000 Eisenstadt

T: 02682 740 3961
E: Konsumentenberatung@akbgld.at