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„Ös­ter­reich-Auf­schlag“ ist eine Tat­sa­che

Die AK weist die Behauptungen der Sektion Handel der Wirtschaftskammer entschieden zurück. Es gibt einen Österreich-Aufschlag sowohl bei identen Markenprodukten als auch bei preiswertesten Produkten. Das belegen die AK Preisvergleiche Wien mit Deutschland. Die AK erhebt einen Einkaufskorb mit typischen Lebens- und Reinigungsmitteln. Die AK erhebt so, wie die Menschen einkaufen.


„Die höheren Preise sind in Österreich großteils hausgemacht. Es gibt einige wenige „Große“, die sich den Markt aufteilen“, sagt Werner Muhm, Direktor der AK Wien. „Wenn es Preisabsprachen gibt, so zahlen die Konsumenten drauf. Den Profiteuren der Teuerung muss daher ein Riegel vorgeschoben werden.“ Die AK will wissen, wo solche Preisaufschläge zustande kommen. Daher verlangt die AK, dass das sogenannte „Wettbewerbspaket“ rasch umgesetzt wird: Strengere Preiskontrollen und höhere Bußgelder können zu günstigeren Preisen führen.

Höhere Marktkonzentration in Österreich

Im Vergleich zum deutschen Lebensmitteleinzelhandel weist Österreich eine deutlich höhere Marktkonzentration auf. Die drei größten Unternehmen (Rewe inklusive Adeg, Spar und Hofer) haben mittlerweile über 80 Prozent Marktanteil. In Deutschland haben die vier größten Ketten (Edeka-Gruppe, Rewe-Gruppe, Schwarz-Gruppe (Lidl) und die Aldi Gruppe) einen Marktanteil von insgesamt 66 Prozent. Die deutlich höhere Marktkonzentration in Österreich hat unter anderem zur Folge, dass der österreichische Lebensmittel-Einzelhandel trotz an sich höheren Preisniveaus auch Einstandspreiserhöhungen viel schneller an die VerbraucherInnen weiterreichen als dies in Deutschland der Fall ist. Bei den Drogeriewaren ist die Marktaufteilung ähnlich.

Unterschiedliche Preisgestaltung deutscher Konzerne

Es ist für die AK nicht nachvollziehbar, dass die großen deutschen Lebensmittelkonzerne, die auch in Österreich Marktführer sind, eine derart unterschiedliche Preisgestaltung fahren. Hinsichtlich der Vertriebs- oder Logistikkosten ist zu sagen, dass in Deutschland die Treibstoffkosten deutlich höher sind und die Topografie Bayerns mit der Österreichs vergleichbar ist. Die Arbeiterkammer legt wie andere Verbraucherverbände sowohl bei Warentests wie bei Preiserhebungen oder Marktübersichten eine Struktur dieser Instrumente fest, wie sie grundsätzlich dem Verbraucherverhalten entspricht.

Die AK kauft so ein, wie die Konsumenten auch

Die AK kauft so ein, wie die Konsumenten auch: Wer wenig Geld hat und jeden Cent zweimal umdrehen muss, schaut auf den Preis und nicht auf die Marke. Daher macht die AK einen Einkaufskorb mit preiswertesten Lebens- und Drogeriewaren. Die AK vergleicht aber auch idente Markenprodukte. Die Preiserhebungen werden in engen Zeiträumen (zwei oder drei aufeinanderfolgenden Tagen) durchgeführt. Das entspricht dem Verhalten der Verbraucher.

Aktionen werden bei den AK Preistests berücksichtigt, aber nicht Kundenkarten – diese werden im Verbraucherpreisindex der Statistik Austria auch nicht berücksichtigt. „Die Bindung des Kunden an das jeweilige Unternehmen ist überdies kritisch, weil unklar ist, was mit den Daten alles passiert“, sagt Muhm. Warentests zeigen, dass es heute ganz grundsätzlich in vielen Bereichen keinen durchgängigen Zusammenhang zwischen Preis und Qualität mehr gibt.

Die AK Preistests zeigen:

1. Idente Drogerie-Markenprodukte sind in Wien im Schnitt um 27,5 Prozent teurer als in Köln. Das zeigt ein AK Preismonitoring von bis zu 100 identen Marken-Drogeriewaren in Wien und in Köln von Anfang März bei Schlecker, DM und Müller.

2. Lebensmittel kosten in Wien mehr als in Berlin – um durchschnittlich rund neun Prozent. Das zeigt ein AK Preismonitoring vom Februar von 30 preiswertesten erhältlichen Lebensmitteln bei Supermärkten und Diskontern in Wien und Berlin.

3. Idente Marken-Lebensmittel waren in Wien um durchschnittlich 13 Prozent teurer als in München. Das zeigte ein AK Preismonitoring vom Oktober 2011 bei Supermärkten.

4. Besonders auffällig sind Preisunterschiede bei unverarbeiteten Lebensmitteln wie Fleisch, Milch, Zucker oder Mehl.


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