12.7.2013
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Gartenerde im AK-Test

Viele Hobbygärtner widmen sich mit Hingabe der Auswahl von Saatgut und Pflänzchen. Doch welche Gartenerde lässt Blumen, Kräuter und Gemüse auch gut gedeihen? Wie sieht es mit der Belastung durch Pestizide und Schwermetalle aus? Dieser Frage ist die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Burgenland nachgegangen. Sie hat das Umweltbundesamt mit der Analyse von 11 Garten- und Anzuchterden auf Pestizide und Schwermetalle beauftragt. Das durchaus erfreuliche Ergebnis: 10 Produkte wurden mit „unauffällig“ bewertet. In einem Produkt, der „Leier – Blumenerde“, die bei Interspar gekauft wurde, wurden jedoch auffällige Mengen an Arsen und Uran nachgewiesen.

Insgesamt 11 Produkte haben die AK-Tester bei Interspar, Baumax, Obi, Merkur und Lidl eingekauft und dem Umweltbundesamt zur Analyse übergeben. Während in anderen Untersuchungen Nährstoff- und Torfgehalt überprüft wurden, ging es im aktuellen Test um die Frage, ob die Gartenerden mit Pestiziden und Schwermetallen belastet sind.

In 3 Produkten wurde je ein Pestizid nachgewiesen (Spar Natur pur, Bio-Erde; Florideal Blumenerde von Merkur und Grandiol Blumenerde von Lidl) – die Gehalte waren jedoch so gering, dass sie als unbedenklich eingestuft wurden.

Ein Produkt, Leier-Blumenerde, wies im Vergleich zu den anderen Kultursubstraten und Literaturdaten auffällige Gehalte an Arsen und Uran auf. Während bei den anderen Blumenerden, die getestet wurden, der Arsen-Gehalt zwischen 2,5 und 3,2 mg/kg TM* betrug, wurden in der Leier-Blumenerde 29 mg/kg TM nachgewiesen. Bei Uran wurde in der Leier-Blumenerde ein Gehalt von 6,2 mg/kg TM nachgewiesen. In den anderen Proben lagen die Uran-Werte zwischen <0,050 und 0,82 mg/kg TM.

Arsen und Uran sind natürlich vorkommende Schwermetalle, für die es in Österreich  keine Grenzwerte gibt. In der Deutschen Düngemittelverordnung ist jedoch ab einem Gehalt von 20 mg As/kg TM eine Kennzeichnung und ab einem Arsen-Gehalt von 40 mg/kg TM ein Verbot für das Inverkehrbringen von Kultursubstraten vorgesehen. Ein ähnlicher Grenzwert wird derzeit in Österreich diskutiert. Zur Relevanz dieses Ergebnisses merkt Dr. Gundi Lorbeer, Leiterin des Bereichs Stoffe und Analysen im Umweltbundesamt, an, dass keine Gesundheitsschäden zu erwarten sind, wenn man Gemüse isst, das in diese Erde gepflanzt wurde. Jedoch können bereits geringe Arsen-Konzentrationen zu einem bis zu 50% reduzierten Wurzelwachstum führen.

Bei Uran liegt lt. Umweltbundesamt der Richtwert für Normalgehalte in Böden bei 2 mg/kg TM des untersuchten Produktes. Uran zählt zwar zu jenen Elementen, die von den Pflanzen kaum über die Wurzeln aufgenommen werden, in bestimmten Fällen kann es jedoch durch eine Tiefenverlagerung in Böden und einen Austrag ins Grundwasser umweltrelevant werden.

Die geringsten Schwermetallgehalte wiesen die Produkte „Compo Sana Anzucht- und Kräutererde“ sowie „Baumax Selection Green Aussaaterde“ auf. 

Angesichts der Ergebnisse fordert Dr. Eva Schreiber von der Arbeiterkammer Burgenland eine Kennzeichnungspflicht und die Einführung von Grenzwerten für Arsen und Uran.

*TM = Trockenmasse

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