21.2.2014
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Management: It’s a man’s world

„Mit Selbstverpflichtung und Freiwilligkeit kommt Frau in Österreich offenbar nicht weiter“, kommentiert AK Vizepräsidentin Dwora Stein das Ergebnis des Frauen.Management.Report.2014. Die jährliche AK Studie untersucht den Frauenanteil in den österreichischen Führungsetagen. Das diesjährige Resultat auf den Punkt gebracht: Stagnation. „Um diese Situation zu ändern, bedarf es daher gesetzlich vorgeschriebener Zielvorgaben“, fordert Stein die Bundesregierung zum Handeln auf.    

Frauenanteil in Führungsetagen stagniert auf niedrigem Niveau 

Der jährlich von der AK Wien durchgeführte Frauen.Management.Report zeigt für das Jahr 2014 erneut ein Bild meist ohne Dame: Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Repräsentanz von Frauen in der Geschäftsführung bzw. in den Aufsichtsräten konstant auf niedrigem Niveau. Untersucht wurden sowohl die umsatzstärksten Top 200 Unternehmen sowie alle Börsenunternehmen (ATX, ATX Prime, Mid Market, Standard Market Auction, Standard Market Continuous). 

Die Ergebnisse im Detail: In der Liga der Top 200 Unternehmen blieb der Anteil von Frauen in den Geschäftsführungen mit 5,6 Prozent exakt auf dem Niveau des Vorjahres. In absoluten Zahlen heißt das: Von 606 Positionen haben lediglich 34 Frauen inne. In den Aufsichtsräten gab es eine marginale Verbesserung um 0,5 Prozentpunkte auf 13,9 Prozent. Erneut die absoluten Zahlen: Von 1.796 Aufsichtsratsmandaten sind nur 250 weiblich besetzt. Allerdings sind in fast einem Drittel der Top 200 Unternehmen weder in der Geschäftsführung noch im Aufsichtsrat Frauen vertreten. Umgekehrt ist in nur elf Unternehmen die Spitze des Aufsichtsrates weiblich. Und nur zehn Unternehmen erreichen den angestrebten Zielwert im Kontrollgremium von 40 Prozent und mehr Frauen.  

Börse-Firmen in Männerhand

Sogar rückläufig entwickelte sich der Frauenanteil in den Vorstandsetagen der börsennotierten Betriebe. Der Prozentsatz sank von 3,3 auf 3,1 Prozent. Aktuell sind nur noch sechs Frauen in den Spitzenpositionen der Börsen-Firmen zu finden. Der daraus zu ziehende Schluss: eine ebenfalls schwache Vertretung in den Aufsichtsräten. Die konkreten Zahlen: 12,0 Prozent aller Aufsichtsräte in den börsennotierten Unternehmen sind Frauen – nach 11,6 Prozent im Vorjahr. Die „Börsianer“ bleiben damit hinter dem ohnehin schon schwachen Niveau der Top 200 Unternehmen noch zurück. Und das, obwohl seit dem Geschäftsjahr 2010 eine Berichterstattung zu Frauenfördermaßnahmen im Corporate Governance Bericht vorgeschrieben ist. Damit müssen börsennotierten Unternehmen offenlegen „welche Maßnahmen zur Förderung von Frauen in Aufsichtsrat, Vorstand und in leitenden Stellungen gesetzt werden“. „An den Zahlen sieht man allerdings sehr deutlich, dass diese freiwilligen Berichtspflichten ein hilf- und wirkungsloses Instrument sind“, betont AK Expertin und Studienautorin Christina Wieser.  

Einziger Lichtblick in Österreich sind die staatsnahen Unternehmen, die in punkto Frauenquote spürbare Fortschritte machen. Von den insgesamt 285 vom Bund entsandten Aufsichtsratsmitgliedern (in jenen 55 Unternehmen, an denen der Staat mit mehr als 50 Prozent beteiligt ist) sind 94 Frauen. Damit ergibt sich ein Anteil von 33 Prozent.

Gesetzliche Regelung muss her

Dass freiwillige Verpflichtungen nicht zum Ziel führen, zeigt das Beispiel Österreich. Damit bleibt unser Land aber deutlich unter dem EU-Schnitt, der bei 17 Prozent liegt (Frauenanteil in den höchsten Entscheidungsgremien der größten börsennotierten Unternehmen Europas). An der Spitze stehen Länder wie Island (49 Prozent) und Norwegen (42 Prozent). Die stärksten Bewegungen sind in Ländern zu verzeichnen, die gesetzliche Frauenquoten eingeführt haben. Zwei Beispiele: In Frankreich kletterte der Frauenanteil nach Einführung einer Quotenregelung im Jahr 2011 von 12,0 auf 27 Prozent im Jahr 2013. Ebenfalls 2011 wurde in den Niederlanden eine Regelung implementiert. Das Resultat: Ein Frauenanteil von 24 Prozent in den Leitungsorganen der Top-Börsenunternehmen.

Forderung
  • Die rasche Einführung einer gesetzlichen Geschlechterquote von 40 Prozent bei der Besetzung von Aufsichtsratsmandaten
  • Die Einführung sollte in Schritten erfolgen: zuerst in börsennotierten Gesellschaften und Kapitalgesellschaften in mehrheitlich öffentlicher Hand, anschließend in allen Kapitalgesellschaften
  • Wirksame Sanktionen bei Nichteinhaltung der Quotenregelung wie spürbare Geldstrafen oder eine Eintragung im Firmenbuch

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