Kein Bahn-Ausverkauf!

AK Direktor appelliert an Parlament: Direktvergabe sich­ert gutes Bahnangebot für Fahrgäste. Bewährte Bahn nicht an internationale Konzerne ausverkaufen.

„Über das Vergaberecht wird derzeit versucht, unser er­folg­reich­es und bewährtes Bahnsystem durch die Hintertür zu zer­schlag­en. Davor kann ich nur warnen“, sagt AK Direktor Christoph Klein. „Das würde das Aus für unser auch EU-weit an der Spitze liegendes Bahnangebot bedeuten. Unsere Bahn muss rot-weiß-rot bleiben. Den Preis für den Wegfall der Direkt­ver­gabe würden hunderttausende Fahrgäste und allen vor­an die Berufspendlerinnen und Berufspendler zahlen“, warnt Klein. „Deshalb appelliere ich an das Parlament und an Bund und Länder: Sichern Sie mit der Direktvergabe ein gut funk­ti­on­ier­end­es Bahnsystem, das sich bei den Bahn­kund­innen und -kunden steigender Beliebtheit erfreut. Sorgen Sie mit der Direktvergabe für ein gutes Bahnangebot in den Regionen.“ Die AK unterstützt die Sozialpartnerkampagne „Sag ja zur Bahn in Rot Weiß Rot“ und den Erhalt der Mög­lich­keit zur Direktvergabe. In Großbritannien etwa wird der Bahn­ver­kehr seit Jahren ausgeschrieben. Für die Fahrgäste in Groß­britannien bedeutete das am Ende hohe Preise und ein in­feriores Angebot.

Ohne Direktvergabe werden vor allem internationale Bahn­kon­zerne um die Verkehrsaufträge mitbieten. Das würde be­deut­en: Der Bahnverkehr wird mit Steuergeldern finanziert, die Gewinne fließen aber ins Ausland. In Großbritannien sind nach der Ausschreibung aller Bahnaufträge beispielsweise die deutsche und die französische Bahn mit Töchter­unter­nehm­en tätig. Pro Bahnkilometer zahlen die BahnkundInnen in Großbritannien 19 Cent, in Österreich nur 8 Cent. Trotz­dem müssen die britischen SteuerzahlerInnen den Bahn­ver­kehr heute stärker subventionieren als vor der Privatisierung.

Die Direktvergabe in Österreich stärkt die Wirtschaft in den Regionen. Zahlreiche inländische Bahnunternehmen von den ÖBB bis zu den über 20 österreichischen Privatbahnen im öffent­lich­en Auftrag wie etwa die „Salzburger Landesbahn“ oder „Stern und Hafferl“ sorgen für den Bahnverkehr. Daran hängen auch 50.000 fair bezahlte Arbeitsplätze gerade auch in strukturschwachen Regionen. Deshalb muss der öffent­liche Verkehr in österreichischer Hand bleiben, zum Wohl der Fahr­gäste, zum Erhalt der Arbeitsplätze und der Wertschöpfung im Land. 

Immer mehr Fahrgäste fahren gut mit der Direkt­ver­gabe

Jede fünfte Pendlerin und Pendler nutzt die Bahn auf dem täg­lich­en Weg zur Arbeit. Das sind weit über 400.000 Men­sch­en jeden Tag. EU-weit ist Österreich das Land mit den meist­en Bahnkilometern pro Kopf. „Die öffentliche Bahn wird also heute schon sehr gut angenommen“, so Klein. „Statt ein gut laufendes System zu zerschlagen, muss die Bahn mit der Direkt­ver­gabe weiterentwickelt werden.“

Taktfahrplan, faire Preise, ein Ticket für alle Züge

Die Bahn entwickelt derzeit den integrierten Taktfahrplan weiter, der künftig noch schnellere Umsteigemöglichkeiten bieten soll. Das geht besser und kundenfreundlicher mit ein­em Leitunternehmen, mit einem Ticketsystem und mit einer Kunden­in­for­ma­ti­on aus einem Guss. Auch beim Preis­ver­gleich ist der öffentliche Verkehr in Österreich gut: Im Fern­ver­kehr kostet die Strecke Wien-Klagenfurt mit dem Railjet 53,60 Euro, die vergleichbare Strecke München-Mannheim mit dem ICE dagegen 88 Euro.

Wer von Wiener Neustadt nach Wien pendelt, kann den Rail­jet nehmen oder einen Rex, was gerade kommt. Derzeit gilt außer in den Zügen der Westbahn AG: Ein Ticket des ört­lich­en Verkehrsverbunds für jeden Zug. Das macht das öster­reich­ische Bahnsystem attraktiv und flexibel für die Kund­Innen.

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