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Arbeitswelt: Zeichen stehen auf Sturm

Hoher Stresspegel, familienfeindliche Arbeitszeiten, Auslagerungen von Unternehmensteilen und damit eine Verschlechterung des Betriebsklimas: Diese Themen dominieren die heutige Arbeitswelt. Das zeigt auch die jüngste Erhebung des AK Strukturwandelbarometers in Zusammenarbeit mit dem Institut für empirische Sozialforschung (IFES). „Die Resultate machen deutlich, dass bei den herrschenden Arbeitsbedingungen dringend Verbesserungsbedarf herrscht“, sagt AK Präsident Rudi Kaske.  

Belegschaft zählt zu den Verlierern

Der Strukturwandel lässt naturgemäß auch in Österreich kaum einen Stein auf dem anderen. Dass dieser in vielen Fällen notwendig ist, sehen auch die knapp 300 befragten Betriebsrätinnen und Betriebsräte. Denn mehr als die Hälfte hält den strukturellen Wandel für absolut notwendig bzw. notwendig. Doch zu den Profiteuren zählen laut der Umfrage vorwiegend Eigentümer und Unternehmen, während Volkswirtschaft und Belegschaft zu den Verlierern zählen.

Allerdings zeigt die Befragung auch, dass in jenen Betrieben, in denen die Entscheidungskompetenz in Österreich und nicht in Konzernzentralen im Ausland liegt, der strukturelle Wandel positiver beurteilt wird. „In diesen Unternehmen wird auch der Betriebsrat eher in die Entscheidungen einbezogen, was sich wiederum positiv auf die Arbeitsbedingungen auswirkt“, sagt IFES Projektleiter Georg Michenthaler.  

Forderungskatalog von AK und ÖGB

AK und ÖGB haben aufgrund der Befragungsergebnisse einen Forderungskatalog für die folgenden drei Bereiche zusammengestellt:

Arbeitszeit/Arbeitsdruck 

  • Verteuerung der Überstunden für Arbeitgeber in Form einer Arbeitgeberabgabe in der Höhe von 1 Euro pro geleisteter Überstunde.
  • Einschränkung der Zulässigkeit von All-in-Klauseln: Das für die Normalarbeitszeit zustehende Entgelt muss klar beziffert sein, damit das darüber hinausgehende Entgelt klar den Überstunden zugeordnet werden kann.
  • Eine faire Urlaubsregelung für alle ArbeitnehmerInnen: Der Zugang zu einer 6. Urlaubswoche muss erleichtert werden – zum Beispiel in Form einer verbesserten Anrechnung der Vordienstzeiten bei anderen ArbeitgeberInnen. Das Erreichen einer 6. Urlaubswoche nach 25 Dienstjahren muss auch ohne durchgängige Beschäftigung beim selben Dienstgeber möglich sein.

Mitbestimmung 

  • Die Betriebe sollen verpflichtet werden, regelmäßig unter Mitwirkung des Betriebsrats die Arbeitszeitsituation zu evaluieren (Arbeitszeitbilanz). So werden gesicherte Grundlagen zum Erkennen unzureichender Personal- und Zeitressourcen geschaffen. Überlassene Arbeitskräfte und freie DienstnehmerInnen sind ebenfalls zu berücksichtigen.
  • Outsourcing-Maßnahmen sollen erst nach Zustimmung des Aufsichtsrats durchgeführt werden dürfen (Aufnahme in den Katalog der zustimmungspflichtigen Geschäfte).

  • Bessere Informationspflicht bei Leiharbeitskräften: Der Betriebsrat muss insbesondere über das Ende der Überlassung und über die
    Entgeltansprüche der LeiharbeiterInnen informiert werden.

Qualität der Arbeit

  • Teilzeitbeschäftigte müssen leichter in Vollzeit wechseln bzw. ihre Stundenanzahl erhöhen können. Bei internen Stellenausschreibungen sind  Teilzeitkräfte bevorzugt zu behandeln. Zudem muss der Teilzeitzuschlag für „Mehrarbeit“ von 25 auf 50 Prozent erhöht werden.

  • Ältere ArbeitnehmerInnen müssen besser vor Kündigungen geschützt werden. Es braucht ein Bonus-Malus-System. Unternehmen, die Menschen der Generation „50+“ einstellen, werden belohnt, Unternehmen, die kündigen, bestraft.

  • Beschäftigtenanteil der LeiharbeitnehmerInnen beschränken. Der Anteil der LeiharbeitnehmerInnen in einem Betrieb soll zehn Prozent nicht überschreiten. Nach einer gewissen Überlassungsdauer soll ein Anspruch auf Übernahme in die Stammbelegschaft zustehen.

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