21.9.2012
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Bauerneinkommen fair besteuern!

Mehr Steuergerechtigkeit innerhalb der Landwirtschaft, aber auch gegenüber den ArbeitnehmerInnen, verlangt die AK. „Seit 2000 haben sich die Agrareinkommen fast verdoppelt, während die der Arbeitnehmer nur um 27 Prozent gestiegen sind“, sagt AK Direktor Werner Muhm. Die Einkommen der Bauern haben deutlich zugelegt, zeigt auch der Grüne Bericht. „Eine faire Besteuerung ist mehr als nötig. Denn von der jetzigen ungerechten Steuerpauschalierung profitieren nur gut verdienende Betriebe“, sagt Muhm. „Nur wenn die tatsächlichen Einkommen besteuert würden, würde das mehr Gerechtigkeit bei den Landwirten bringen. Deshalb braucht es dringend eine faire Lösung, damit die gut verdienenden Bauern ihren entsprechenden Anteil am Steueraufkommen leisten, so wie jeder Arbeitnehmer auch.“

Hohe Einkommenszuwäche bei Bauern

Im vergangenen Jahr sind die Agrareinkommen erneut deutlich stärker gestiegen als jene der ArbeitnehmerInnen. So haben die Einkommen der Bauern um 34 Prozent zugelegt, die der ArbeitnehmerInnen lediglich um 2,6 Prozent. „Die Arbeitnehmer können von solchen Zuwächsen nur träumen“. „Seit dem Jahr 2000 haben sich die Agrareinkommen beinahe verdoppelt. Sie sind um 96 Prozent gestiegen, während jene der Arbeitnehmer nur um 27 Prozent zugenommen haben“, sagt der AK Direktor.

Die Einkommensunterschiede zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben sind beträchtlich: Das einkommensstärkste Viertel der Bäuerinnen und Bauern verdiente im Jahr 2011 durchschnittlich mit über 56.000 Euro mehr als das Dreifache eines mittleren Einkommens (Median). Das entspricht mehr als dem Doppelten der zweitstärksten Einkommensgruppe. „Es zeigt sich deutlich, dass zumindest ein Viertel der Bauern ein sehr gutes Einkommen hat, das jedenfalls steuerrelevant sein müsste“.

Ost-West-Gefälle bei den Einkommen

Zwischen den Bundesländern ist ein deutliches Ost-West-Gefälle bei den Einkommen zu beobachten. So ist das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen im Burgenland mit über 30.000 Euro mehr als doppelt so hoch wie in den beiden einkommensschwächsten Bundesländern Tirol und Salzburg. Das Pro-Kopf Einkommen im Burgenland liegt damit bei über 170 Prozent eines durchschnittlichen österreichischen Bauern/Bäuerin (Medianeinkommen).

Aber auch in Niederösterreich (25.000 Euro) und Oberösterreich (28.000 Euro) liegt es bei 141Prozent bzw. bei 156 Prozent eines österreichischen „Durchschnittsbauern“. Diese drei „reichsten“ Bundesländer sind dabei durch höhere Betriebseinkommen und geringeren Arbeitsanfall je Bauernhof gekennzeichnet.

Obwohl die Einkommen deutlich zugenommen haben (plus 34 Prozent), ist das Einkommenssteueraufkommen laut Grünem Bericht 2012 unverändert niedrig geblieben. „So lange die Landwirtschaft nicht nach ihrem tatsächlichen Einkommen, sondern nach dem Einheitswert besteuert wird, bleibt diese Ungerechtigkeit bestehen“, betont Muhm. Ab 20 Hektar Ackerland ist es den Betrieben jedenfalls zumutbar, Aufzeichnungen zu führen. Gleichzeitig ist damit auch sichergestellt, dass Kleinbauern mit einem niedrigen Einkommen weiterhin von der Pauschalierung voll profitieren.

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Verwandte Links

Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK