28.3.2013
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Energiepreismonitor: Großhandelspreis im Keller, aber Haushalte werden „geschröpft“

Immer noch kein Ende mit den hohen Energiepreisen für die Haushalte: Obwohl sich die Großhandelspreise für Strom weiter auf Talfahrt befinden, weigern sich die Stromlieferanten vehement die Preissenkungen auch an die Haushalte weiterzugeben. Der AK-Energiepreismonitor bei 14 Strom- und 12 Gasanbietern vom März bestätigt das: Die Großhandelspreise sind zwar im Keller, aber seit der letzten AK Erhebung im Jänner 2013 hat kein einziger Stromlieferant seine Preise für seine HaushaltskundInnen gesenkt.

Preissenkungen fließen nur an die Industrie

Die langfristige Betrachtung seit Juli 2008 fällt noch dramatischer aus: Während die Strom-Großhandelspreise bis März dieses Jahres um 26,2 Prozent gesunken sind und damit einen Tiefstand seit Beginn der AK Energiepreisbeobachtung erreichen, stiegen die überprüften Haushaltsenergiepreise (ohne Netzentgelte und Steuern) im gleichem Zeitraum um bis zu 21 Prozent an. „Die Preissenkungen fließen offensichtlich ausschließlich an die Industrie“, sagt AK Experte Dominik Pezenka. Dies hat letzte Woche auch die E-Control massiv kritisiert.

Der aktuelle europäische Energiepreisvergleich stellt den österreichischen Energielieferanten ein schlechtes verteilungspolitisches Zeugnis aus. Während die Strompreise für die Industrie in Österreich unter dem Durchschnitt der EU-27 Mitgliedsländer liegen, zahlen die Haushalte einen der höchsten Strompreise (ohne Steuern).

Im Gasbereich sind die Großhandelspreise seit Juli 2008 insgesamt zwar um 9,8 Prozent gestiegen, die Preissteigerungen bei den HaushaltskundInnen sind aber deutlich stärker ausgefallen: Ihre Gas-Arbeitspreise (ohne Steuern und Netzentgelte) sind in diesem Zeitraum um bis zu 46,7 Prozent gestiegen! Und auch hier zeigt der EU-Preisvergleich die massive Schieflage auf: die Haushalte in Österreich zahlen die fünft-höchsten Gaspreise innerhalb der 27 EU- Mitgliedstaaten, umgekehrt erhält die Industrie in Österreich innerhalb der EU-27 die siebent günstigsten Gaspreise (ohne Steuern).

Vielen Haushalten drohen Nachzahlungen

Und damit nicht genug: Vielen Haushalten drohen durch höheren Energieverbrauch aufgrund des langen Winters verbunden mit den hohen Energiepreisen Nachzahlungen. Appelle an die Energielieferanten alleine reichen nicht aus, um ihre Preispolitik zu ändern. Das Parlament muss jetzt handeln und das Gesetz zur Umkehr der Beweislast endlich beschließen. Dann müssen die Energielieferanten die Karten auf den Tisch legen und nachweisen, dass sie die hohen Energiepreise für die Haushalte sachlich rechtfertigen können. Im Herbst letzten Jahres haben die Parlamentarier diese wichtige Gesetzesnovelle auf die Wartebank geschoben.

Tipp
  1. Vergleichen Sie die Preise mit dem Strom-, Gaspreisrechner. Achten Sie bei einem möglichen Anbieterwechsel auf befristete Rabatte und Bindungsfristen. Der Wechsel ist einfach.

  2. Haushalte, die GIS befreit sind, haben Anspruch auf eine Deckelung der Ökostrom-Förderkosten (max. 20 Euro pro Jahr). Anträge sind beim Gebühren Info Service (GIS) zu stellen.

  3. Bei hohen Nachzahlungen: Vereinbaren Sie mit Ihrem Lieferanten Ratenzahlungen.


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