AK Konsumenten­bilanz: Top-Aufreger 2018 Wohnen

Knapp 390.000 Konsument­Innen suchten im Vorjahr österreich­weit Rat und Hilfe bei den Arbeiter­kammern. Die meisten Anfragen gab es rund ums Wohn­recht. Die AK klagte auch sehr erfolgreich: So zahlte die Raiffeisen­landes­bank NÖ Wien Konsument­Innen aufgrund eines von der AK erreichten OGH-Urteils 3,4 Millionen Euro unzulässige Spesen und Zinsen zurück.

Top Ärgernisse: Wohnen, Geld, Versicherungen

Die österreichischen Konsument­Innen suchten 2018 in den AK Konsument­Innen­beratungen Hilfe wegen etwa zu hoch verrechneter Mieten in privaten Altbauwohnungen, und sie beschwerten sich über Makler­Innen. Zu den Finanzdienstleistern gab es immer wieder Fragen rund um das Thema Zahlungsverkehr, Kredite und Versicherungen.

Beim Thema Einkaufen brauchten Konsument­Innen vor allem Beratung wegen verfallener Gutscheine, und sie hatten Probleme bei der Geltendmachung von Gewähr­leistungs­ansprüchen. Auch bei Handy­verträgen gab es oft Ärger, hauptsächlich wegen überhöhter Rechnungen etwa durch unerwünschte Mehr­wert­dienste. Und Beratung wurde auch wegen der Dienstleister im Freizeit­bereich in Anspruch genommen – etwa bei Flug- und Pauschalreisen.

Die AK Konsumenten­schützer­Innen nehmen auch Allgemeine Geschäfts­bedingungen von Unternehmen laufend unter die Lupe. Dabei werden oft gesetzeswidrige Klauseln eingeklagt. Die AK führt Muster­verfahren in Einzelfällen sowie bei Verstößen gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG). 2018 gab es für viele Konsument­Innen erfolgreiche Urteile – einige Beispiele.

Top Erfolg: RLB zahlte 3,4 Millionen Euro zurück

Top Erfolg bei den Verbandsklagen waren 3,4 Millionen Euro unzulässige Spesen und Zinsen, die die Raiffeisen­landes­bank NÖ Wien den Konsument­Innen aufgrund eines von der AK erreichten OGH-Urteils zurückgezahlt hat. Darüber konnten sich rund 45.000 InhaberInnen eines Kontos bei dieser Bank freuen.

Auch gegen sogenannte Sperr­gebühren von 40 Euro von Card Complete hat die AK geklagt und Recht bekommen: Derartige Gebühren dürfen bei Kreditkarten und Bankomat­karten nicht verrechnet werden und können zurückgefordert werden.

AK Erfolg gegen Parship

Aufgrund vieler Beschwerden hat die AK Parship, ein Online-Partner­vermittlungs­institut geklagt. Wenn Konsument­Innen von ihrem Rücktritts­recht binnen 14 Tagen Gebrauch machten, verrechnete Parship einen sogenannten Wertersatz von bis zu 75 Prozent des Gesamtpreises für die Halbjahres- oder Jahres-Mitgliedschaft, oft mehrere hundert Euro. Viel zu hoch – so auch die Gerichtsentscheidung. Konsument­Innen können die zu viel bezahlten Beträge zurückfordern. Dies gilt neben Parship auch für das Online-Partner­vermittlungs­institut Elite Partner.