Warum es wirksame Mietobergrenzen braucht?

Mein Recht auf leistbare Mieten © Tbwa
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Wohnen muss billiger werden. Bei privaten Wohnungen sind die Mieten in den letzten 10 Jahren dramatisch gestiegen:

In Zahlen
Wir haben den Mikrozensus der Statistik Austria für Österreich von 2008 bis 2016 analysiert. Das Ergebnis: Die privaten Hauptmietzinse von Neuvermietungen sind österreichweit um 35 Prozent in die Höhe gegangen. In Wien sind es sogar 43% mehr. Und: Zwei von drei neuen privaten Mietverträgen sind in Österreich befristet. Mehr dazu...

Wer soll sich das leisten?

Diese steigenden Mieten stehen in keinem Verhältnis zur Inflation oder der Lohnentwicklung der ArbeitnehmerInnen. Bei vielen Menschen fressen daher die Wohnkosten einen großen Teil des Haushaltsbudgets. Gerade Junge können sich die eigenen vier Wände kaum leisten. Dramatisch ist auch der Anstieg bei befristeten Mietverträgen – denn bei jeder Vertragsverlängerung droht ein teurer Umzug oder ein höherer Mietzins.

Was tun damit Wohnen billiger wird?

1. Mieten senken
Damit Wohnen wieder leistbar wird, braucht es wirksame Obergrenzen für Mieten. Lagezuschläge müssen außerdem ganz klar mit 25% des Richtwerts begrenzt werden. Ausgenommen von Mietpreisbegrenzungen sollen Wohnungen sein, die nicht älter als 30 Jahre sind und ohne Förderungsmittel errichtet wurden.

2. Klare Regeln
Damit sich wirklich alle MieterInnen auf Miet-Obergrenzen und andere Regeln über Rechte und Pflichten verlassen können, braucht es endlich ein möglichst einheitliches Mietrecht.

3. Befristungen streichen
Große Unsicherheit, alle paar Jahre wieder Wohnungssuche und teurer Umzug, das ist für MieterInnen nicht fair und nicht leistbar. Deshalb: Weg mit den befristeten Mietverhältnissen, außer bei Eigenbedarf der VermieterInnen für sich oder ihre Kinder.

4. Runter mit den Betriebskosten
Grundsteuer und Versicherung sind eigentlich Sache der VermieterInnen – und sollen deshalb aus dem Betriebskostenkatalog für MieterInnen gestrichen werden. 

5. Weg mit der Maklerprovision für MieterInnen:
Die Maklerprovision soll bezahlen, wer den Makler zuerst beauftragt – und das sind in den seltensten Fällen die MieterInnen.

6. Runter mit der Kaution
Es häufen sich die Fälle, in denen sich MieterInnen schon wegen horrenden Kautionen keinen Umzug mehr leisten können. Deshalb: Kautionen gesetzlich auf maximal 3 Monatsmieten begrenzen!

7. Klare Erhaltungsregeln
Die Erhaltungsregeln für VermieterInnen müssen für die gesamte Wohnausstattung gelten, nicht nur für die Heiztherme. 

8. Mehr Wohnbau

Mehr neue geförderte Wohnungen, die langfristig leistbar bleiben.