Arbeitsloser sitzt im Warteraum © luxorphoto , stock.adobe.com
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„Gute Arbeit statt Sanktionen“

Die Arbeitsmarktzahlen haben sich im August weiter positiv entwickelt. Aktuell sind im Burgenland 7.678 Menschen arbeitslos gemeldet. Wirklich bedenklich bleibt nach wie vor die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die neuerlich angestiegen ist. „Wir haben eine große Zahl an Menschen, die vor der Corona-Krise jahrzehntelang in Beschäftigung waren. Sie jetzt mit härteren Sanktionen zu bedrohen und als arbeitsunwillig hinzustellen, ist absurd“, so AK-Präsident Gerhard Michalitsch. „Leistungskürzungen drängen noch mehr Menschen in Armut. Was Arbeitssuchende brauchen, das ist die bestmögliche Unterstützung um wieder in Beschäftigung zu kommen“, erklärt auch AK-Arbeitsmarktexpertin Gabi Tremmel-Yakali.

Schon jetzt gibt es aus Sicht der AK ausreichend Sanktionsmöglichkeiten für Arbeitslose. Weder eine Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen noch längere Sperren würden die schwierige Situation für Langzeitarbeitslose entspannend. Ganz im Gegenteil. „Die im Sommer von Arbeitsminister Kocher vorgeschlagenen generellen Verschärfungen würden vor allem Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Ältere treffen. Sie haben es aber schon jetzt besonders schwer am Arbeitsmarkt“, so Tremmel-Yakali. Um Arbeitssuchende weiter fit für den Arbeitsmarkt zu machen, braucht es den Ausbau von Qualifizierungsmaßnahmen. „Jobförderung und Qualifizierung müssen im Mittelpunkt der Arbeitsmarktpolitik im Burgenland stehen“, so Tremmel-Yakali. Kritisch sieht die AK auch den von AMS-Vorstand Kopf vorgeschlagenen Wegfall der Zuverdienstmöglichkeit bei Arbeitslosigkeit. „Das würde die finanzielle Situation von arbeitslosen Menschen und ihren Familien noch einmal mehr verschärfen. Obwohl es selbstverständlich wichtig ist, darüber aufzuklären, dass bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen keine zusätzlichen Ansprüche beispielsweise für die Pension erworben werden.“ 

Um die Wirtschaft nachhaltig zu stärken und Arbeitssuchende vor Armut zu schützen, erneuert AK-Präsident Gerhard Michalitsch die Forderung nach einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes. „Wir wissen, dass Arbeitssuchende jeden Euro zum Leben brauchen. Eine Erhöhung ist sinnvoll, da jeder zusätzliche Euro in den Konsum fließt, die Wirtschaft stärkt und Arbeitsplätze sichert. Eine Senkung des Arbeitslosgeldes unter dem Deckmantel eines degressiven Modells lehnen wir jedenfalls ab.“

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Für Rückfragen: 
Gabi Tremmel-Yakali,
Interessenpolitik

T: 0664/823 9437
E: gabi.tremmel@akbgld.at