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1 Jahr länger zahlen: Telefondienstleister trickste bei Kündigung

In immer weniger privaten Haushalten finden sich noch Festnetztelefone. Ihren Platz hat oft das Smartphone als universelle Kommunikationsplattform eingenommen. Selbst „ältere Semester“ kehren ihren Festnetzanschlüssen den Rücken. Dies wollte auch eine nordburgenländische Familie tun. Doch statt der Kündigungsbestätigung flatterte eine Mahnung ins Haus. Erst die Konsumentenschützer der AK Burgenland konnten helfen und brachten die Kündigung durch.

Nur mehr ganz selten nutzte Familie H. das Festnetz. Vielmehr setzte man auf Mobiltelefonie. Um Kosten zu sparen, kündigten die Nordburgenländer mit Mai 2020 den Festnetzanschluss und damit den Vertrag mit dem Dienstleister Primacall. 

Doch Primacall reagierte gar nicht prima und pochte auf eine angebliche Vertragslaufzeit bis Juni 2021. Sehr zum Missfallen der Familie H. Sie ignorierte die Forderung und bezahlte nur bis einschließlich Juni 2020. Woraufhin Primacall härtere Seiten aufzog und Mahnungen verschickte.
Irritiert wandte sich die Familie an die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Burgenland. Eine Intervention der AK-Juristen bewog den Telefondienstleister aber letztlich zum Einlenken. 
Denn längerfristige Vertragsbindungen sind nur möglich, wenn dafür auch eine sachliche Rechtfertigung vorliegt. „Primacall betreibt als Preselectionanbieter keine eigenen Netze und hat daher auch keinerlei Vorlaufaufwand und somit kein wirtschaftliches Risiko. Eine derart lange Bindung ist daher nicht zu rechtfertigen“, erklärt AK-Konsumentenschutzexpertin Mag. Judith Palme-Leeb.

Außerdem sind Verträge über Dienstleistungen, die im Rahmen eines vom Unternehmen eingeleiteten Telefonats geschlossen werden, erst nach schriftlicher Bestätigung gültig.

Im vorliegenden Fall kam die im Gesetz für Telekommunikationsverträge festgelegte Kündigungsfrist zur Anwendung, wodurch der Vertrag bereits mit 30. Juni 2020 beendet war.

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Bianca Werfring
Kommunikation & Marketing

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