Arbeiter in Maschinenhalle © cherryandbees , stock.adobe.com
Arbeiter steht mit verschränkten Armen in Maschinenhalle © cherryandbees , stock.adobe.com

45 Jahre sind genug: AK Burgenland kritisiert Aus für Hacklerregelung

Am Freitag trägt die Bundesregierung die Neuauflage der Hacklerregelung zu Grabe. Damit bleibt Arbeitnehmern die Chance verwehrt nach 45 Arbeitsjahren abschlagsfrei in Pension zu gehen. Doch nicht nur für die Hackler steht die abschlagsfreie Pension auf dem Spiel, auch für Schwerarbeiter und jene, die zu krank zum Weiterarbeiten sind. „Das ist Politik gegen die Arbeitnehmer. Mit dieser Gesetzesänderung zeigt die ÖVP ihr wahres Gesicht. Ihre Politik ist Verrat an den Arbeitnehmern. Auf dem Rücken der Beschäftigten machen sie der Industrie und den Unternehmern ein Geschenk nach dem anderen und den fleißigen Arbeitnehmern drohen Abschläge und massive finanzielle Einbüßen – ein Leben lang“, spart AK-Präsident Gerhard Michalitsch nicht mit Kritik an der der Bundesregierung.

Auch dem „Frühstarterbonus“ - damit bekommen Menschen, die zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr gearbeitet haben, monatlich 60 Euro zusätzlich -
als Ersatz kann AK-Präsident Gerhard Michalitsch gar nichts abgewinnen. Michalitsch: „Das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und wird die Einbußen nie aufwiegen. Unterm Strich ist das Aus der Hacklerregelung mit massiven Pensionseinbußen verbunden ist - gerade auch für Frauen, sobald das Pensionsantrittsalter auch für sie steigt.“

Durchschnittlich rund 360 Euro brutto im Monat verlieren laut AK-Berechnungen betroffene Arbeitnehmer – ein Leben lang. „Das kann und darf nicht sein. 45 Arbeitsjahre sind genug. Es ist nur gerecht, dass Menschen, die ihr Leben lang hart und fleißig gearbeitet haben, nach 45 Jahren ohne Abschläge in Pension gehen können“, fordert Michalitsch und schlägt statt dem Aus eine Adaptierung der Hacklerregelung vor. Entsprechend hat auch die Vollversammlung der AK Burgenland einstimmig (!), auch mit den Stimmen der ÖVP-Arbeitnehmervertreter und der grünen AUGE/UG, einen entsprechenden gemeinsamen Antrag beschlossen. 

Die AK Burgenland fordert in diesem Antrag:
• die Versicherungszeiten des Bundesheeres, des Zivildienstes und des Wochengeldes in diese Regelung einzubeziehen,
• und auf die Pensionen der Jahrgänge 1954 bis 1957 anzuwenden und die Pensionen dieser Personengruppe auf Anfrage neuzuberechnen. 

„Das wäre gerecht! Denn damit werden zwei große Lücken in der Hacklerregelung geschlossen. Einerseits sind Bundesheer-, Zivildienst- und Wochengeld-Zeiten ebenfalls Leistungen, die Respekt und Anerkennung verdienen. Andererseits sind die vier Jahrgänge 1954 bis 1957 derzeit die einzigen Generationen in Österreich, die von dieser Anerkennung ausgeschlossen sind – davor gab es die Hacklerregelung in ähnlicher Form bereits. Das ist eine gerechte Reparatur im Sinne der Arbeitnehmer“, betont der AK-Präsident.

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