Mag. Martin Sugetich © Felder, AK Burgenland
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6.174,34 Euro für Schlosser erstritten

Ein oberösterreichischer Arbeitskräfteüberlasser wollte sich durch eine vermeintliche Auflösung in der Probezeit die Entgeltfortzahlung ersparen. Durch widersprüchliche Aussagen vor Gericht konnte die AK dem Arbeitnehmer zu seinem Recht und zu rund 6.174 Euro verhelfen.

Am letzten Tag der Probezeit musste ein als Schlosser und Schweißer bei einem oberösterreichischen Arbeitskräfteüberlasser beschäftigter Burgenländer aufgrund gesundheitlicher Probleme zuerst ins Krankenhaus vor Ort und von seinem Arbeitsort Tirol schließlich die Heimreise antreten. Alles in Absprache mit dem Disponenten, der ihm noch gute Besserung wünschte und betonte, er solle sich melden, sobald er wieder gesund sei.

Am nächstmöglichen Ordinations-Tag schrieb ihn der Hausarzt krank. Die Arbeitsunfähigkeitsmeldung folgte sofort. Der Disponent und der Arbeitnehmer standen in regem SMS-Verkehr, in dem der Disponent mehrfach nachfragte, wie es dem Dienstnehmer gehe und wann er wieder komme. Alles schien in Ordnung. Umso erstaunter war der Arbeitnehmer als er rund einen Monat später – noch immer im Krankenstand - eine Endabrechnung in Händen hielt, auf der eine Auflösung in der Probezeit mit dem Tag des rund einen Monat zurückliegenden Krankenhausbesuchs ausgewiesen war.  

Der Fall landete auf dem Tisch von AK-Arbeitsrechtsexperten Mag. Martin Sugetich. Er vertrat den Burgenländer vor Gericht. „Der Dienstgeber behauptete im Gerichtsverfahren, die Auflösung in der Probezeit schon bei der Meldung des Krankenhausaufenthalts mündlich erklärt zu haben. Im Zuge der Parteien- und Zeugeneinvernahme vor dem Landesgericht Eisenstadt verstrickten sich der Dienstgeber, sein Disponent und eine als Zeugin genannte weitere Mitarbeiterin des Dienstgebers jedoch in einige Widersprüche“, schildert der AK-Jurist.

Letztlich schenkte das Gericht dem Dienstnehmer Glauben und sprach dem Schlosser 6.174,34 Euro brutto zu.

Sollte es zu Unregelmäßigkeiten oder dergleichen sowie Fragen geben, dann können sich die Arbeitnehmer an die Arbeiterkammer Burgenland (02682/740) wenden.  

Kontakt

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Bianca Werfring, Kommunikation & Marketing der AK Burgenland, T: 0664/823 9449, E: bianca.werfring@akbgld.at