Konsumenten © AK Burgenland, AK Burgenland
Konsumentenschutzbilanz © AK Burgenland, AK Burgenland

AK-Konsumentenschutz warnt: Online lauern viele Fallen

Das Internet nimmt immer größeren Raum im Alltag von Konsumenten ein. Dies spiegelt sich auch in der Bilanz der Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Burgenland wieder. Bereits jede zweite Anfrage geht auf ein Geschäft mit Online-Bezug zurück. Denn im Internet lauert so manche Falle, die den Konsumenten teuer zu stehen kommen kann. „Im Moment ist daher das sinnvollste Gegenmittel gegen solche Machenschaften eine gesunde Portion Misstrauen“, räumt AK-Konsumentenschützer Christian Koisser ein.

Ein vermeintliches Schnäppchen entpuppte sich für eine Nordburgenländerin als perfide Abzocke. Sie bestellt Kleidung online. Der Internet-Auftritt wirkt seriös, es scheint sich um einen Anbieter aus Deutschland zu handeln, weshalb sich die Kundin auch auf Vorauszahlung einlässt. Doch dann lässt die Ware lange auf sich warten. Was dann ankommt, ist von katastrophal minderer Qualität und hat mit dem online gezeigten nur wenig zu tun. Die Konsumentin will von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch machen und bemerkt, dass sie nicht einmal die Adresse des Unternehmens kennt, lediglich einen E-Mail-Kontakt. Über diesen wird dann auch tatsächlich kommuniziert und nach vielen mühevollen Schreiben, die meist nichtssagend auf Englisch beantwortet werden, erfährt die Konsumentin, dass sich die Rücksendeadresse in China befindet und sie die Kosten dafür selbst tragen solle.
Auch wenn die Konsumentin rechtlich gute Karten hätte, gegen den Shop im fernen China kann sie kaum etwas unternehmen.
Eine junge Frau aus dem Mittelburgenland zieht um und will ihre Küche über eine Internet-Plattform verkaufen. Ein Interessent meldet sich und es kommt zu einer Einigung. Doch plötzlich meldet sich ein Unternehmen, das die Küche abtransportieren will und dafür von der Verkäuferin schon einmal 300 Euro will.

Betrugsmaschen wie diese sind häufig. Die schier grenzenlosen Möglichkeiten des Internets erleichtern es Kriminellen und unseriösen Anbietern nicht nur, rasch an eine große Anzahl von potenziellen Opfern zu kommen. Es ist bei entsprechender Organisation auch möglich, sich erfolgreich den Strafverfolgungsbehörden zu entziehen. Computer und Server, die für Online-Kriminalität genutzt werden, finden sich weltweit. „Im Moment ist daher das sinnvollste Gegenmittel gegen solche Machenschaften eine gesunde Portion Misstrauen“, räumt AK-Konsumentenschützer Mag. Christian Koisser ein.

Da der informierte Konsument gegen Betrugsversuche weitgehend gewappnet ist, versucht die AK Burgenland schon ganz früh anzusetzen. In Zusammenarbeit mit der Plattform Saferinternet wurden 2019 Workshops durchgeführt, die den Teilnehmern helfen, die Gefahren im Internet zu minimieren. Insgesamt kamen bereits fast 5.000 Teilnehmer in den Genuss einer solchen Ausbildung. Dieses Angebot wird wegen der großen Nachfrage 2020 fortgeführt und sogar ausgebaut.

Anfragen-Schwerpunkt Telekommunikationsbereich


Neben Fake-Shops, Abofallen und Datenklau erreichten die Konsumentenschützer 2019 besonders viele Anfragen zum Thema Telekommunikation, wobei damit auch Internet- und Fernsehdienstleistungen umfasst sind. Koisser: „Die Gründe für diese Häufung waren mehrschichtig. Viele Konsumenten hatten es mit unzulässigen Vertragsverlängerungen und Vertragsschlüssen durch einen Fernseh-Dienstleister und durch ein Telekommunikationsunternehmen zu tun. Auch Kündigungen funktionierten in diesem Bereich nicht immer reibungslos. Dramatisch oft wurde in diesem Bereich zu angeblichen Streamingdiensten angefragt, die vorgaben, günstigen Zugang zu Filmen zu gewähren, und schließlich teure Aborechnungen verschickten.“

Bei Reiseanfragen ging es natürlich auch im Vorjahr häufig um typische Reisemängel und Flugverspätungen. Doch auch die Insolvenz des großen Reiseveranstalters Thomas Cook bewog viele Konsumenten, Kontakt mit der Konsumentenberatung aufzunehmen. Zahlreiche Beschwerden betrafen aber auch Internet-Buchungsplattformen.

Insgesamt führte die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Burgenland im Jahr 2019 6.113 Beratungen durch. In 241 Fällen war es nötig, für die Konsumenten beim Unternehmen zu intervenieren, wobei 445 Interventionsschritte nötig waren, um den Konsumenten insgesamt € 80.910,53 zu ersparen.

Information, Beratung, Intervention 


Mit Beratung, Information und Interventionen konnten auch 2019 die meisten Ungerechtigkeiten abgewendet werden. „Wir haben manche Bereiche noch intensiviert. So wurde ein Schwerpunkt darauf gelegt, rasch im Internet – etwa auf sozialen Netzwerken – oder mittels Aussendungen vor Gefahren für Konsumenten zu warnen. Auf diese Weise wurden viele Konsumenten schon im Vorfeld informiert und gar manches Problem konnte schon alleine dadurch vermieden werden“, ist AK-Präsident Gerhard Michalitsch überzeugt und ergänzt: „Wenn aber trotzdem Fragen auftauchen, dann stehen wir den burgenländischen Arbeitnehmern gerne zur Verfügung. Wir informieren über rechtliche Grundlagen, beraten und in vielen Fällen intervenieren wir bei Unternehmen.“

Konsumentenschutz 2020 – Online in allen Bereichen


Es lässt sich leicht vorhersagen, dass Cyber-Kriminalität leider auch im Jahr 2020 eine große Rolle spielen wird. Die AK Burgenland wird daher in diesem Bereich die Bemühungen, die Konsumenten durch Information und Aufklärung zu schützen, verstärken. Ein Schwerpunkt in diesem Bereich ist auch der Ausbau der Saferinternet-Schulungen, um die zukünftigen Konsumenten gegen die Gefahren, die im Internet lauern, immun zu machen.
Obwohl in unseren Breiten Bargeld sehr beliebt ist, sind andere Zahlungsmittel weiter im Vormarsch. Das Filialgeschäft von Banken geht weiter zurück, Banken setzen vermehrt auf Online-Banking und auf den Kontakt mit dem Kunden via Internet.
Und schließlich existieren neue EU-Richtlinien, die neue gesetzliche Bestimmungen zur Gewährleistung nötig machen. Hier wird wohl 2020 heiß diskutiert werden, denn am 1. Juli 2021 müssen diese Richtlinien in nationales Recht umgesetzt sein.

„Wir werden auch im heurigen Jahr den Konsumenten zur Seite stehen. Bei uns ist der Konsumentenschutz gut aufgehoben, denn wir wollen und werden dafür sorgen, dass die Arbeitnehmer für ihr Geld auch eine entsprechende Leistung erhalten“, versichert Michalitsch.

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Bianca Werfring
Kommunikation & Marketing

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