2.8.2018
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AK-Präsident warnt vor Kahlschlag beim AMS

Die aktuellen Arbeitsmarktdaten bescheinigen dem Burgenland mit 109.000 Beschäftigten einen neuen Rekord. Die Arbeitslosigkeit ist im Juli um 11,6 Prozent gesunken. Doch es droht eine empfindliche Kürzung beim AMS und damit ein Anstieg bei den Arbeitslosen.

 

Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern, aber was als Kürzung bei den Überbetrieblichen Lehrausbildungen anfing, endet nun in einem Kahlschlag der aktiven Arbeitsmarktpolitik.

Der AMS-Etat wird drastisch gekürzt. So sinkt das AMS-Budget von 1,406 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf 1,251 Milliarden Euro für 2019. 2020 scheinen nochmals Einsparungen vorprogrammiert.

Die 11-prozentige Kürzung des AMS-Förderbudgets geht mit erheblichen Konsequenzen einher. Im Raum stehen sogar 25 Prozent, weil die Bundesregierung offenbar plant die zweckgebundene Arbeitsmarktrücklage anderswertig einzusetzen. 

Schon im Herbst nimmt die Streichung von Maßnahmen seinen Anfang. 

Konkret heißt das: Für knapp 25.000 Personen bleiben Schulungs- und Beschäftigungsmaßnahmen verwehrt. Gerade qualitativ hochwertige Maßnahmen wie die überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen (ÜBA) und Facharbeiter-Intensivausbildung (FIA) bleiben damit auf der Strecke.

Allein im Burgenland droht die Reduktion der Anfängerplätze bei den überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen von 200 auf 75. 

Auch Kündigungen bleiben nicht aus. Bis zu 6.000 Arbeitsplätze gehen bei den Unternehmen bzw. Einrichtungen, die im Auftrag des AMS Maßnahmen durchführen, verloren.

Alles in allem rechnen Experten mit bis zu 30.000 registrierten Arbeitslosen mehr. Auch das AMS selbst bleibt nicht von Kürzungen und Kündigungen verschont. An die 1.000 Mitarbeiter könnten ihre Arbeit verlieren. Die Schließung von kleineren AMS-Geschäftsstellen ist nicht ausgeschlossen.

Verschlechtert wird die Situation noch durch den von Wirtschaftsexperten prognostizierten Anstieg der Arbeitslosigkeit ab 2020, vor allem bei Älteren, Arbeitnehmern mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Personen mit Migrationshintergrund und dabei vor allem anerkannten Flüchtlingen sowie durch das immer notwendiger werdende fachliche Know-how in den Unternehmen und die entsprechende Aus- und Weiterbildung.

„Diese Befunde lassen nur einen Schluss zu: Gerade jetzt muss investiert und nicht gekürzt werden. Denn die gute Beratung von Arbeitsuchenden und Unternehmen ist die wirksamste Methode, Arbeitslosigkeit so kurz wie möglich zu halten. Daran führt kein Weg vorbei“, fordert Burgenlands AK-Präsident Gerhard Michalitsch. Die stattdessen drohenden Kürzungen durch die Bundesregierung sind für jede Arbeitnehmerin und jeden Arbeitnehmer besorgniserregend: „Wer unverschuldet arbeitslos wird, konnte sich bisher auf ein engmaschiges Sicherheitsnetz verlassen. Dank der Bundesregierung können sich die Beschäftigten immer weniger auf dieses Sicherheitsnetz verlassen!“

Die Arbeiterkammer Burgenland plädiert für die Aufrechterhaltung der überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen, dauerhaft geförderte öffentliche Beschäftigung von Personen mit Vermittlungsproblemen und langer Arbeitslosigkeit, eine gute Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen vor allem durch entsprechende Deutschkenntnisse und zusätzliche 350 Planstellen für das AMS.

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      Bianca Werfring

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