AK-Präsident Gerhard Michalitsch mit Konstantin und Elina sowie Leiterin der AK-Bildungsabteilung Mag. Claudia Kreiner-Ebinger © Felder, AK Burgenland
AK-Präsident Gerhard Michalitsch mit Konstantin und Elina sowie Leiterin der AK-Bildungsabteilung Mag. Claudia Kreiner-Ebinger © Felder, AK Burgenland

AK-Schulkostenstudie: Mehr Kosten durch Covid-Krise

Über 2.000 Euro haben Eltern im Burgenland für sämtliche Schulkosten aller ihrer Kinder im vergangenen Schuljahr und Sommer 2020 ausgegeben. Mit 457 Euro wurde dabei im Homeschooling-Jahr besonders viel für Computer, Tablets und EDV ausgegeben. Das ergab die Dauerbefragung zum Thema Schulkosten des Forschungsinstituts SORA im Auftrag der Arbeiterkammern, an der österreichweit knapp 3.000 Eltern teilgenommen haben. Die Befragung zeigt damit die hohe finanzielle Belastung durch Kosten rund um die Schule, besonders für kleine und mittlere Einkommen, erklärt AK-Präsident Gerhard Michalitsch: „Die Studie zeigt, dass alle Eltern im Durchschnitt 8 Prozent ihres Haushaltseinkommens für Schulkosten ausgeben, bei den untersten Einkommen bis 2.000 Euro sind es dagegen satte 14 Prozent. Durch die Corona-Krise und notwendigen Investitionen in Laptops und Tablets ist die Schieflage noch schlimmer geworden. Die Arbeiterkammern fordern deshalb eine Sonderzahlung zur Familienbeihilfe in Höhe von 200 Euro pro Schulkind.“

Pro Volksschulkind gaben Eltern im Burgenland demnach 1.205 Euro aus, für Kinder in der Unterstufe 1.017 Euro. Insgesamt kommen Eltern, oft mit mehreren Schulkindern, laut SORA auf 2.099 Euro an schulbezogenen Kosten im Sommer 2020 und im Schuljahr 2020/21 zusammengerechnet. Im Juli 2021 gaben zwei Drittel der befragten burgenländischen Eltern an, dass die Schulkosten im Vergleich zu den Jahren davor gestiegen seien. „Gleichzeitig wissen wir, dass der Bildungserfolg eines Kindes in hohem Ausmaß davon abhängt, wie viel Zeit, Geld und eigene Bildung die Eltern investieren können. Gerade in der Corona-Krise haben es Kinder ohne entsprechende EDV-Geräte im Homeschooling ungleich schwerer gehabt. In dieser schwierigen Zeit brauchen Eltern, Kinder und Schulen volle Unterstützung“, erklärt die Leiterin der AK-Bildungsabteilung Mag. Claudia Kreiner-Ebinger. Die AK Burgenland hat deshalb in zwei Aktionen Laptops für die burgenländischen Berufsschulen angeschafft, um Lehrlinge beim Homeschooling zu unterstützen.  

Die Arbeiterkammern fordern von der Bundesregierung: 

  • Eine kostenlose Ganztagsschule für jedes Kind in Wohnumgebung sowie ein qualitätsvolles Angebot an Freizeitpädagogik
  • Umsetzung des AK-Pakets gegen Kinderarmut:
    - Kinderbetreuung und Elementarpädagogik: Rechtsanspruch ab dem 1. Lebensjahr für alle und Unterstützung für Gratiskindergarten im Burgenland
     - Kostenlose Schule: Schulmaterial, Verpflegung, Schulveranstaltungen, sowie kostenlose Unterstützung bei Lernschwächen. 
     - Flächendeckende Umsetzung einer gerechten und transparenten Schulfinanzierung nach dem AK-Chancen-Index und bundesweiter Ausbau von Schulsozialarbeit (das Burgenland geht hier bereits voran).
    - Sensibilisierung von Lehrerinnen und Lehrern hinsichtlich armutsbetroffenen Familien
    - Ausbau kostenloser außerschulischer sowie Ferien- und Freizeit- Angebote
  •  Bonuszahlung der Familienbeihilfe in der Höhe von 200 Euro pro Schulkind.
  • Sonderzahlung für alle, die Schulbeihilfe beziehen, sowie eine weitere Erhöhung der Schulbeihilfe. 

„Die Umsetzung dieser AK-Forderungen würde helfen, zumindest die finanziellen Sorgen der Eltern zu lindern. Denn daneben bleibt immer noch die psychische Belastung, die Schulschließungen in der Krise verursacht haben. Noch zu Jahresbeginn haben 79 Prozent der burgenländischen Eltern angegeben, dass Kinder in diesem Schuljahr deutlich weniger lernen als normalerweise, und 60 Prozent haben Angst um die Zukunftschance ihrer Kinder“, so Abteilungsleiterin Kreiner-Ebinger. Umso wichtiger sei es nun, einen sicheren Schulbesuch ohne weitere Schulschließungen zu ermöglichen, erklärt AK-Präsident Gerhard Michalitsch abschließend.

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