Pflegekraft hilft älteren Frau in den Rollstuhl © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Pflegekraft hilft älteren Frau in den Rollstuhl © Robert Kneschke, stock.adobe.com

AK warnt zum Tag der Pflege: Der Pflege droht Flächenbrand

Hohe Belastung, Überstunden und fehlendes Personal bringen die Pflegekräfte an ihre Grenzen. Schon vor der Pandemie waren die Arbeitsbedingungen in den Gesundheitsberufen prekär, durch die Covid 19-Pandemie haben sie sich aber weiter verschärft. Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai fordert die Arbeiterkammer Burgenland zum wiederholten Mal eine Verbesserung für Pflegeberufe. „Das Brennglas der Pandemie hat die ohnehin bereits teilweise in Flammen stehende Gesundheitsbranche in einen gefährlichen Flächenbrand versetzt. Die körperliche und psychische Belastung überschreitet unsere Grenzen! Wir brauchen endlich mehr Geld, mehr Personal und deutlich bessere Arbeitsbedingungen für die Pflegeberufe“, plädiert die AK-Vizepräsidentin Bianca Graf, selbst diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin im Krankenhaus Oberwart, für bessere Arbeitsbedingungen.

Offensive Gesundheit

Im Gesundheits- und Pflegebereich ist es 5 nach 12. Die Corona-Pandemie hat die Situation noch verschärft. Mit ihrer Unterschrift können sie die Verantwortlichen zum Handeln auffordern!

Zu Beginn der Pandemie waren sie die Held:innen der Krise. Doch von der euphorischen Wertschätzung zu Beginn der Pandemie ist wenig übrig. Litten sie schon vor der Pandemie aufgrund ihrer prekären Situation, hat die Pandemie diese nur noch verstärkt. Lautstarke Warnungen des Gesundheitspersonals werden weiterhin ignoriert. „Die Beschäftigten in den Pflegeberufen sind am Limit. Die Betroffenen können immer öfter die bestmögliche Versorgung aller Patient:innen nicht mehr garantieren. Daher wurde bereits im Herbst dem Gesundheitsminister eine „Gefährdungsanzeige“ übergeben. Darin weisen sie darauf hin, dass durch das Nichtstun der Politik die Gesundheitsversorgung und die Langzeitpflege bereits am Kollabieren ist und Patient:innen und Bewohner:innen im höchsten Ausmaß gefährdet sind. Die Beschäftigten geben zwar ihr Bestes, sind jedoch bereits so überarbeitet, dass es durch die gegenwärtig belastende Arbeitssituation zu Fehlern und Gefährdungen für Patient:innen kommen kann. Die Sicherheit und die Gesundheit der Arbeitnehmer:innen im Gesundheitsbereich sind bereits massiv bedroht“, warnt AK-Vizepräsidentin Bianca Graf vor der Gefährdung unserer Gesundheitsversorgung.  

Die extremen Belastungen, der massive Druck und der anhaltende Personalmangel lassen viele im Pflegebereich beschäftigten Menschen das Handtuch werfen. Die Unzufriedenheit mit dem Job unterstreicht auch der aktuelle Arbeitsklimaindex. „Das Gesundheitspersonal klagt über psychische und physische Belastung, Druck und Stress. Selbst Gewalterfahrungen wie Handgreiflichkeiten oder Beschimpfungen bleiben nicht aus. Auch die Wertschätzung schwindet. Sie leiden unter der schwierigen Gesamtsituation. Nur 55 Prozent der befragten Arbeitnehmer:innen im Gesundheitswesen können sich vorstellen in ihrem jetzigen Beruf in Pension zu gehen“, informiert AK-Sozialrechtsexpertin Mag. Brigitte Ohr. 

Eine weitere österreichische Studie besagt, dass Personen im gehobenen Dienst der Gesundheits- und Krankenpflege durchschnittlich gerade einmal 6 Jahre im Beruf verweilen. Seit der Pandemie denkt fast jede 2. oder jeder 2. an einen Berufsausstieg.

Die bisherigen Hilfeschreie sind jedoch verhallt. „Es ist fünf nach 12. Es braucht dringend Maßnahmen. Es bedarf besserer Arbeits- und Rahmenbedingungen, um die gestiegenen Anforderungen zu bewältigen und ohne dabei selbst krank zu werden“, plädiert Graf.

Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai ruft die Arbeiterkammer Burgenland die jahrelangen Forderungen nach verbesserten Arbeitsbedingungen und einer der Leistung entsprechenden Entlohnung in Erinnerung. „Die Beschäftigten im Gesundheitsbereich und vor allem in den Pflegeberufen wie Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz, gehobener Dienst der Gesundheits- und Krankenpflege haben sich eine bessere Bezahlung verdient. In Sachen Bezahlung braucht es auch für jene, die sich im 2. Bildungsweg für einen Beruf im Gesundheitsbereich entscheiden, eine attraktive finanzielle Absicherung. Dazu fordern wir wirksame Maßnahmen, um die psychische und physische Gesundheit deutlich zu verbessern. Auch bei der Arbeitszeit muss nachgebessert werden. Dazu wollen wir einen Rechtsanspruch auf Altersteilzeit für die Beschäftigten im Gesundheitsbereich“, fasst die AK-Vizepräsidentin die wichtigsten Forderungen zusammen.

Kontakt

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E: akbgld@akbgld.at

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Im Gesundheits- und Pflegebereich ist es 5 nach 12. Die Corona-Pandemie hat die Situation noch verschärft. Mit ihrer Unterschrift können sie die Verantwortlichen zum Handeln auffordern!