Hitze am Bau © Adobe Stock, Adobe Stock
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Temperaturen fordern Arbeitnehmer

Temperaturen jenseits der 30 Grad-Marke fordern Arbeitnehmer – vor allem jene am Bau und im Baunebengewerbe. Eine gesetzliche Grundlage für Hitzeferien besteht jedoch nicht. Der Arbeitgeber hat aber eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Arbeitnehmern.
 
Der Sommer ist da: Was die Urlauber freut, bringt Arbeitnehmer gehörig ins Schwitzen. Doch hitzefrei gibt es trotzdem nicht.

Ob nur 25 oder 40 Grad. Es spielt keine Rolle. Für Arbeitnehmer gibt es keine gesetzliche Grundlage für Hitzeferien. Die Arbeitsleistung kann bei extrem sommerlichen Temperaturen um bis zu 70 Prozent sinken. Gleichzeitig leidet die Arbeitsqualität und die Fehlerhäufigkeit sowie das Unfallrisiko steigen. 

Dennoch muss auch an heißen Tagen die Arbeitsleistung erbracht werden. Doch: „ Der Arbeitgeber ist verpflichtet, in Arbeitsräumen für raumklimatische Verhältnisse zu sorgen, die dem menschlichen Organismus angemessen sind. Das sieht das Arbeitnehmerschutzgesetz vor“, versichert AK-Arbeitsrechtsexperte Herbert Karner.

Bei Tätigkeiten mit geringer körperlicher Belastung, wie beispielsweise Büroarbeiten, hat die Raumtemperatur generell zwischen 19° C und 25° C zu betragen. Ein Recht auf eine Klimaanlage gibt es aber nicht. Dafür gilt es sämtliche Maßnahmen auszuschöpfen, die die Temperatur senken wie z.B. nächtliches Lüften, Beschattung, Bereitstellung von Ventilatoren und alkoholfreien Getränken“, erklärt Karner.

Lediglich am Bau kann Hitze zu „Schlechtwetter“ werden – sofern das der Arbeitgeber auch will. Karner: „Seit 1. Jänner 2013 gilt für Bauarbeiter und auch für Zimmerer, Gipser, Dachdecker, Pflasterer und Gerüster auch Hitze als Schlechtwetter im Sinne des Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetzes. Ab 32,5 Grad (Schattenmessung) muss ein kühlerer Alternativarbeitsplatz gefunden werden, oder das Arbeiten im Freien wird eingestellt. Die Entscheidung darüber obliegt dem Arbeitgeber.“

Die Kriterien dafür sind klar geregelt. Schlechtwetterentschädigung gibt es für Stunden, in denen 32,5 Grad überschritten werden. Für diese durch Hitze entfallenen Arbeitsstunden gebührt eine Schlechtwetterentschädigung („Sechziger“). 

Tipps bei Hitze:

- Genug trinken
- Zusätzliche Arbeitspausen, Arbeitsbeginn vorverlegen, Mittagshitze meiden
- Abschattung vor direkter Sonneneinstrahlung: Beschattung, Kopfbedeckung, Sonnenschutzbrillen, Sonnenschutzmittel, Schutzhandschuhe, luftdurchlässige UV-sichere Kleidung
- Lockerung vorhandener Bekleidungsvorschriften

Bei Problemen und Fragen: Die Experten der AK Burgenland stehen mit Rat und Tat zur Verfügung (02682/740) oder bgld.arbeiterkammer.at

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