9.5.2018

AK erreicht 22.000 Euro für Nordburgenländerin

270 bis 280 Euro brutto zu wenig landeten jedes Monat auf dem Konto einer Nordburgenländerin – und das beinahe 15 Jahre lang. 

In dieser Zeit wurde die heute 48-Jährige unter den kollektivvertraglichen Mindestsätzen entlohnt.Obwohl sie über eine facheinschlägige Berufsausbildung verfügte und die einzige im Betrieb war, die diese qualifizierten Facharbeitertätigkeiten tatsächlich ausüben konnte, wurde sie von Beginn an falsch eingestuft und zu gering bezahlt. Darüber hinaus wurde auch der Urlaubszuschuss falsch berechnet und ihr die Berufserfahrungszulage vorenthalten. 

Doch damit nicht genug. Zu guter Letzt kündigte der Betrieb die Mitarbeiterin drei Wochen vor Vollendung der 15-jährigen Betriebszugehörigkeit. „Damit haben sie sich zwei Monatsentgelte Abfertigung erspart“, schildert der AK-Jurist Martin Sugetich

Schon zuvor hatte die Zahlungsmoral der Firma zu wünschen übrig gelassen. „Die Firma hat laufend verspätet gezahlt. Es war Usus, dass die Mitarbeiterin zwei bis drei Monate auf ihr Geld gewartet hat“, weiß der AK-Experte.

Die Frau wandte sich an die Arbeiterkammer Burgenland und fand Hilfe. 22.000 Euro hat Sugetich für die Nordburgenländerin vor Gericht erstritten. Eigentlich ist die Arbeitnehmerin um mehr Geld geprellt worden. Sugetich: „Durch die Verjährungsbestimmungen konnte das fehlende Entgelt nur zeitlich beschränkt eingeklagt werden, sodass die 22.000 Euro nur die Spitze des Eisbergs waren.“ 

Das Aus für Verfallsfristen ist eine essentielle Forderung von AK-Präsident Gerhard Michalitsch: „Die kurzen Verfallsfristen sind unfair und sollten daher abgeschafft werden. Denn obwohl Mitarbeiter nachweislich Überstunden geleistet haben oder falsch entlohnt wurden, bekommen sie oft aufgrund der kurzen Verfallsfristen keinen Euro mehr ausbezahlt. Wir schlagen daher vor, die Verfallsfristen gänzlich zu streichen.“