100 Euro Geldscheine © Syda Productions , stock.adobe.com
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AK erstritt 11.000 Euro für zwei Kellner

Mit ein- und derselben Masche hat ein Gastronom aus dem Bezirk Neusiedl versucht seine Dienstnehmer um mehrere tausend Euro zu bringen. Aber er hat die Rechnung ohne die Arbeiterkammer Burgenland gemacht. Sie verhalf den zwei Beschäftigten zu ihrem Recht und zu insgesamt 11.000 Euro.  

Sechs Euro die Stunde: dafür ging ein Kellner eineinhalb Jahre lang seinem Job nach. Doch: Arbeitete der Kellner nicht, gab es auch kein Geld. „Bezahlt bekam er nur alle tatsächlich geleisteten Stunden. War er krank oder im Urlaub erhielt er kein Geld. Zuschläge für Feiertage sowie Mehr- und Überstunden gab es nicht“, schildert AK-Juristin Mag. Daniela Schubert den Fall, der vor ein paar Monaten auf ihrem Tisch landete. 
Dazu stellte sich heraus, dass er bei der österreichischen Gesundheitskasse falsch gemeldet war. Denn er arbeitete nicht nur weit mehr Stunden als gemeldet, sondern wurde zwischenzeitlich auch schlicht und einfach abgemeldet.  

Mit derselben Masche speiste der Arbeitgeber eine Barkellnerin ab. Nur mit 20 Stunden Teilzeit gemeldet stand die Dienstnehmerin Minimum 30 Stunden, an Spitzen sogar rund 50 Stunden, hinter der Bar des Unternehmens. Ebenfalls für sechs Euro die Stunde. Auch sie wurde teilweise abgemeldet, wähnte sich aber im Urlaub. 

Was beiden Arbeitnehmern nicht bewusst war: die 6 Euro waren weit unter Kollektiv.
„Diese Vorgehensweise ist gerade im Gastgewerbe kein Einzelfall. In vielen Fällen wird nur der vereinbarte Stundenlohn bezahlt, Lohnzettel gibt es nicht, damit werden die Arbeitnehmer um Sonderzahlungen, Mehrstunden-, Überstunden- oder Feiertagszuschläge geprellt. Hinzu kommt, dass Falschmeldungen bei der Sozialversicherung auch zu erheblichen Nachteilen bei Pension, Arbeitslosengeld und Krankengeld führen können“, weiß die AK-Expertin. 

Nach der Intervention von Seiten der Arbeiterkammer zahlte der Arbeitgeber. Dabei hätte es teilweise mehr sein können, doch lückenhafte Arbeitszeitaufzeichnungen erschwerten die Geltendmachung der Ansprüche. Daher rät Schubert: „Die täglichen Arbeitszeiten immer penibel dokumentieren.“ 
Insgesamt 11.000 Euro netto – 8.000 Euro für den Kellner und 3.000 Euro für die Kellnerin - landeten letztlich auf dem Konto der beiden Arbeitnehmer.

Sollte es Unregelmäßigkeiten oder dergleichen sowie Fragen geben, dann können sich die Arbeitnehmer an die Arbeiterkammer Burgenland (02682/740) wenden.  

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 Bianca Werfring
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