Elektriker bei der Arbeit © Tomaszzajda, stock.adobe.com
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AK erstritt 7.000 Euro für Elektriker

Mit 60 Euro pro Arbeitstag wurde ein gelernter Elektriker bei seinem Dienstgeber im Mittelburgenland abgespeist. Gemeldet war er statt der vereinbarten 38,5 Stunden nur 20 Stunden. Gearbeitet hat er tatsächlich rund 48 Stunden die Woche. Die AK verhalf ihm zu seinem Recht und zu 7.000 Euro netto. 

60 Euro netto am Tag und für jede Überstunde 6 Euro netto: dafür ging ein Elektriker zweieinhalb Jahre lang seinem Job bei einer mittelburgenländischen Firma nach. Dazu war er auch noch falsch gemeldet. Waren 38,5 Stunden die Woche vereinbart – gearbeitet hat er durchschnittlich 48 Stunden die Woche-, meldete ihn der Arbeitgeber bei der Krankenkasse nur für 20 Stunden an. Entsprechend fielen auch die Lohnabrechnungen aus. Der Lohn für 20 Stunden landete am Konto, das restliche Geld in der Hand des Elektrikers.  

Arbeitete der Mann nicht, gab es auch kein Geld. Ganz zu schweigen von Sonderzahlungen, die ihm laut Kollektivvertrag zugestanden wären. Sie wurden ebenfalls nicht korrekt ausbezahlt.  

Mit der Kündigung von Seiten des Dienstgebers suchte der Elektriker Hilfe bei der Arbeiterkammer. Bei genauer Kontrolle von Seiten der AK-Arbeitsrechtexperten stellte sich heraus, dass damit die kollektivvertraglichen Mindestansprüche nicht erfüllt waren. 

„Der Arbeitnehmer war unterbezahlt. Seine lückenlose Zeitaufzeichnung war in diesem Fall eine wichtige Grundlage zur Überprüfung der Ansprüche und diente der Beweissicherung. Damit konnten wir seine Ansprüche beim Arbeitgeber geltend machen“, schildert AK-Arbeitsrechtsexperte Markus Schrödl. Grundsätzlich wäre dem Arbeitnehmer mehr zugestanden. „Leider kam der Dienstnehmer erst nach Ende des Dienstverhältnisses zu uns. Daher war ein Teil der Ansprüche verfallen“, erklärt der Oberpullendorfer Bezirksstellenleiter und rät unbedingt die Arbeitszeiten genau zu dokumentieren und seine Ansprüche rechtzeitig geltend zu machen.  

Nach der Intervention von Seiten der Arbeiterkammer zahlte der Arbeitgeber 7.000 Euro nach.  

Das Aus für Verfallsfristen ist eine essentielle Forderung von AK-Präsident Gerhard Michalitsch: „Die kurzen Verfallsfristen sind unfair und sollten daher abgeschafft werden. Denn Gerechtigkeit zeichnet sich dadurch aus, dass Geleistetes auch entsprechend bezahlt wird. Wir schlagen daher vor, die Verfallsfristen gänzlich zu streichen.“  

Bei Problemen und Fragen: Die Experten der AK Burgenland stehen mit Rat und Tat zur Verfügung (02682/740).

Kontakt

Bianca Werfring
Kommunikation & Marketing

T: 0664/823 9449
E: bianca.werfring@akbgld.at