Junger Mann macht Telefondienst © Patrick Daxenbichler, stock.adobe.com
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AK fordert Gesetzesanpassungen für Home Office

In Zeiten der Corona-Pandemie heißt die Devise Home Office. Nicht nur zum Selbstschutz, sondern auch zum Schutz der Funktionsfähigkeit von Firmen arbeiten nun tausende Burgenländer in den eigenen vier Wänden. Doch auch, wenn man seiner Arbeit zuhause nachgeht können sich Probleme im Falle eines Unfalls ergeben. Denn: Zuhause ist der Arbeitnehmer nicht auf die gleiche Weise versichert, wie auf Firmenterrain. „Viele Unfälle werden in einem guten Ausmaß nicht abgedeckt sein bzw. kann man sich auf keinen Fall darauf verlassen, dass sie versichert sind", so AK-Sozialrechts-Expertin Mag. Brigitte Ohr. Daher fordert die AK zumindest  für die Dauer der Krise eigene Bestimmungen zu erlassen, die die Arbeitnehmer besser unfallversicherungsrechtlich absichern. 
„Grundsätzlich ist der klassische Arbeitsunfall ein Unfall, der sich im örtlichen, zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang mit der versicherten Beschäftigung ereignet und zu einem körperlichen Schaden führt. So steht es im Gesetz“, erklärt AK-Sozialrechts-Expertin Mag. Brigitte Ohr. Damit ist klar, dass der Weg zur Arbeit und nachhause von der gesetzlichen Unfallversicherung genauso erfasst ist, wie Dienstreisen etc. Aber es gibt hier eine sehr genaue, exakte Einzelfallprüfung. 

„Beim Sturz eines Dachdeckers vom Dach einer Baustelle oder beim Ausrutschen eines Kochs in einer Großküche etc. ist alles klar. Hier spricht man von einem klassischen Arbeitsunfall. Doch passiert der Unfall im persönlichen Lebensbereich, also im Haus oder Wohnung, wird er nur unter gewissen Umständen vom Unfallversicherungsschutz erfasst“, bringt es Ohr auf den Punkt.

Beispielsweise ist ein Treppensturz im Homeoffice nicht immer als Arbeitsunfall zu qualifizieren. Hier ist entscheidend zu prüfen, wo genau sich der Unfall ereignet hat. Ist jemand beim Kochen in der Küche ausgerutscht oder ist der Unfall im eigenen Büro im Haus passiert? Ohr: „Entscheidend ist also, wo und in welchem Zusammenhang sich der Unfall ereignet hat. Je nachdem ist der Unfall von der gesetzlichen Unfallversicherung gedeckt oder nicht“, führt die AK-Expertin aus und konkretisiert. „Der Versicherungsschutz erstreckt sich grundsätzlich nur auf den Arbeitsraum, in dem der Mitarbeiter die berufliche Tätigkeit ausübt. Im Einzelfall kann sich der Arbeitsraum aber auch ausdehnen. Beispiel: Jemand lagert Prospekte für seinen Außendienst in einem anderen Raum oder im Keller".

Nachjustierung notwendig
Das Problem liegt im Detail: Daher gibt es eine Abgrenzung zwischen Arbeits- oder Freizeitunfällen. Aufgrund von Arbeitsunfällen gibt es Verletzungen, die durchwegs langwierige Heilungsprognosen haben oder sogar dauerhaft Probleme nach sich ziehen. Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt hier eine sogenannte Versehrtenrente. Dies aber nur unter gewissen Voraussetzungen. Es kann also für die Arbeitnehmer finanziell einen großen Unterschied machen. Daher fordert die AK nun eine gesetzliche Nachjustierung. „Gerade jetzt in der Covid-19-Krise könnte man zumindest für die Dauer der Krise eigene Bestimmungen erlassen, die die Arbeitnehmer besser unfallversicherungsrechtlich absichern“, plädiert die AK-Sozialrechts-Expertin.

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