AK Präsident © AK Burgenland, AK Burgenland
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AK fordert gratis Ganztagsschulplatz für jedes Kind

Die Kinderbetreuung bzw. die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt Eltern jedes Jahr vor große Herausforderungen. In diesem Jahr nimmt die Problematik eine neue Dimension an. Mit ein paar Klicks bekommt man mit dem AK-Kinderbetreuungsatlas einen umfassenden Überblick über das Kinderbetreuungsangebot im Burgenland. Denn dieser wurde um die ganztägige schulische Betreuung der 10-14-Jährigen ergänzt. Trotzdem zeigt der Atlas auch ganz klar: Beruf und Familie problemlos vereinbaren zu können, ist nach wie vor nicht selbstverständlich. Das muss sich, geht es nach AK-Präsident Gerhard Michalitsch, rasch ändern und fordert: „Um berufstätige Eltern zu entlasten bedarf es eines gratis Ganztagsschulplatzes oder einen Platz in der Nachmittagsbetreuung - und zwar für jedes Kind. Da ist der Bund in der Pflicht.“

Wo im Burgenland werden Kinder ganztägig betreut? Welche Gemeinde bietet Kinderbetreuung, die die Anforderungen an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erfüllen? Antworten darauf liefert der AK-Kinderbetreuungsatlas und liefert damit einen umfassenden Überblick über die Kinderbetreuungssituation im Bereich der elementaren Bildungs- und Betreuungseinrichtungen in den burgenländischen Gemeinden. Mit der Erweiterung um die ganztägige schulische Betreuung der 10-14-Jährigen stehen nun auch Informationen zu ganztägigen Schulformen für die allgemeinen Pflichtschulen sowie die AHS-Unterstufe zur Verfügung. 

Das Fazit ist ernüchternd: Noch immer sind Familie und Beruf schwer unter einen Hut zu bringen.  Denn nur an 34 Neuen Mittelschulen, sieben AHS-Unterstufen, einer Polytechnischen Schule und sieben Sonderschulen wird ganztägige schulische Betreuung im Burgenland angeboten. Von diesen insgesamt 49 Schulen werden lediglich 3 Neue Mittelschulen als Ganztagsschulen in der verschränkten Form - auch „echte Ganztagsschule“ genannt – geführt. In allen anderen Schulen wird nach der Schule unterrichtsunabhängig Nachmittagsbetreuung angeboten. „Die durchschnittliche Betreuungsquote der 10-14-jährigen Schüler liegt im Burgenland bei rund 34 Prozent, wobei die Nachmittagsbetreuung in der Mittelschule stärker angenommen wird als in der AHS Unterstufe. Regional betrachtet, zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle – im Bezirk Neusiedl am See besuchen mehr Kinder die Nachmittagsbetreuung als in den südlichen Bezirken“, kennt AK-Expertin Gabi Tremmel-Yakali das Angebot im Detail. 

AK-Präsident Gerhard Michalitsch sieht da Handlungsbedarf und nimmt die Bundesregierung in die Pflicht. „Das Burgenland zeigt vor wie es geht. Der Bund ist weiterhin gefordert mehr in die Kinderbetreuung zu investieren. Ganztägige Schulformen sind nicht nur eine notwendige Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auch bildungspolitische und sozio-ökonomische Gründe sprechen dafür. Das machen internationale Vergleiche deutlich. Die meisten erfolgreichen Bildungssysteme setzen auf Ganztagsschulen. Es werden nicht nur bessere Lernerfolge, sondern auch mehr Chancengerechtigkeit und Integration erreicht.“  

Neben einem gratis Ganztagsschulplatz oder einen Platz in der Nachmittagsbetreuung für jedes Kind fordert die AK Burgenland den rascheren Ausbau „echter“ Ganztagsschulen, eine offensivere Informationspolitik des Landes bezüglich Fördermöglichkeiten für Schulerhalter, die bessere Unterstützung der Gemeinden bei der Weiterentwicklung und Verbesserung der Rahmenbedingungen und des Angebotes der Ganztagsschule sowie die verpflichtende Informationen der Schulen über die bereits bestehenden Angebote an ganztägiger Schulformen als Orientierung für die Eltern.

 

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Bianca Werfring, Kommunikation & Marketing der AK Burgenland, T: 0664/823 9449, E: bianca.werfring@akbgld.at