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Konsumentenschutzexperte Mag. Christian Koisser © AK Burgenland, AK Burgenland

AK half: Burgenländerin tappte in Falle von unseriösem „Privatverkäufer“

Online-Marktplätze boomen. Mit Hilfe dieser „virtuellen Flohmärkte“ landen nicht mehr benötigte Stücke dort, wo sie noch von Nutzen sind. Doch hier ist Vorsicht angebracht. Denn auch unter Privatverkäufern gibt es schwarze Schafe. Und wenn sich unseriöse Unternehmen als Privatverkäufer „tarnen“ wird es nochmals besonders interessant. Diese Erfahrung musste eine Frau aus dem Bezirk Mattersburg machen. Ihr flatterten bereits Mahnungen ins Haus, obwohl die eigentlich gar nicht bestellte Ware noch nicht mal verschickt war. Die AK half. „Leider tummeln sich auf solchen Plattformen immer wieder unseriöse Anbieter. Wichtig: Nicht einschüchtern lassen“, rät AK-Konsumentenschützer Mag. Christian Koisser. 

Eine Lampe auf dem Facebook-Marktplatz weckte das Interesse einer Burgenländerin. Sie nahm Kontakt mit dem Verkäufer auf, um nähere Informationen zu dieser Lampe zu erhalten. Doch die Antwort lautete plötzlich: „Vielen Dank für Ihre sehr geschätzte Bestellung. Ich leite diese an den Verkäufer weiter.“ Als nächstes folgte die Rechnung einer Firma Gomm AG aus der Schweiz, die es schon unter dem Namen Racondo.de zu unrühmlicher Bekanntheit gebracht hatte. Dies, obwohl die Burgenländerin die Lampe nicht bestellt hatte und schon gar nicht an einer Geschäftsbeziehung mit diesem Unternehmen – von dem sie nun erstmals hörte – interessiert war.

Nach der Weigerung zur Zahlung setzte sich eine gut geölte Mahn-Maschinerie in Gang: Rechnung, Erinnerung, Mahnung, zweite Mahnung und schon verlangte das Inkassoinstitut eCollect das Doppelte der ursprünglich verlangten Forderung. Dabei war die Lampe noch nicht einmal verschickt worden.

„Auf Anfrage hieß es dann: Kein Problem, nach der Zahlung solle sich die Kundin mit der Gomm AG über Lieferbedingungen einigen. Auch für das Fehlen jeglicher Informationserteilung vor dem angeblichen Kauf hatte dieses Inkassoinstitut offensichtlich gut eingeübte Floskeln parat. Ein Rücktritt sei nicht mehr möglich, die Kundin käme nur gegen Bezahlung einer geschmalzenen Stornogebühr aus dem Vertrag“, schildert AK-Konsumentenschützer Mag. Christian Koisser. 

Schließlich bedurfte es einer Intervention durch den Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Burgenland, um den Spuk zu beenden und die mit Klagsdrohungen verbundenen Schreiben des Inkassounternehmens zu stoppen. 

„Leider tummeln sich auf solchen Plattformen immer wieder unseriöse Anbieter. Wichtig: Nicht einschüchtern lassen, auch wenn ein Inkassobüro tätig wird. Und wenn, wie in diesem Fall, ein Unternehmen behauptet der Vertragspartner zu sein, dann stünde sogar noch das Rücktrittsrecht zur Verfügung“, klärt AK-Konsumentenschützer Christian Koisser auf.

Die 14-tägige Frist für das gesetzliche Rücktrittsrecht beginnt erst dann zu laufen, wenn das Unternehmen eine Information über dieses Rücktrittsrecht übermittelt hat.

Bei Problemen und Fragen: Die Experten der AK Burgenland stehen mit Rat und Tat zur Verfügung (02682/740).     

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Roman Felder
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