2.5.2018

AK verhilft krankem Fleischhauer zur Pension!

30 Jahre lang arbeitete der gelernte Fleischhauer in Österreich. Als er krank wurde, rückte die Pension für den 58-Jährigen in weite Ferne. Ohne anerkannte Lehrabschlussprüfung stand der Berufsschutz in Frage. „Wenn man krankheitsbedingt in Pension gehen will, muss man in den letzten 15 Jahren vor dem Antrag 90 Monate Beschäftigung in einem Lehrberuf nachweisen, damit man Berufsschutz genießt“, erklärt AK-Jurist Mag. Christian Schmall.  

Im Fall des Fleischhauers wurde in dem von der Arbeiterkammer erwirkten Gerichtsverfahren die Prüfung seiner Fähigkeiten beantragt. Neben dem Nachweis seiner Tätigkeit als Fleischhauer legte der 58-Jährige eine theoretische als auch praktische Prüfung vor der Innung ab.  

„Er absolvierte sie positiv. Damit konnte er krankheitsbedingt in Pension gehen. Der Grund: Er kann seinem Beruf aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr ausführen und muss dank des Berufsschutzes keiner anderen Tätigkeit am Arbeitsmarkt nachgehen“, führt der AK-Experte aus und rät zeitgleich nach Absolvierung der Berufsschule die Lehrabschlussprüfung zu absolvieren. „Arbeitnehmer, die in ihrem erlernten Beruf arbeiten, aber keine Lehrabschlussprüfung haben sollten im Laufe ihres Erwerbslebens die Prüfung auf jeden Fall nachholen. Das zahlt sich nicht nur finanziell aus, sondern auch im Falle einer Krankheit.“  

Wer Fragen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten bzw. außerordentlichen Zulassung zur Lehrabschlussprüfung hat, kann sich jederzeit an die Arbeiterkammer Burgenland (02682/740) wenden.