26.2.2018

AK warnt vor Kürzung

Wie von der Bundesregierung geplant, soll die überbetriebliche Lehrlingsausbildung auf ein „absolut notwendiges Ausmaß“ reduziert werden. Ein striktes Nein zu diesen Plänen kommt von der AK Burgenland. AK-Präsident Gerhard Michalitsch sieht durch das Vorhaben die Ausbildungschancen von mehr als der Hälfte der aktuell 590 jungen Burgenländerinnen und Burgenländer in überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen gefährdet. 

Sie gelten als Erfolgsprogramm und die Bilanz untermauert das: Laut AMS besuchen rund 590 Jugendliche aktuell im Burgenland Programme in der überbetrieblichen Lehrausbildung. Der Großteil eignet sich in überbetrieblichen Maßnahmen und Lehrwerkstätten das Wissen für den Lehrabschluss an. Geplant sind derzeit 641 überbetriebliche Lehrplätze. Die gesamten Kosten übernehmen das Land mit ca. 5,2 Millionen Euro und das AMS mit ca. 6,0 Millionen Euro. „Wenn die Bundesregierung den Beitrag des AMS streicht, dann wackelt mehr als die Hälfte der überbetrieblichen Lehrplätze. Mehr als 300 burgenländische Jugendliche könnten dann ohne Ausbildungsplatz und ohne Perspektive dastehen. Wer heute Ausbildungsplätze streicht, sorgt morgen dafür, dass jene Jung-Facharbeiter fehlen, die von der Wirtschaft so dringend benötigt werden. Daher ist diese Streichaktion ein wirtschaftspolitisches Eigentor“, warnt AK-Präsident Gerhard Michalitsch. 

„Wir sehen, dass die Unternehmen in der Privatwirtschaft diese Ausbildungs-Kürzung nicht ausgleichen würden“, erklärt Michalitsch. In burgenländischen Privatunternehmen haben 2017 laut Wirtschaftskammer insgesamt 2.608 junge Menschen eine Lehre absolviert – um 332 weniger als noch vor 10 Jahren, auch wenn die Zahl im Vorjahr um 16 geringfügig gestiegen ist. „Leider gibt es Branchen, in denen Betriebe viel zu wenig Lehrplätze anbieten, während sie dringend Fachkräfte brauchen. Genau hier bietet die überbetriebliche Ausbildung eine echte Chance für Jugendliche“, sagt der AK-Präsident.  

„Diese Maßnahmen sichern jungen Menschen Zukunftsperspektiven und Unternehmen dringend benötigte Fachkräfte“, sagt Michalitsch. „Genau dort sollte man also nicht einsparen, sondern im Gegenteil darüber nachdenken, wie man diese erfolgreiche Struktur festigt und ausbaut. Ohne Fördermittel der Bundesregierung wird das nicht gehen.“