Frau in rotem Kleid in Santorin © Maridav, stock.adobe.com
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Ab in den Urlaub? Das gilt!

Der Sommerurlaub steht vor der Tür - und ist hoffentlich beim Chef beantragt worden. Ansonsten kann es schwierig werden mit der Erholung. Denn eines gilt immer: Arbeitnehmer müssen ihren Urlaub immer beantragen und Arbeitgeber ihn gewähren. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber haben Rechte und Pflichten, wenn es um die schönste Zeit des Jahres geht. 

Ab in die Ferien und den Alltag hinter sich lassen: Der Urlaub gilt bei vielen als die schönste Zeit des Jahres. Um ihn unbeschwert genießen zu können, sollten Arbeitnehmer aber ihre Rechte und Pflichten kennen. 

Grundsätzlich: Arbeitnehmern stehen fünf Wochen bezahlter Urlaub pro Arbeitsjahr zu. „Das Arbeitsjahr beginnt mit dem Tag, an dem der Arbeitnehmer in die Firma eingetreten ist. In manchen Betrieben ist jedoch das Kalenderjahr als Urlaubsjahr vereinbart“, informiert AK-Jurist Helmut Steiger. 

Beim Arbeitsantritt in einer neuen Firma wächst der Urlaubsanspruch in den ersten sechs Monaten im Verhältnis zu jener Zeit, die man schon im Betrieb beschäftigt ist. Im Normalfall sind es pro Monat bei einer 5-Tage-Woche zwei Arbeitstage. Ab sechs Monaten hat man den vollen Urlaubsanspruch. 

Ab dem 26. anrechenbaren Arbeitsjahr steht dem Arbeitnehmer eine 6. Urlaubswoche zu.  

Aufpassen heißt es bei der Verjährung, denn Urlaub kann „verfallen“. Steiger: „Ihr Urlaub verjährt zwei Jahre nach Ende des Urlaubsjahres, in dem er entstanden ist. Das heißt: Sie haben drei Jahre Zeit, um Urlaub zu verbrauchen.“ 

Urlaubsvereinbarung 

Vorsicht ist auch beim Zeitpunkt des Urlaubs geboten. Die Formulierung "Urlaub nehmen" ist unzutreffend. Urlaub muss immer zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber vereinbart werden. Damit kann der Chef den Dienstnehmer auch nicht zwangsweise in den Urlaub schicken.  

Ist der Urlaub mal bewilligt wird es schwer ihn zu streichen. Dann müssen wichtige wirtschaftliche Gründe wie z.B. Betriebsnotstand vorliegen. In diesem Fall muss der Arbeitgeber die bereits getätigten Kosten übernehmen. Ein Tipp: Eventuell vorher rechtlich abklären lassen. 

Die Ausnahme von dieser Regel ist der „neue“ persönliche Feiertag“. Somit hat jeder Arbeitnehmer das Recht, den Zeitpunkt eines Urlaubstages pro Urlaubsjahr einseitig zu bestimmen. Dieser muss drei Monate im vorhinein bekannt gegeben werden. 

„Vereinbaren Sie Ihren Urlaub immer schriftlich. Dann können Sie sorglos die schönste Zeit im Jahr planen“, rät der AK-Experte. 

Mit Smartphone & Co. nimmt so mancher Dienstnehmer die Arbeit auch mit in den Urlaub. Doch: Arbeiten im Urlaub ist nicht rechtens. Steiger: „Urlaub ist Urlaub. Sie können es ablehnen, auch im Urlaub „in Bereitschaft“ zu sein und Leistungen zu erbringen.“ 

Krank im Urlaub 

Nicht selten holt einem im langersehnten Urlaub eine Krankheit ein. Dann kann der Urlaub auch zum Krankenstand werden. Dabei gilt: Die Erkrankung muss länger als drei Kalendertage dauern. Der Arbeitnehmer muss sich ärztlich krankmelden - direkt vor Ort und nicht erst zu Hause - und dazu die Erkrankung auch dem Arbeitgeber nach spätestens drei Tagen melden. Unerlässlich ist auch die Krankenstandsbestätigung. Sie ist bei Wiedereintritt des Dienstes unaufgefordert vorzulegen.  

Etwas komplizierter wird es beim Urlaub im Ausland. Hier bedarf es im Krankheitsfall neben dem ärztlichen Zeugnis einer behördliche Bestätigung, aus der hervorgeht, dass das ärztliche Zeugnis von einem zugelassenen Arzt ausgestellt wurde. Sie entfällt, wenn die Behandlung in einem öffentlichen Krankenhaus erfolgte. 

Was, wenn ein Arbeitsverhältnis endet und noch Urlaubanspruch besteht? Hier gilt die Urlaubsersatzleistung: Wenn ein Arbeitsverhältnis beendet wird, muss der Arbeitgeber offenen Urlaub auszahlen. 

6. Urlaubswoche 

Mit den fünf Wochen Urlaub gibt sich AK-Präsident Gerhard Michalitsch nicht zufrieden. Er will die 6. Urlaubswoche für alle. „Der Stress und Druck auf die Arbeitnehmer ist enorm. Bei den herrschenden Arbeitsbedingungen besteht dringend Verbesserungsbedarf. Arbeit darf nicht krank machen, daher fordern wir die 6. Urlaubswoche für alle. Und nicht erst nach 25 Jahren“, pocht Burgenlands AK-Präsident Gerhard Michalitsch auf mehr Urlaubstage für Arbeitnehmer. 

Bei Problemen und Fragen: Die Experten der AK Burgenland stehen mit Rat und Tat zur Verfügung (02682/740).

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Bianca Werfring
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