24.3.2017
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Arbeitsklima-Index 2016

Im Vorjahr hat die Arbeiterkammer Burgenland zum 9. Mal einen eigenen Regionalindex für das Burgenland erheben lassen. Die Auswertung liegt nun vor.

 

AK-Vizepräsident Gerhard MICHALITSCH:  „Wenn wir als Arbeiterkammer Wirtschaft und Arbeitswelt betrachten und untersuchen, dann stehen für uns die arbeitenden Menschen im Mittelpunkt. Wir wollen wissen, wie es den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern geht. Sie stehen auch im Zentrum des Arbeitsklima Index. Die Auswertung 2016 zeigt ein durchwachsenes Bild. Wer einen guten, abgesicherten Arbeitsplatz hat, macht sich weniger Sorgen.  Aber jene, die ungünstigere Bedingungen haben aufgrund des Alters oder der Ausbildung, diese Menschen machen sich massiv Sorgen um ihre Zukunft. Angesichts der Lage am Arbeitsmarkt befürchten diese ArbeitnehmerInnen, dass sie es bei einem Jobverlust extrem schwer haben werden. Über alle Gruppen hinweg sinkt die Zufriedenheit mit der Einkommenssituation.“

 

Für die Arbeitsklima-Studie wurden im Zeitraum Februar bis Dezember 2016 insgesamt 548 burgenländische ArbeitnehmerInnen und fast 5.000 Personen österreichweit befragt. Die Auswahl erfolgte auf einer statistisch gesicherten Zufallsstichprobe, die Ergebnisse sind repräsentativ für alle unselbständig Erwerbstätigen mit Wohnsitz im Burgenland.

  

Arbeitsklima-Index: Burgenland fällt unter das Österreich-Niveau

 

Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/2008 konnte der Arbeitsklima-Index im Burgenland einen stetigen Aufschwung verzeichnen und 2014 sogar das Zufriedenheitslevel für Österreich insgesamt um neun Punkte übertreffen.  

Arbeitsklima-Index-Projektleiter Georg MICHENTHALER: „Ab diesem Zeitpunkt ist der Arbeitsklima-Index im Burgenland – im Gegensatz zu stabilen Werten im gesamten Bundesgebiet – steil nach unten gegangen und liegt nunmehr drei Punkte unter dem Gesamtschnitt.“

 

Eine genauere Analyse der einzelnen Teil-Indices zeigt die Ursachen dieser Entwicklung auf. Die Talfahrt des Arbeitsklima-Index im Burgenland wird maßgeblich durch den steigenden Wirtschaftspessimismus im Teilindex „Gesellschaft“ sowie durch den Einbruch der subjektiven Arbeitsmarktchancen im Teilindex „Erwartungen“ verursacht.  

Sinkende Tendenz weist auch der Teilindex „Betrieb“ auf, der vor allem durch eine zunehmende Unzufriedenheit mit dem Führungsstil sowie eine steigende Skepsis hinsichtlich der wirtschaftlichen Zukunft des Betriebs ausgelöst wird.

 

Die engere Arbeitsplatzzufriedenheit im Teilindex „Arbeit“ ist hingegen im Burgenland relativ stabil auf hohem Niveau.

  

Angst vor Arbeitslosigkeit bei Älteren und Geringqualifizierten hoch

 

Die Mehrheit der burgenländischen Beschäftigten hält den eigenen Arbeitsplatz für mehr oder weniger sicher. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch die Sorge, den Arbeitsplatz verlieren.

 

Frage: Halten Sie Ihren Arbeitsplatz für sehr sicher, ziemlich sicher, ziemlich unsicher oder sehr unsicher? 

Georg MICHENTHALER: „Menschen mit nur Pflichtschulabschluss oder  in Beschäfti-gungsverhältnissen mit geringeren Qualifikationsanforderungen haben eine ausgeprägtere Angst vor einem Arbeitsplatzverlust. Am sichersten scheinen – abgesehen von den hier nicht eigens ausgewiesenen öffentlich Bediensteten – die Arbeitsplätze von qualifizierten Angestellten zu sein.“

 

Nur mehr 18 Prozent der burgenländischen Beschäftigten insgesamt hoffen, im Fall des Falles sehr oder eher leicht wieder eine adäquate Arbeitsstelle finden zu können. Selbst jüngere Beschäftigte sind diesbezüglich mit überwiegender Mehrheit pessimistisch.

  

Frage: Wenn Sie Ihren Arbeitsplatz aus irgendeinem Grund verlieren oder aufgeben und sich aktiv nach einer neuen Stelle umschauen würden, wie leicht oder schwer würde es Ihrer Meinung nach für Sie sein, eine annehmbare Arbeitsstelle zu finden?   

Bei niedriger Qualifikation und vor allem mit höherem Alter liegen die subjektiven Arbeitsmarktchancen noch einmal deutlich unter dem Gesamtschnitt.

 

Aber auch MaturantInnen und AkademikerInnen rechnen sich inzwischen nur mehr geringe Chancen auf eine ansprechende  Arbeitsstelle aus.

 

Immer mehr kommen mit ihrem Einkommen nicht aus

 

Der Anteil jener, die mit ihrem beruflichen Einkommen gerade noch oder nicht auskommen, nimmt stetig zu.

 

Frage: Würden Sie sagen, dass Ihr Einkommen Ihren Bedürfnissen ungefähr entspricht? Welche der vier folgenden Antworten trifft am ehesten zu?  

Besonders prekär ist die Einkommenssituation für weibliche Beschäftigte sowie für ArbeiterInnen und einfache Angestellte.

 

Überstunden: Viele würden gerne weniger arbeiten

Die Auswertung der Umfragen zeigt, dass burgenländische ArbeitnehmerInnen durchschnittlich deutlich mehr arbeiten als vereinbart.

Mehr als ein Drittel der burgenländischen Beschäftigten würde gerne weniger arbeiten als derzeit. Bei häufigen Überstunden, hohem Zeitdruck und einem Arbeitszeitausmaß von mehr als 40 Wochenstunden steigt der entsprechende Anteil bis zu drei Viertel an.  

Die Forderungen der Arbeiterkammer Burgenland

  • 1.500 Euro Mindestlohn als ersten Schritt, das Ziel sind 1.700 Euro.
  • Gerechtere Verteilung der vorhandenen Arbeitszeit.
  • Weitere Impulse bei der Beschäftigung von älteren ArbeitnehmerInnen sowie Investitionen in die Aus- und Weiterbildung

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