Lehrling, Kündigung © AdobeStock, AdobeStock
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Böse Überraschung für Lehrling im Krankenstand

Eine böse Überraschung gab es für den Lehrling eines burgenländischen Lehrbetriebes. Er erhielt im Krankenstand per eingeschriebenen Brief die vorzeitige Auflösung des Lehrverhältnisses. Die Jugendabteilung in der AK Burgenland nahm sich des Falles an. Eine außergerichtliche Einigung brachte für den Lehrling 6.200 Euro.
In der Praxis kommt es nicht selten vor, dass Lehrverhältnisse durch den Lehrberechtigten einseitig aufgelöst werden. In diesem konkreten Fall wurde dies vom Betrieb damit begründet, dass sich der Lehrling nicht krankgemeldet und somit seine Pflichten aus dem Lehrvertrag verletzt habe. „Der Lehrling konnte uns allerdings einen Whats-App Verlauf vorlegen, dem man entnehmen konnte, dass er den Lehrbetrieb über die krankheitsbedingte Abwesenheit informiert hatte“, erklärt Jugendreferentin in der AK Burgenland, Jeanine Szalay.

Die AK-Lehrlingsexpertin klärt weiter auf: Ein Lehrverhältnis kann rechtswirksam nur dann vorzeitig aufgelöst werden, wenn ein im Gesetz taxativ aufgezählter Grund vorliegt. Selbst wenn der Lehrling die Mitteilungs- und Nachweispflicht im Falle eines Krankenstandes verletzt hätte - was im konkreten Fall nicht vorlag - würde dies keinen Entlassungsgrund darstellen, sondern allenfalls den Verlust des Entgeltfortzahlungsanspruches für die Dauer der Säumnis nach sich ziehen.

Im konkreten Fall konnte eine außergerichtliche Einigung mit dem Lehrbetrieb erzielt werden. Der Lehrling erhielt 6.205 Euro (brutto) Kündigungsentschädigung.

Bei solchen und ähnlichen Fällen sollte in jedem Einzelfall genau überprüft werden, ob die einseitige Auflösung gerechtfertigt ist.  „Wir raten daher, uns umgehend zu kontaktieren, wenn man davon betroffen ist“, so Szalay abschließend.

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