Tischler Lehrling bei der Arbeit © Klaus-Peter Adler, Fotolia.com
Tischler Lehrling bei der Arbeit © Klaus-Peter Adler, Fotolia.com

Coronakrise: AK steht Lehrlingen zur Seite

Angesichts von Betriebsschließungen und Geschäftsrückgängen versuchen viele Arbeitgeber, ihre Lehrlinge zu einvernehmlichen Lösungen zu überreden.
Umgekehrt werden Lehrlinge, die die Berufsschule aktuell nicht besuchen dürfen, zur Arbeit im Betrieb angehalten. Viele Lehrlinge wissen jetzt nicht, wie
sie sich in dieser Situation verhalten sollen. „Es ist eine schwierige Zeit, die viele Lehrlinge verunsichert. Neben unserer Homepage jobundcorona.at mit
allen Infos zum Thema beantworten wir gerne in der telefonischen Beratung alle Fragen. Denn: Wir lassen euch nicht allein. Wir sind für euch da“, versichert Burgenlands AK-Präsident Gerhard Michalitsch.
Die wirtschaftliche Lage ist angesichts der Coronavirus-Krise extrem angespannt, im Stundentakt überschlagen sich die Meldungen: Das stellt Arbeitnehmer vor viele Herausforderungen. Die Coronakrise sorgt aber auch bei den jungen Arbeitnehmern für Unsicherheit.

Gerade die Angst vor der Auflösung des Lehrverhältnisses ist oft groß. Da gibt die Arbeiterkammer Burgenland Entwarnung. „Die derzeitige Situation rechtfertigt nicht, das Lehrverhältnis aufzulösen“, informiert AK-Lehrlingsbeauftragte Nina Wimmer und ergänzt: „Der Lehrberechtigte kann das Lehrverhältnis nicht vorzeitig auflösen, nur weil er keine Arbeitsaufträge mehr bekommt. Bei Beendigung des Lehrverhältnisses gilt es, die Bestimmungen der §§ 14 ff BAG zu beachten. In der Probezeit kann das Lehrverhältnis jedoch auch einseitig unter Einhaltung der zwingenden Formerfordernisse vom Lehrberechtigten gelöst werden.“

Zudem rät Wimmer auch für die Lehrlinge das Modell der Coronakurzarbeit zu nutzen und appelliert an Lehrberechtigte: „Bitte setzt die Lehrlinge nicht unter Druck, einer einvernehmlichen Auflösung einzuwilligen. Machen Sie von dem geschaffenen Modell der Coronakurzarbeit Gebrauch, das inzwischen auch für Lehrlinge möglich ist. Lehrlinge bekommen in dieser Zeit sogar 100 Prozent ihrer Lehrlingsentschädigung weiterbezahlt und die Lehrzeit wird dadurch nicht verlängert.“

Lehrlinge in einer überbetrieblichen Lehrausbildung stehen jetzt vor geschlossenen Ausbildungseinrichtungen. Für sie gilt auf die Wiederaufnahme des Betriebs zu warten. Sie erhalten jedoch weiterhin die Deckung des Lebensunterhaltes (DLU). 
Geduld bedarf es auch bei Lehrabschlussprüfungen. Manche wurden abgesagt. Hier rät die AK Lehrlingsexpertin mit der Lehrlingsstelle Kontakt aufzunehmen. Die Mitarbeiter dort können Auskunft geben, wann der nächste Prüfungstermin voraussichtlich stattfinden wird.

Wichtig ist auch, dass die Lehrlinge ihrer Arbeit nachgehen. Aus Angst zuhause zu bleiben gilt nicht. Wenn der Betrieb nicht unter Quarantäne steht und der Lehrberechtigte den Lehrling nicht freigestellt hat, kann er nur dann zuhause bleiben, wenn eine konkrete Ansteckungsgefahr besteht. Dies könnte etwa dann der Fall sein, wenn sich Kollegen oder Kunden angesteckt haben, mit denen er unmittelbar zu tun hat. „Dass der Lehrling in diesem Fall daheimbleibt, musst er dem Lehrberechtigten aber sofort melden“, rät Wimmer.

Dazu empfiehlt sich bei jeglichen Fragen einfach die AK zu kontaktieren: „Wir beantworten in der telefonischen Beratung alle offenen Fragen“, so Wimmer.

Bei Problemen und Fragen: Die Lehrlings-Expertin der AK Burgenland steht mit Rat und Tat zur Seite (02682/740-3164).

Kontakt

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Bianca Werfring
Kommunikation & Marketing
T: 0664/823 9449
E: bianca.werfring@akbgld.at