Junge Frau im Home Office © yossarian6, stock.adobe.com
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Covid 19: Rechte und Pflichten im Homeoffice

Mittendrin im zweiten harten Lockdown arbeiten wieder tausende Burgenländer in den eigenen vier Wänden. Homeoffice ist zur gängigen Praxis geworden. Die Arbeitswelt hat sich durch die Covid 19-Pandemie nachhaltig verändert. Doch zeitgleich stellen sich dabei neue Herausforderungen und vor allem Fragen. Was darf man im Homeoffice und habe ich überhaupt ein Recht zuhause zu arbeiten? Antworten auf diese und andere Fragen liefert AK-Arbeitsrechtsexperte Mag. Helmut Steiger und stellt gleich klar: „Prinzipiell gibt es kein Recht auf Homeoffice. Dieses müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber miteinander vereinbaren.“ 

Die sozialen Kontakte auf das Minimum reduzieren und so gut es geht das Haus nicht zu verlassen: Das sind die Gebote des zweiten Lockdowns. Das betrifft auch das Arbeitsleben. Gerade jetzt steht Homeoffice wieder hoch im Kurs. Und da Telearbeit gekommen ist, um zu bleiben, sollten Arbeitnehmer über Rechte und Pflichten Bescheid wissen.

Die Wichtigste zu allererst: es gibt kein Recht auf Homeoffice. Es bedarf einer Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. „Sofern Homeoffice nicht im Dienstvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgehalten ist, habe ich kein Recht auf Homeoffice. Homeoffice setzt eine Vereinbarung mit dem Dienstgeber voraus. Daher hat der Dienstgeber auch nicht die Möglichkeit den Arbeitnehmer einseitig in Homeoffice zu schicken“, informiert AK-Arbeitsrechtsexperte Mag. Helmut Steiger. 

Klar geregelt sind auch die Arbeitszeiten im Homeoffice. Denn: Die Arbeitszeiten im Büro und im Home-Office unterscheiden sich grundsätzlich nicht. Denn Arbeitszeiten müssen immer irgendwo geregelt sein: Etwa in einer Betriebsvereinbarung oder individuell, z.B. im Arbeitsvertrag. Diese vereinbarte Normalarbeitszeit, unter Umständen mit Mehr- und Überstunden, gilt auch im Homeoffice. Doch in Absprache mit dem Chef sind hier Änderungen möglich. „Da sich im Homeoffice oft zusätzliche Anforderungen ergeben, macht es Sinn, mit dem Dienstgeber entsprechende Vereinbarungen zur Arbeitszeit im Homeoffice zu treffen. Dabei sollte nicht vergessen werden, seine Arbeitszeit genau zu dokumentieren “, rät Steiger.

Selbst ein Weg aus dem Homeoffice heraus, egal ob zu einem Kunden oder auf einen angeordneten Sprung ins Büro, gilt als Arbeitszeit. 

Zeitgleich besteht auch ein Versicherungsschutz im Homeoffice – zumindest während der Covid 19-Krise. Damit gelten Unfälle, die sich im Homeoffice im Zusammenhang mit Ihrer Beschäftigung ereignen, momentan als Arbeitsunfälle. Damit genießen Arbeitnehmer den gleichen Versicherungsschutz, den sie hätten, würde sich der Arbeitsunfall im Betrieb oder auf dem Weg dorthin passieren.

Unklar ist für viele Arbeitnehmer, wer die zusätzlichen Kosten im Homeoffice, wie etwa einer leistungsstärkeren Internetverbindung, Druckerpatronen, etc übernimmt. „Grundsätzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet dem Arbeitnehmer die Materialen fürs Homeoffice zur Verfügung zu stellen. Sollten eigene Materialen verwendet werden und entstehen dadurch zusätzliche Kosten sind diese vom Dienstgeber zu ersetzen. Er ist aber nicht dazu verpflichtet die entsprechenden Büromöbel zur Verfügung zu stellen. Dafür müssen Arbeitnehmer selbst Sorge tragen“, informiert der AK-Jurist.

Bei Problemen und Fragen: Die Experten der AK Burgenland stehen mit Rat und Tat zur Seite (02682/740). Auch auf der Homepage jobundcorona.at gibt es umfangreiche Informationen.

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Bianca Werfring, Kommunikation & Marketing der AK Burgenland, T: 0664/823 9449, E: bianca.werfring@akbgld.at