Motorradfahrer auf Freilandstraße © rcfotostock, stock.adobe.com
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Der Motorradverkauf als Betrugsfalle

„Seien Sie bereit, den Rest Ihrer Tage im Gefängnis zu verbringen“ und „Ich gebe Ihnen zwei Stunden, um die Zahlung zu leisten“ – mit derartig einschüchternden Nachrichten war ein Nordburgenländer konfrontiert, der sein gebrauchtes Motorrad verkaufen wollte. Nach einer schlaflosen Nacht wandte er sich an die Arbeiterkammer Burgenland. Dort konnte Entwarnung gegeben werden.
Das Motorrad hatte ausgedient, 1.500 Euro schienen ein angemessener Preis. Die Anzeige auf einer Internet-Verkaufsplattform war schnell geschalten und auch mehrere Interessenten meldeten sich rasch. Einer mit einer deutschen Telefonnummer ging besonders forsch vor: Er meldete sich per Textnachricht und teilte mit, dass über seine englische Bank bereits die Überweisung von 2.100 Euro in die Wege geleitet sei, und dass der Verkäufer nur noch 600 Euro davon an eine Spedition zahlen solle.
Da bereits ein anderer Käufer den Zuschlag erhalten hatte, ging der verkaufswillige Nordburgenländer nicht auf diesen Deal ein. Doch da wurde der Ton rauer. Der angebliche Kaufinteressent drohte mit der Einschaltung von Interpol und Europol, stellte dem Burgenländer einen lebenslangen Gefängnisaufenthalt in Aussicht und drängte massiv auf die Zahlung an eine angebliche Speditionsfirma. Der beunruhigte Motorradverkäufer ersuchte die AK Burgenland um Hilfe.
„Der Verkäufer wäre beinahe Betrügern aufgesessen. Die Geschichte war von vorne bis hinten erfunden“, beurteilt AK-Konsumentenschützer Christian Koisser. Weder die genannte Bank noch die angeblich zu bezahlende Spedition haben mit dieser Angelegenheit etwas zu tun. Nicht nur der mit „ES“ beginnende IBAN des Kontos, auf das der angebliche Speditionspreis einzuzahlen war, kam dem Betrachter spanisch vor. „Will ein Käufer die Ware abholen lassen, so kann er die Abholung selbst bezahlen. Alles andere ist verdächtig“, rät der Konsumentenschützer.

„Beliebte“ Betrugsform
Derartige Betrugsformen stehen leider bei Kriminellen hoch im Kurs. Kleinanzeigen-Plattformen werden offensichtlich genau durchforstet und bei teureren Waren wie KfZ oder Möbeln wird gleich gekauft. Völlig unkompliziert. Doch dann wird’s doch schwierig, denn der Käufer befindet sich angeblich im Ausland und die Ware muss mit einer Spedition abgeholt werden. Zusätzlich zum Kaufpreis wird dann auch gleich das Entgelt für die Spedition bei einer anderen Bank „bereitgestellt“, der Verkäufer solle dann die Spedition bezahlen. Nach dieser Zahlung hört man allerdings nichts mehr von den kriminellen Käufern.

Dem Motorradverkäufer konnte geholfen werden. Er sparte sich die Einzahlung der geforderten 600 Euro und kann trotz der Drohungen wieder gut schlafen.


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