PK © AK Burgenland, AK Burgenland
PK Coronabilanz © AK Burgenland, AK Burgenland

Die Arbeiterkammer als Rettungsanker in der Krise

Die Covid-19-Pandemie war ein beispielloser Einschnitt in die Arbeitswelt. Die Krise sorgte für viel Verunsicherung. Gerade in Sachen Kurzarbeit stellten tausende burgenländische Arbeitnehmer viele Fragen. Antworten darauf lieferten die Experten der Arbeiterkammer Burgenland. Hier liefen die Telefone und Datenleitungen heiß. Denn mit der Krise hat die AK Burgenland die größte Beratungsoffensive in der Geschichte bewältigt. Fast 13.000 Auskünfte wurden in den vergangenen Wochen erteilt. „Unser Engagement zeigt: Auf uns könnt ihr euch verlassen. Die AK lässt euch nicht allein. Wir sind für euch da. Für immer!“, betonen AK-Präsident Gerhard Michalitsch und AK-Direktor Mag. Thomas Lehner unisono.

Die Covid-19-Pandemie stellte den Arbeitsalltag auf den Kopf und Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer vor große Herausforderungen. Der erste Höhepunkt der Coronakrise scheint überstanden. Einen wichtigen Beitrag dazu haben die burgenländischen Arbeitnehmer geleistet. Trotzdem bleibt die Krise ein beispielloser Einschnitt in die Arbeitswelt inklusive vieler offener Fragen und entsprechender Verunsicherung. Immerhin wurden 5.000 der rund 100.000 AK-Mitglieder innerhalb von zwei Wochen gekündigt, rund 30.000 in Kurzarbeit und ein Großteil der restlichen 70.000 Beschäftigten in Homeoffice geschickt. 

Beratungsoffensive
Damit war der Corona-Lockdown für die AK Burgenland ebenfalls ein historisch einzigartiges Ereignis. So wurden - zur Gewährleistung der Sicherheit der AK-Mitglieder aber auch der Mitarbeiter - erstmalig die Häuser mit Mitte März für persönliche Beratungen geschlossen – gleichzeitig aber alle anderen Beratungskanäle weit aufgemacht. „Unsere Experten haben die größte Beratungsoffensive in der Geschichte der Arbeiterkammer Burgenland abgearbeitet. Allein von 16. März bis Ende Mai haben wir 12.674-mal beraten. Sowohl telefonisch, per E-Mail aber auch über die eigens eingerichtete jobundcorona-Homepage standen wir den burgenländischen Arbeitnehmern zur Seite. Zum Vergleich: in diesen 14 Wochen haben unsere Experten mehr als doppelt so viele Email-Anfragen beantwortet als im gesamten Kalenderjahr 2019“, informiert AK-Direktor Mag. Thomas Lehner.

Gemeinsam mit dem ÖGB hat die Arbeiterkammer in der Coronakrise mit der Website jobundcorona.at sowie der Hotline ein umfassendes Informationspaket zu arbeitsrechtlichen und Konsumentenschutz-Fragen geschnürt. Auch die Zahlen dieser Plattformen sprechen für sich. Immerhin wurde die Homepage bis Ende Mai 1,1 Millionen-mal besucht. Die dazugehörige Hotline hat rund 98.000 Anrufe registriert und abgearbeitet.

Die Fragen drehten sich hauptsächlich um fünf große Themen. Während zu Beginn der Krise vor allem Anfragen zum Thema Homeoffice kamen, dominierte schnell das Thema Kurzarbeit. Dieser Schwerpunkt war und ist mit Sicherheit das wichtigste Thema. Ebenfalls stark nachgefragt waren Antworten auf verschiedenste arbeitsrechtliche Fragen wie etwa um die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers zum Schutz vor Ansteckungen. Dazu gab es vermehrt Anfragen zu Arbeitgeberkündigungen und zur Risikogruppe. 
Im Konsumentenschutz waren natürlich abgesagte Events und Reisen sowie deren Kostenrückerstattung das vorherrschende Thema. 
Dazu haben die AK-Experten bei der Abarbeitung etwa der Kurzarbeit-Anträge beim AMS und der Härtefallfonds-Anträge in der WIBUG mitgewirkt. Außerdem wurden Lehrlinge beim Homeschooling unterstützt, die keinen eigenen Laptop haben. 

„Diese Bilanz belegt: Die Arbeiterkammer hat damit den größten Belastungstest unserer Geschichte bestanden. Wir waren und sind der Rettungsanker für unsere Mitglieder – nicht nur bei Schönwetter, sondern auch wenn Sturm und Orkanböen in der Arbeitswelt toben!
Das ist der Verdienst unserer Mitarbeiter. Darauf sind wir – der Präsident, aber auch ich als Direktor – sehr stolz. Und dafür möchten wir uns auch öffentlich bei unseren Kollegen bedanken“, weiß Lehner das Engagement seiner Mitarbeiter auch entsprechend zu schätzen.

Kurzarbeit
Die Krise konnte auch dank zweier österreichischer Erfolgsrezepte wie die Sozialpartnerschaft und der gut ausgebaute Sozialstaat so gut gemeistert werden. Denn die Sozialpartnerschaft aus Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite hat schnell und unkompliziert das Modell der Corona-Kurzarbeit ausgearbeitet. Zum Höhepunkt hat die Kurzarbeit 1,3 Millionen Arbeitnehmer in Österreich vor Arbeitslosigkeit gerettet - rund 30.000 im Burgenland. „Wir appellieren daher an die Bundesregierung, dass dieser Weg des Miteinanders, mit den Sozialpartner fortgesetzt wird. Damit auch die Interessen der Arbeitnehmer berücksichtigt werden – nicht nur jene von Industrie und Vermögen“, fordert AK-Präsident Gerhard Michalitsch.
Diese Zusammenarbeit wird auch für die Weiterentwicklung der Kurzarbeit notwendig sein. Für Phase drei braucht es ein anderes Modell. Michalitsch: „Da braucht es aus unserer Sicht ein Modell, das: finanzierbar und kontrollierbar ist, den Beschäftigten und ihren Familien weiter ein gutes Einkommen garantiert und Lehrlingen die Möglichkeit gibt, Kurzarbeit zu nutzen, aber dabei auch ihre Lehre abzuschließen.“

Selbst wenn die Zahl der Arbeitnehmer in Kurzarbeit sinkt, bleibt sie Thema. Denn jetzt steht in rund 3.000 burgenländischen Betrieben die Abrechnung an. Letzte Woche hat die Finanzpolizei berichtet, dass sie österreichweit bereits 148 Anzeigen wegen des Verdachts auf Missbrauch von Kurzarbeit verzeichnet haben. Auch die AK hat dahingehend beraten. Michalitsch: „Angezeigt haben wir nicht! Es haben sich einige Mitglieder mit Verdachtsfällen an uns gewandt. Wir raten jedenfalls allen Arbeitnehmern, die einen begründeten Verdacht haben, Anzeige zu erstatten. Grundsätzlich können die Unternehmen jetzt noch entscheiden, wie sie ihre Abrechnung machen. Die Rute ist von uns, aber auch von der Finanzpolizei, ins Fenster gestellt! Sie können entscheiden, ob sie ehrlich agieren, oder Strafen riskieren.“

Premiere für AK-Ferienbetreuung
Neben der Beratungsoffensive hat sich die AK Burgenland auch in Sachen Betreuung etwas einfallen lassen. „Da gerade Eltern in den vergangenen Wochen vor große Herausforderungen gestellt waren, wollen wir helfen und mit gutem Beispiel voran gehen. Daher feiert heuer von 20. bis 24. Juli der AKYoung Summer in der Cselley Mühle Oslip Premiere. Wir haben uns dabei bemüht, nicht nur ein erstklassiges Betreuungsprogramm auf die Beine zu stellen, sondern auch mit vielen Workshops und Förderung in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch Mehrwert zu liefern“, kündigt der AK-Präsident an.

Österreich neu starten
Auch wenn Corona noch nicht vorbei ist, fehlt noch ein genauer Plan, wer die Rechnung für die Krise zahlt. Hier hat die AK eine klare Meinung. „Es dürfen nicht jene sein, die fleißig arbeiten und Österreich am Laufen halten. Und auch nicht diejenigen, die schuldlos in der Krise arbeitslos geworden sind! Da braucht es einen gerechten Beitrag großer Vermögen! Ein entsprechendes Programm mit dem Namen „Österreich neu starten. Die Gerechtigkeitsoffensive.“ haben die Arbeiterkammern der Bundesregierung bereits übermittelt. Und wir werden die Bundesregierung daran messen, wie gerecht die Gegenfinanzierung sein wird. Denn wir sind für die Arbeitnehmer da. Für immer“, versichert Michalitsch.

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