Mann vor Laptop im Büro mit Fußball in den Händen © madhourse, stock.adobe.com
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EM: Was im Büro erlaubt ist

Es ist so soweit: Die Fußball-EM hat begonnen. Vier Wochen lang herrscht wieder König Fußball. Ein Teil der Spiele der Fußball-EM wird während der Arbeitszeit der meisten Beschäftigten übertragen. Doch dürfen Arbeitnehmer im Betrieb unseren Fußballern vorm Bildschirm die Daumen drücken? „Schauen Sie die Fußball-EM nicht heimlich im Büro und sprechen Sie sich jedenfalls mit Ihrem Chef ab. Prinzipiell macht es Sinn es vorab mit dem Arbeitgeber abzuklären, was geht und was nicht", rät AK-Jurist Mario Popovits, LL.M. (WU).  

24 Nationen treten bei der diesjährigen EM an – darunter auch Österreich. Damit dreht sich bis Mitte Juli alles um das runde Leder – selbst am Arbeitsplatz. Da will man auch dort kein Spiel verpassen. Doch darf man in der Arbeitszeit Fußball schauen? „Um nicht den Job zu riskieren gibt es ein paar Grundregeln. Die sollten vorher in einem Gespräch mit dem Chef abgeklärt werden. Aber: Erteilt der Arbeitgeber ein EM-Verbot, dann müssen Arbeitnehmer sich auch daran halten“, empfiehlt AK-Arbeitsrechtsexperte Mario Popovits, LL.M. (WU).  

Die Tipps der AK-Experten: 

- Klären Sie bereits im Vorfeld die Vorgangsweise im Betrieb ab. Es muss eine Lösung gefunden werden, die für alle in Ordnung ist und weder das Betriebsklima noch die Arbeitsleistung beeinträchtigt. 

- In den meisten Jobs ist Fernsehen am Arbeitsplatz nicht Bestandteil des Arbeitsvertrages und somit auch nicht erlaubt. Sollten etwa Kollegen gemeinsam Fußball schauen wollen, sollten sie das vorher jedenfalls mit dem Vorgesetzten abklären. Ist Fernsehen während der Arbeitszeit hingegen generell gestattet oder unausweichlich, wie etwa in Lokalen oder Wettbüros, braucht keine zusätzliche Zustimmung eingeholt werden. Probleme entstehen hier nur dann, wenn die geforderte Arbeitsleistung wegen der Ablenkung durch das Fußballspiel nicht erbracht wird.

- Erlaubt der Arbeitgeber das Radiohören während der Arbeitszeit, dann dürfen natürlich auch während der EM Spiele im Radio mitverfolgt werden. Dies allerdings mit der Einschränkung, dass die Arbeitsleistung darunter nicht leidet und andere Mitarbeiter oder Kunden nicht gestört werden.

- Ist die Privatnutzung des Internets während der Arbeitszeit erlaubt, dürfen Arbeitnehmer die Spielergebnisse online abrufen. Das Verfolgen eines gesamten Spiels im Livestream ist aber problematisch, da bei einer Spielzeit von mindestens 90 Minuten die Arbeitsleistung kaum in vollem Umfang erbracht werden kann.

- Keine Ausnahmen gegenüber generell geltenden Vereinbarungen gibt es bezüglich des Alkoholkonsums: Gibt es ein Alkoholverbot während der Arbeit, dann gilt dieses Verbot auch für die Zeit der Weltmeisterschaft und für gemeinsame Fußballnachmittage und -abende im Betrieb.

- Ob der Arbeitsplatz mit Flaggen geschmückt oder die Arbeit im Fußballdress angetreten werden darf, hängt vom Arbeitsplatz und der Tätigkeit ab. In Jobs mit Kundenverkehr, wo es um ein entsprechendes Erscheinungsbild geht, kann der Arbeitgeber Fandressen oder ähnliche Utensilien verbieten. Aber auch hier gilt: Am besten mit dem Vorgesetzten klären, was geht und was nicht.