Baby mit Geldscheinen © andriano_cz, stock.adobe.com
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Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld bleibt bei Jobverlust aus

In der Arbeiterkammer Burgenland mehren sich im Zuge der Covid-19-Pandemie die Anfragen rund ums Wochengeld und Kinderbetreuungsgeld. Die Verunsicherung bei werdenden Müttern ist groß. Keine Chance auf das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld gibt es, wenn das Unternehmen insolvent ist und der Betrieb schließen muss. Denn zum Zeitpunkt der Geburt muss das Dienstverhältnis aufrecht sein. „Für so manche Familie bringt das einen finanziellen Verlust bis zu 10.000 Euro mit sich“, weiß AK-Sozialrechtsexpertin Mag. Brigitte Ohr.

Werdende Mütter sind verunsichert. Denn die Corona-Krise mit Rekordarbeitslosigkeit und Kurzarbeit sorgt neben gesundheitlichen Aspekten auch für Sorgen finanzieller Natur. Die Anrufe bei den Sozialrechtsexperten der AK Burgenland von Schwangeren häufen sich. Gerade Anfragen rund ums Wochengeld und Kinderbetreuungsgeld nehmen in den vergangenen Tagen zu.

Um das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld beziehen zu können, muss eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt werden. Die Wichtigste: Vor dem Mutterschutz muss mindestens 182 Tage zuvor gearbeitet worden sein. Kurzarbeit wird dabei angerechnet. Zusätzlich muss das Dienstverhältnis zum Zeitpunkt der Geburt aufrecht sein.

Die jetzige Situation zeigt jedoch verstärkt ein Problem auf, das bereits vor Corona bestand: „Wenn Unternehmen insolvent werden und den Betrieb schließen müssen, erhalten die Versicherten, vorwiegend Frauen, kein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld. Zum Zeitpunkt der Geburt muss das Dienstverhältnis noch aufrecht sein. Das ist schon seit Jahren so. Die Krise zeigt nur aktuell noch mehr Fälle auf. Für so manche Familie bringt das einen finanziellen Verlust bis zu 10.000 Euro mit sich“, zeigt AK-Sozialrechtsexpertin Mag. Brigitte Ohr auf.  

Entsprechend unzufrieden zeigt sich Burgenlands AK-Präsident Gerhard Michalitsch mit diesem Gesetz und fordert seit Jahren eine Änderung im Gesetz.  „Es kann nicht sein, dass Arbeitnehmerinnen ihren Job verlieren und dann auch noch finanziell schlecht aussteigen. Übrigens haben insbesondere Frauen, die in diesen 182 Tagen vor Mutterschutz lange krank sind oder kurzfristig eine Familienhospizkarenz etc. antreten, das gleiche Problem. Sie bekommen auch kein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld. Daher haben wir für alle diese Fälle schon nach der Reform des Kinderbetreuungsgeldes im Jahr 2017 eine Gesetzesänderung gefordert. Da sich nichts geändert hat, bleiben wir dran“, wiederholt Michalitsch hartnäckig die Forderung.

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