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Geld, Knaller, Feuerwerk © AdobeStock_429427350, AdobeStock_429427350

Einmalzahlungen werden im Winter verpuffen wie ein Silvesterfeuerwerk!

Lebensmitteln, Energie, Wohnen und Mobilität: Die explodierenden Preise treffen die Menschen mit voller Wucht. Heute Donnerstag wird das Teuerungspaket der Bundesregierung im Parlament diskutiert und voraussichtlich beschlossen. Der Druck von vier Millionen Arbeitnehmer:innen wurde so stark, dass die Bundesregierung Maßnahmen gegen die Teuerung setzen musste. Leider tut sie es hauptsächlich mit Einmalzahlungen. „Diese bringen nur kurzfristig eine Entlastung und werden leider im kommenden Winter verpuffen wie ein Silvesterfeuerwerk. Wichtige Maßnahmen zur Abfederung der Teuerung und zur Absicherung des Sozialstaates fehlen leider zur Gänze“, kritisiert AK-Präsident Gerhard Michalitsch das Teuerungspaket der Bundesregierung.
Eine Facharbeiterin, die den burgenländischen Mindestlohn verdient, wird im heurigen Jahr mit 411,80 Euro entlastet. Die Entlastung für eine burgenländische Familie mit zwei Kindern und zwei berufstätigen Eltern beträgt heuer 1.183,60 Euro. AK-Expertin Gabi Tremmel-Yakali rechnet vor: „Hier wird die Einmalzahlung der Sonderfamilienbeihilfe von 180 Euro pro Kind schlagend“. Voraussichtlich kommt im November 2022 noch der Klimabonus für Kinder bis 18 Jahre in der Höhe von 250 Euro pro Kind hinzu. Wer den Familienbonus Plus nicht über die Lohnverrechnung im Unternehmen berücksichtigt bekommt, profitiert von der Erhöhung dieses Absetzbetrages erst im Jahr 2023 bei der nächsten Arbeitnehmerveranlagung.

Die AK Burgenland kritisiert, dass die Verteilungswirkung nur im heurigen Jahr zu spüren sein wird. 2023 werden die Einmalzahlungen wegfallen, während die Preise aber dauerhaft hoch bleiben werden. Schon jetzt liegt die Teuerung beim Wocheneinkauf – das sind Lebensmittel, Dienstleistungen und Spritpreise – bei 15,4 Prozent. Das bedeutet, ein Haushalt muss für die Wocheneinkäufe um 130 Euro pro Monat mehr bezahlen. Das sind pro Jahr 1.560 Euro. „Ein jeder, der rechnen kann, sieht, dass die sogenannte Entlastung der Bundesregierung nicht einmal für das Notwendigste ausreicht“, kritisiert Tremmel-Yakali.

Besonders schwer wiegt laut AK Burgenland auch die fehlende Erhöhung der wesentlichen Sozialleistungen wie des Ausgleichszulagenrichtsatzes für Pensionen, die Sozialhilfe, das Arbeitslosengeld bzw. die Notstandshilfe auf ein armutssicherndes Niveau. „Damit sind wir vom besten Sozialstaat der Welt weit entfernt. Ebenso fehlen Maßnahmen dafür, dass jene, die von der Inflation profitieren oder besonders gut durch die Krisen kommen, mehr zur Finanzierung des Staates beitragen“, so Tremmel Yakali abschließend. 

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