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Equal Pension Day: Pensionslücke zwischen Frauen und Männern schließen

Frauen haben beim Einkommen das Nachsehen. Und nicht nur dort. Auch in Sachen Pension hinken sie den Männern weiter hinterher. Denn während die durchschnittliche Pension eines burgenländischen Mannes letztes Jahr 2.017 Euro betrug, macht sie bei den Frauen gerade mal 1.148 Euro aus. „Die Politik muss dafür sorgen, dass die Pensionen von Frauen steigen und es braucht ein gesellschaftliches Umdenken betreffend Betreuung von Familienmitgliedern“, fordert AK-Präsident Gerhard Michalitsch.

Der Unterschied in der Pensionshöhe zwischen Frauen und Männern ist groß. Ein wichtiges Indiz dafür: Der „Equal Pension Day“. Es ist jener Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie sie Frauen erst bis Ende des Jahres erhalten werden. Im Burgenland fällt dieser Tag heuer auf den 26. Juli. 

In absoluten Zahlen sieht es so aus: Die durchschnittliche Alterspension, die Männer im Burgenland 2020 bezogen haben, liegt bei 2.017 Euro, jene der Frauen bei 1.148 Euro, jeweils brutto. 

Die Gründe für diese Kluft sind vielschichtig. „Teilzeitarbeit, lange Erwerbslücken aufgrund Kindererziehung und Betreuung von kranken Familienmitgliedern, Mitversicherung beim Partner, geringfügige Beschäftigung ohne Selbstversicherungsbeiträge oder das Arbeiten im Niedriglohnsektor: Das sind nur einige Faktoren, warum Frauen weniger Pension als Männer erhalten“, erklärt AK-Sozialrechtsexpertin Mag. Brigitte Ohr und rät Frauen zu einer pensionsrechtlichen Beratung schon in frühen Jahren. 

„Hier ist die Politik gefragt, um entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Alle Verpflichtungen wie Betreuung und Haushalt sollten fair unter Männern und Frauen aufgeteilt werden und auch die nötige Infrastruktur sollte geschaffen werden, um möglichst Erwerbslücken bei Betreuungspflichten verhindern zu können. Es kann nicht sein, dass Frauen in Altersarmut leben müssen, weil sie für ihre Familie da sein möchten“, bringt es Michalitsch auf den Punkt.

Die Arbeiterkammer Burgenland fordert daher eine rückwirkende Anrechnung der Pensionszeiten bei Pflege eines nahen Angehörigen von mindestens 5 Jahren. Derzeit ist dies nur für ein Jahr möglich. Zudem sollte die Beitragsgrundlage der Kindererziehungszeiten und der Selbstversicherungszeiten bei Pflege jedenfalls erhöht werden, um die Teilzeitarbeitenden oder gar erwerbslosen Frauen mit Betreuungspflichten eine pensionsrechtliche Absicherung geben zu können. 

Als Tipp empfiehlt die Sozialversicherungsexpertin den Schritt zur gesetzlichen Höherversicherung in der Pensionsversicherung. „Die gesetzliche Höherversicherung in der Pensionsversicherung kann mit der Pensionsversicherungsanstalt abgeschlossen werden. Hier zahlt man einen Betrag pro Jahr oder pro Monat ein und erhält einen Zusatzbetrag zur Pension dazu. Kaum jemand kennt diese Möglichkeit, dennoch ist sie im Vergleich zur privaten Pensionsvorsorge wesentlich attraktiver und zahlt sich immer aus!“

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Bianca Werfring, Kommunikation & Marketing der AK Burgenland, T: 0664/823 9449, E: bianca.werfring@akbgld.at