Gewalt an Frauen © AK Burgenland, AK Burgenland
Null Toleranz gegenüber Gewalt fordern AK-Vizepräsidentin und ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Bianca Graf, ÖGB-Landesfrauensekretärin Dorottya Kickinger und AK-Expertin Gabi Tremmel-Yakali. © AK Burgenland, AK Burgenland

Frauen müssen besser geschützt werden!

Der aktuelle Lockdown zeigt wieder ganz klar: Frauen sind in der Corona-Pandemie nicht nur Systemerhalter:innen und für Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen zuständig. Sie sind auch verstärkt massiver Gewalt ausgesetzt. Die Frauenhelpline etwa verzeichnet in der Corona-Krise einen Anstieg von 40 Prozent bei den Beratungen, weil sehr viele Frauen im Lockdown nicht „flüchten“ konnten. Im heurigen Jahr wurden in Österreich 28 Frauen von ihren Partnern getötet. „Während die Femizide massiv zunehmen, nimmt der Gewaltschutz und die Unterstützungsleistungen massiv ab. Auf eine Beraterin in einer Präventionsstelle kommen in Österreich mittlerweile 330 von Gewalt betroffene Frauen. Das bedeutet pro Frau nur fünf Stunden Beratung im Jahr. Frauen müssen besser geschützt werden und das kostet Geld. Wir fordern von der Bundesregierung daher jährlich 228 Millionen Euro Budgetmittel und 3.000 zusätzliche Arbeitsplätze in der Gewaltprävention“, fordert AK-Vizepräsidentin und ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Bianca Graf.

Die Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ wollen Arbeiterkammer und Gewerkschaftsfrauen im Burgenland nutzen, um auf die prekäre Situation der Gewaltschutzorganisationen aufmerksam zu machen. „Während für Landesverteidigung 2,7 Milliarden Euro budgetiert werden, gibt es im Bundesbudget für Gewaltschutz lediglich 18,2 Millionen Euro. Laut Österreichischem Frauenring sind das nur 0,02 Prozent des Gesamtbudgets und beschämend für ein Land wie Österreich“, kritisiert AK-Expertin Gabi Tremmel-Yakali.

Laut Gewerkschaftsfrauen ist auch die Arbeitswelt von Gewalt an Frauen betroffen. Einerseits ist die Arbeitsfähigkeit von gewaltbetroffenen Frauen stark beeinträchtigt. Andererseits gibt es Gewalt nicht nur in Familien. Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz sind leider oft die Realität. „Deshalb brauchen wir ein Gewaltschutzpaket, das diesen Namen auch verdient und dort ankommt, wo es gebraucht wird. Wir fordern eine langfristige Basisförderung der Frauen- und Mädchenberatungsstellen sowie der Frauenhäuser“, so ÖGB-Landesfrauensekretärin Dorottya Kickinger. Gefordert wird auch eine Regierungskampagne gegen Gewalt und gegen frauenverachtendes Verhalten im häuslichen und öffentlichen Bereich sowie am Arbeitsplatz.

HINWEIS

Von Gewalt betroffene Frauen können sich an die Frauenhelpline unter 0800 222 555 wenden.

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Beate Horvath
Kommunikation & Marketing

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