Projektmanager im Homeoffice © Nico El Nino, stock.adobe.com
Projektmanager im Homeoffice © Nico El Nino, stock.adobe.com

Homeoffice: Besserer Unfallversicherungsschutz auch nach der Krise

In Zeiten der Covid-19-Krise arbeiten noch immer zahlreiche Burgenländer in den eigenen vier Wänden. Homeoffice ist zur gängigen Praxis geworden. Die Arbeitswelt hat sich durch Corona nachhaltig sehr verändert. Und da Telearbeit gekommen ist, um zu bleiben, bedarf es auch einer Nachschärfung in Sachen Unfallversicherungsschutz im Homeoffice. Zwar hat die Bundesregierung eine gesetzliche Nachjustierung vorgenommen, aber nur bis Ende des Jahres. Doch das reicht nicht, wie AK-Präsident Gerhard Michalitsch meint: „Die Krise hat die Arbeitswelt vor neue Herausforderungen gestellt. Diese haben aber mit Jahresende kein Ablaufdatum!“ 

Nach der akuten Phase der Covid-19-Pandemie und in der neuen Normalität spielt Homeoffice weiterhin eine bedeutende Rolle. Die modernen Kommunikationstechniken machen vieles möglich. Entsprechend wird sich zukünftig vieles in der Berufswelt in Richtung Digitalisierung und Telework entwickeln. Doch zeitgleich stellen sich dabei neue Herausforderungen. Auch im Versicherungsschutz.

Denn der Unfallschutz beim Homeoffice birgt so manche Tücken. „Zwar waren Unfälle zuhause schon vor der Krise, wenn sie im Zusammenhang mit der Arbeit passiert sind, versichert. Aber größtenteils waren es nur Unfälle im Arbeitsraum, samt ein paar Ausnahmen, die von der gesetzlichen Unfallversicherung gedeckt waren. Hier hat die Bundesregierung aufgrund der AK-Forderung nachjustiert und den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz ausgeweitet. Für alle Arbeitsunfälle, die sich im ursächlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der Arbeit ereignen, wurde der Versicherungsschutz ausgedehnt. Damit sind Arbeitnehmer unter den nahezu gleichen Umständen wie im Büro geschützt. Darunter versteht man Essen, Trinken und den Gang aufs WC. Diese Tätigkeiten, die sonst nur am Arbeitsort oder bei Dienstreisen etc.  geschützt sind, sind nun auch im Zusammenhang mit Homeoffice von der Unfallversicherung erfasst“, erklärt AK-Sozialrechtsexpertin Mag. Brigitte Ohr. 

Der gesetzliche Unfallversicherungsschutz greift hier seit 11. März 2020 rückwirkend bis längstens Ende 2020. Das heißt: sollte jemand in diesem Zeitraum einen Arbeitsunfall bei seiner beruflichen Tätigkeit im Home-Office erlitten haben und die Heilung länger andauern, so könnte es eine Versehrtenrente geben. Aber nur dann, wenn der Unfall auch wirklich im Zusammenhang mit der Arbeit gestanden hat. 

Versicherungsschutz kann sogar außerhalb der vereinbarten Arbeitszeit bestehen, aber die Beweisbarkeit ist hier schwieriger. Daher rät die Arbeiterkammer Burgenland: „Arbeitnehmer sollten mit ihren Arbeitgebern Vereinbarungen über die Arbeitszeit treffen und diese vorlegen. Dies dient im Falle eines Arbeitsunfalls als Beweis“, informiert Ohr.

Trotz der Änderungen reichen diese für die AK nicht weit genug. AK-Präsident Gerhard Michalitsch denkt schon über das heurige Jahr hinaus. Denn: Die Coronakrise hat die Arbeitswelt nachhaltig verändert, ist sich Michalitsch sicher und plädiert daher auf eine Ausdehnung der Regelung. „Wir fordern, diese Regelung auch nach Ende 2020 weiter beizubehalten, damit alle Arbeitnehmer weiterhin geschützt sind, wenn sie daheim arbeiten“, erklärt AK-Präsident Gerhard Michalitsch.

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Rückfragen: Bianca Werfring, Kommunikation & Marketing der AK Burgenland, T: 0664/823 9449, E: bianca.werfring@akbgld.at