Konsumentenschutzbilanz © Roman Felder
Konsumentschutzbilanz © Roman Felder

Information und schnelle Hilfe – so unterstützt die AK Burgenland Konsumenten

„Viele Unternehmen sind sehr kreativ dabei, zusätzliche Spesen oder Gebühren von Konsumenten zu fordern. Da werden mitunter auch für selbstverständliche Leistungen wie der Auskunft zur Versicherungspolizze zusätzliche Gebühren verrechnet“, so AK-Präsident Gerhard Michalitsch. Der AK-Präsident fordert in diesem Zusammenhang von der Bundesregierung Gesetzeslücken zu schließen, um zusätzliche Spesen zu verhindern. Neben der Beratung und Information setzt die AK Burgenland im Jahr 2019 auf einen Digitalisierungs-Schwerpunkt. Ein zusätzliches Angebot soll Konsumenten vor Gefahren im Onlinebereich schützen.

AK-Präsident Gerhard Michalitsch: „Gut informierte Konsumenten sind besser davor geschützt, in Fallen zu tappen. Daher setzen wir den Schwerpunkt auf Information. Wenn aber trotzdem Fragen auftauchen, dann stehen wir den burgenländischen Arbeitnehmern gerne zur Verfügung. Wir informieren über rechtliche Grundlagen, beraten und in vielen Fällen intervenieren wir bei Unternehmen.“ 

Der AK-Chef sieht den Konsumentenschutz in mehrfacher Hinsicht gefordert: Die Arbeitnehmer sollen gerecht behandelt werden. Und dazu gehört auch, dass sie für ihr schwer verdientes Geld die entsprechende Leistung erhalten. Michalitsch: „Ich sehe aber ebenso Vorteile für die Unternehmerseite. Dank der Tätigkeit der Konsumentenschützer werden schwarze Schafe, die ihrer gesamten Branche schaden, leichter dingfest gemacht“.

„Die Konsumentenschützer sorgen mit ihrer Arbeit für mehr Gerechtigkeit. Sowohl für Arbeitnehmer, als auch für Unternehmen, die korrekt und ehrlich handeln“, so der AK-Präsident.

Michalitsch betont in diesem Zusammenhang, dass die AK-Konsumentenschützer nur deshalb schnelle Hilfe leisten können, weil burgenländische Arbeitnehmer einen fairen AK-Beitrag leisten. Jede Kürzung würde die schnelle Hilfe gefährden.

Themen 2018

Im Vorjahr setzte die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Burgenland insgesamt 670 Mal Interventionsschritte. Dabei konnte den Hilfesuchenden ein Betrag von 289.789 Euro erspart werden. Insgesamt wurden im Jahr 2018 8.246 Anfragen telefonisch, persönlich oder schriftlich beantwortet.

Schwerpunkte Reisen und Telekommunikation

Besonders häufig informierten sich Konsumenten zu den Themen Reisen und Telekommunikation. Gründe dafür fanden sich mehrere: Die Nachwehen der Air Berlin-Pleite ließ zahlreiche verunsicherte Kunden zurück. Zusätzlich sorgten besonders häufige Flugverspätungen und Annullierungen – bedingt etwa durch die Streiks bei der Billigfluglinie Ryan Air – für Informationsbedarf bei Reisenden.

Im Telekommunikationsbereich gab es zwar merkliche Verbesserungen für Kunden durch den Wegfall von Roaming-Gebühren, Anfragen über Kosten für rätselhafte Abo-Verträge auf den Telefonrechnungen gehören aber nach wie vor zum täglichen Brot der Konsumentenberater. Auffällig ist, dass unseriöse Anbieter ihre Tätigkeiten zunehmend ins Internet verlagern.

Achtung: Gebühren und Spesen-Dschungel!

Deutlich zeichnete sich ein inhaltlicher Schwerpunkt bei den Anfragen zu Finanzdienstleistungen ab. „2018 wurden Ärger und Unverständnis zahlreicher Konsumenten durch hohe Spesen und Gebühren hervorgerufen“, informiert AK-Konsumentenexperte Mag. Christian Koisser.

Das Aus für das Bankomatgebühren-Verbot bereitet den Konsumenten Sorgen. „Damit ist der Zugang zum eignen Geld mit Kosten verbunden“, ruft Koisser in Erinnerung.

Prinzipiell machen überraschende Spesen und Gebühren die Angebote der Geldinstitute nur sehr schwer vergleichbar. Hier versucht der AK-Bankenrechner – eine offizielle Einrichtung gemäß dem Verbraucherzahlungskontogesetz – Abhilfe zu schaffen.

Es gibt auch Beispiele aus anderen Branchen, die ihre Gewinne durch Gebühren aufbessern. „Einem Versicherungsnehmer, der seinen Polizzeninhalt anzweifelte und der zur Überprüfung um Übermittlung seines Antrags anfragte, wurden dafür 20 Euro verrechnet“, so Koisser. „Und wer bei einem Telekommunikationsanbieter seine Außenstände im Shop begleichen will, der muss gleich einmal 9 Euro draufzahlen“, ärgert sich der Konsumentenschützer.  

Konsumentenschutz 2019 – Digitalisierungsoffensive

Das Internet hat bereits einen zentralen Platz im Alltag der Menschen erobert. Das betrifft in besonderem Maße auch Konsumenten. Den unbestritten großen Möglichkeiten stehen aber auch Gefahren gegenüber. „Fake-Shops“ und Abo-Fallen, die nur dazu dienen, Konsumenten ihr schwer verdientes Geld aus der Tasche zu ziehen. Von „Cyber-Kriminalität“ sind Menschen aller Alters- und Berufsgruppen betroffen. Die Arbeiterkammer Burgenland bietet im Rahmen ihrer Digitalisierungsoffensive Schulungen zum sicheren Umgang mit digitalen Medien an, damit die Versuche der Cyber-Kriminellen möglichst wirkungslos bleiben. 

Die Top-Themen der Konsumentenberatung 2018 

1.         Reisen                                                          15,5%

2.         Telekommunikation                                   13,4%

3.         Versicherungen                                             9,6%

4.         Finanzdienstleistungen                               9,4%

5.         KFZ                                                                   7,9%

6.         Inkasso                                                           7,8%

7.         Handwerker                                                    5,7%

8.         Bauen                                                                4,0%

9.         Internetbetrug                                                 2,9%

10.      Einrichtung                                                     2,5%