16.4.2018
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Jetzt die Weichen stellen für mehr Bahn und Bus

Über 1.900 Bahn- und Auto-PendlerInnen haben in einer Online-Umfrage der drei Arbeiterkammern Wien, Niederösterreich und Burgenland ihre Wünsche für den Arbeitsweg mitgeteilt. Damit reiht sich die PendlerInnenbefragung in die große Dialoginitiative „Wie soll Arbeit?“ von AK und ÖGB ein. Bis 2019 werden täglich rund 250.000 Menschen zwischen Wien, Niederösterreich und dem Burgenland ein- und auspendeln. Tendenz weiter steigend. Die Antwort darauf muss ein massiver Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sein. „Wer jetzt nichts tut oder am falschen Ende spart, produziert heute die Staus und die Umweltbelastungen von morgen“, sagen die AK Präsidenten Gerhard Michalitsch (Burgenland), Markus Wieser (Niederösterreich) und Rudi Kaske (Wien). Sie fordern den Verkehrsminister und die Länder zu einem klaren Bekenntnis für den Ausbau von Bussen und Bahnen in der Ostregion auf. „Wir brauchen mehr und nicht weniger Investitionen. Wer beim Ausbau von Gleisanlagen oder beim Bahn- und Busangebot spart, macht die Chancen auf eine moderne Verkehrspolitik für die Ostregion und insgesamt österreichweit 12.000 Jobs zunichte“, so Michalitsch, Wieser und Kaske. Die drei AK Präsidenten forderten außerdem deutlich mehr Bestellungen beim Zugangebot von Bund und Ländern.  

Rund 50.000 Burgenländer pendeln schon heute in andere Bundesländer. Und es wären noch mehr, wenn die Abstimmung passen würde. Daher gilt es Verbesserungen zu bewirken. Schon in der Vergangenheit hat sich dieses Engagement bewährt. Das beste Bespiel die in Umsetzung befindliche Modernisierung des Pendlerbahnhofs in Parndorf-Ort oder die Einführung des Spätzuges nach 22.00 Uhr von Wien Hauptbahnhof über Neusiedl nach Eisenstadt. „Die Anstrengungen der AK für Pendler zahlen sich also aus“, meint AK-Präsident Gerhard Michalitsch mit Nachdruck.  

Mehr Züge zur Rush-Hour 

Die aktuelle Pendlerbefragung zeigt, dass die Pendler grundsätzlich mit den Öffi-Verbindungen nach Wien zufrieden sind. Alles in allem: wenige Beschwerden, aber viele kleine Wünsche.  

Zwei große Forderungen haben sich aber herauskristallisiert. „Es bedarf empfindlich mehr Züge zur Rush Hour –und das im Halb-Stunden-Takt“, plädiert Michalitsch. Gerade die Strecken nach Kittsee, Nickelsdorf, Neusiedl-Pamhagen und die Raaber Bahn von Wulkaprodersdorf Richtung Deutschkreutz verlangen nach einer Verbesserung – nicht nur in Sachen Taktung, sondern auch bei den Umstiegszeiten, Modernisierung der Bahnhöfe und Streckenverläufen. „Das sind wir den Pendlern schuldig“, betont der burgenländische AK-Präsident. „Nach einem 10-Stunden-Arbeitstag im Zug stehend von Wien nachhause fahren zu müssen, ist ein absolutes No-Go.“ 

An zweiter Stelle stehen die REX-Züge (Regionalexpress) um 16.00, 17.00 und 18.00 Uhr nach Mattersburg. Diese 3 Züge werden aktuell nur ab Wien-Meidling geführt – und nicht vom besser erreichbaren Hauptbahnhof. Für viele Pendler aus dem Burgenland bedeutet das eine zusätzliche Wegstrecke nach Wien-Meidling. Michalitsch: „Daher fordern wir, dass diese Züge vom Hauptbahnhof starten – das wäre eine wesentliche Verbesserung für viele Pendler.“ 

Kürzungen kosten Arbeitsplätze 

Doch statt Verbesserungen stehen – geht es nach den Plänen der Bundesregierung - Kürzungen bei Bahninfrastruktur ins Haus. Insgesamt 27,5 Millionen Euro bei Projekten, die das Burgenland direkt betreffen. So soll Die Schleife Müllendorf (Wulkaprodersdorf) um 2 Jahre verschoben werden. Beim Ausbau der Pottendorfer Linie werden jährlich um 10 bis 30 Mio. Euro weniger investiert. Der Bau der für Burgenland-Pendler wichtigen Schleife Ebenfurth wird gestreckt, also auch später fertig. Die Elektrifizierung der Strecken Szentgotthard-Jennersdorf-Graz im Landessüden, sowie Wiener Neustadt-Loipersbach-Schattendorf im Landesnorden sollen gestreckt oder abgesagt werden.  

„Alleine im Burgenland kosten diese Kürzungen rund 400 Arbeitsplätze“, gibt Michalitsch zu bedenken. „Das ist für uns völlig inakzeptabel!“

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